Rache oder Folge des Verrats? Julius Bär wirbt Sarasin-Beraterinnen in Asien ab

Einige Monate nach dem Scheitern der Fusion mit der Bank Sarasin stellt der Schweizer Konkurrent Julius Bär in Hongkong vier ehemalige Sarasin-Kundenberaterinnen samt Assistentinnen ein. Das berichten Schweizer Medien unter Berufung auf einen Julius-Bär-Sprecher und eine Sarasin-Sprecherin. Branchenkreisen zufolge betreuten die Beraterinnen bei Sarasin ein Kundenvermögen von insgesamt vier Milliarden US-Dollar.

„Julius Bär rächt sich an Sarasin“, titelt „Cash.ch“, die Online-Ausgabe des Schweizer Finanzmagazins „Cash“. Schließlich verkaufte die niederländische Rabobank Sarasin nach längerem Hin und Her an die brasilianische Safra Gruppe. Auch Julius Bär war an Sarasin interessiert, bekam aber nicht den Zuschlag.

„Im Gegensatz zum bisherigen Großaktionär Rabobank verfügt Safra nicht über die höchste Bonitätsnote AAA“, schreibt „Cash.ch“. Dies störe sowohl einige Mitarbeiter als auch Kunden.

Andere Experten vermuten den Grund eher im Datenleck, der den Ex-SNB-Chef Philipp Hildebrand seinen Posten kostete. Ein IT-Mitarbeiter von Sarasin leitete die Konto-Daten des Ehepaars Hildebrand weiter, so dass die Öffentlichkeit von fragwürdigen Währungsgeschäften von Hildebrands Ehefrau erfuhr. Dies sei „reinstes Gift für die Kundenpflege“, so die Schweizer Regionalzeitung „AZ: Langenthaler Tagblatt“. Daraufhin sollen nach Angaben der Zeitung etliche Kunden ihr Geld von Sarasin abgezogen und zu einem Konkurrenten gebracht haben.