Liquide alternative Investments Die dritte Dimension für Mischportfolios

Daniel Lösche, Investment-Analyst bei Schroders | © Schroders

Daniel Lösche, Investment-Analyst bei Schroders Foto: Schroders

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„In Zeiten politisch geprägter Börsen wird es immer schwieriger, diversifizierende Bausteine für ein Portfolio zu finden“, erklärt Daniel Lösche, Investment-Analyst bei Schroders. Diese Tendenz zeigt sich verstärkt seit Beginn der Finanzkrise – und dürfte auch in Zukunft anhalten. Die Korrelation zwischen Aktien und Renten steigt gerade in turbulenten Phasen an. Ein Problem, das Anleger künftig mehr und mehr fordert. Denn wer ein ausgewogenes Depot darstellen will, kann sich nicht mehr allein auf eine reine Mischung aus Aktien und Renten verlassen.

Eine gute Wahl sind nach Lösches Prognose liquide alternative Investments. In den letzten acht Jahren hat sich der Mittelzufluss in alternative Strategien fast verzehnfacht – auf rund 308 Milliarden US-Dollar. Und das hat gute Gründe. Eine Rückrechnung von Schroders seit 2007 belegt: Die Beimischung einer neuen Anlageklasse – einer dritten Anlage-Dimension – zum traditionellen Mischportfolio verbessert die Rendite, senkt die Volatilität und verringert gleichzeitig das Rückschlagsrisiko erheblich. Das macht das Gesamtdepot deutlich widerstandsfähiger in fallenden Märkten.



Dieser Effekt beruht vor allem auf einer niedrigen Korrelation und einem niedrigen Beta-Exposure zum Aktienmarkt, denn Fondsmanager, die alternative Anlagestrategien verfolgen, legen das Geld meist unabhängig von einer Benchmark an. Außerdem zielen sie auf eine absolut positive Rendite ab.

Wertentwicklung des Beispielportfolios: die Effekte von liquiden alternativen Investments

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Um dies zu erreichen, können sie Long-Short-Positionen eingehen oder Leverage ausnutzen. Auch Derivate kommen zum Einsatz – mit ihnen werden Zinsänderungsrisiken durch Swaps abgefedert und Put-Optionen zum Schutz vor fallenden Aktienkursen eingesetzt. Die Long-Short-Ausrichtung bietet außerdem die Chance, durch Hebeleffekte zusätzliche Gewinne zu erzielen.

Das erhöht zwar auch das Risiko, verbessert aber gleichzeitig das Renditepotenzial. „Damit sind liquide alternative Investments ein exzellentes Mittel, um die Risiken eines Portfolios zu streuen“, analysiert Lösche.

Weiteres Plus: Transparenz und Liquidität. Während die Hedgefonds-Varianten dieser Anlageklasse häufig nicht täglich handelbar sind oder Daten nur zu bestimmten Zeitpunkten veröffentlichen, genießen liquide alternative Investments alle Vorzüge eines Publikumsfonds. Zudem ist der Einstieg auch mit kleinen Summen möglich.

Wie Anleger liquide alternative Investments einsetzen, hängt primär von ihren Zielen und ihrem Risikoprofil ab. Schroders bietet in dieser Kategorie mehrere Strategien an. Während beispielsweise im August 2015 viele klassische Konzepte strauchelten, konnten einige Schroders-Fonds ihre stützende Wirkung unter Beweis stellen.

So haben die beiden europäischen Long-/Short-Strategien Schroder ISF European Alpha Absolute Return (LU1046234768) und Schroders ISF European Equity Absolute Return (LU1046235062) im August ein Plus von 1,1 Prozent beziehungsweise 0,1 Prozent erzielt. Der auf Katastrophenanleihen spezialisierte Fonds Schroders GAIA Cat Bond (LU0951570844) erzielte im gleichen Zeitraum gar ein Plus von 1,4 Prozent.