Fondsporträt Total Return aus den Emerging Markets

Die Börse Bolsa Mexicana de Valores, der Stadt Mexiko City, ist eine der größten in Lateinamerika

Die Börse Bolsa Mexicana de Valores, der Stadt Mexiko City, ist eine der größten in Lateinamerika Foto: Getty Images

2013 stießen Brigitte Posch von Pimco und Ricardo Adrogué von Cabezon Investment Group beziehungsweise Wellington Asset Management zu Babson. Bei dem globalen Fixed-Income-Spezialisten bauten sie zusammen den Emerging Markets Debt Bereich (EMD) auf. Heute verwaltet das 16-köpfige Expertenteam über 3 Milliarden Dollar in der Anlageklasse. Diese stecken unter anderem in Fonds, die sich auf einzelne EMD-Segmente konzentrieren, und im Emerging Markets Debt Blended Total Return Fund, einer Mischung aus allen EMD-Asset-Klassen.

Der Fonds investiert in Staats- und Unternehmensanleihen in Hartwährung sowie in Lokalwährungsanleihen und Emerging-Markets-Währungen. Die Allokation ist flexibel. Eine einzelne Strategie darf bis zu 70 Prozent im Gesamtportfolio ausmachen, kann aber auch auf 0 Prozent heruntergefahren werden. „Blend-Strategien bieten den Vorteil, dass Anleger die taktische Anlageentscheidungen an professionelle Manager übertragen, die das gesamte EMD-Spektrum im Blick haben“, sagt Posch. „Wir glauben, dass erfahrene Manager, die taktisch zwischen Sektoren, Ländern und Währungen allokieren können, am besten aufgestellt sind, um das Ertragspotenzial zu maximieren und das Risiko zu minimieren.“

Flexible Allokation: Quantitatives Modell plus Fundamentaldaten

Die Allokation für den Fonds basiert zum einen auf einem quantitativen Modell, das historische Daten auswertet, und zum anderen auf der fundamentalen Einschätzung des Teams für Länder, Sektoren und Branchen. „Diese Kombination ermöglicht es uns, auch attraktive Relative-Value-Trades zu erkennen“, sagt Adrogué. „Da in den Emerging Markets häufig externe Faktoren die Kapitalflüsse beeinflussen, entstehen kurzfristig Ineffizienzen, die Anleihepreise passen nicht mehr zu den Fundamentaldaten.“ Diese Über- oder Unterbewertungen nutzen die beiden Manager aus.

Aktuell stecken etwa 22 Prozent in Staatsanleihen in Hartwährung und 31 Prozent in Lokalwährung, 41 Prozent des Portfolios machen Unternehmensanleihen aus. „Hier sehen wir zurzeit viele gute Anlagemöglichkeiten in Lateinamerika, speziell in Mexiko oder kurzfristigere Bonds in Brasilien. Aber letztlich finden wir in allen Regionen attraktive Titel“, sagt Posch, die für die Corporates zuständig ist. Im Sektorbereich setzt sie zurzeit eher auf defensive Bereiche wie Versorger, Telekom, Finanzen und Konsum. Staatsanleihe-Experte Adrogué wittert vor allem Chancen in Schwellenländerwährungen, die seiner Meinung nach zu stark abgewertet haben.

Total Return statt Benchmark-Orientierung

Die Auswahl der einzelnen Titel erfolgt nach einer rigorosen Bottom-up-Analyse. „Wir schauen auf Faktoren wie Unternehmensstärke, Management-Team, Cashflow-Generierung, aber auch auf Fundamentaldaten der Branche“, erklärt Posch. Die besten Ideen, die die attraktivsten risikoadjustierten Erträge erwarten lassen, kommen dann ins Portfolio. Papiere von nur rund 80 Emittenten finden sich dort.

Die Fondsmanager halten sich bei der Auswahl an keinen Index, und sie managen ihr Portfolio auch nicht gegen eine Benchmark. Anlageziel ist stattdessen die höchstmöglichen risikoadjustierten Erträge zu erzielen.  Drei-Monats-Libor plus 500 Basispunkte werden für die USD-Anteilsklasse angestrebt. Posch: „Dafür investieren wir in das unserer Meinung nach attraktivste Beta und versuchen in jedem Segment, die besten Anlageideen zu finden, um Alpha zu generieren.“