Fondsmanager-Interview „In China mögen wir Technologie und E-Commerce “

David Halpert ist Manager des Mischfonds Prince Street Emerging Markets Flexible EUR

David Halpert ist Manager des Mischfonds Prince Street Emerging Markets Flexible EUR

Der Prince Street Emerging Markets Flexible EUR hat sich seit Auflegung im Jahr 2009 wacker geschlagen und den MSCI Emerging Markets abgehängt. Im Sommer ist der Fondspreis aber dennoch deutlich gefallen. Hat Sie der Einbruch an den chinesischen Aktienmärkten kalt erwischt?

David Halpert: Indirekt. Der Preisrückgang im Fonds ist nicht nur auf unsere chinesischen Titel zurückzuführen, sondern auch auf Titel aus anderen Aktienmärkten, die nach dem Aktiencrash in China und nach der überraschenden Währungsabwertung abverkauft wurden. Das waren zum Beispiel Aktien aus Brasilien, Peru oder Indien. Letztlich erhöhte sich an fast allen Aktienmärkten nach der Entwicklung in China die Volatilität.

Wie geht es in China weiter?

Halpert: Die Wirtschaft wächst weiter, aber langsamer als vor einigen Jahren. Wir beobachten einen Wandel in der Wirtschaft weg von der Produktion hin zu Dienstleistungen. Hier sehen wir noch starkes Wachstum. Der Aktienmarkt hatte sich verdoppelt, bevor er gecrasht ist. Tatsächlich lag der Shanghai Composite Index, der die in Shanghai gelisteten A- und B-Aktien enthält, Mitte September höher als zu Jahresanfang. Wir denken,  der Aktienmarkt dürfte sich bereits wieder stabilisiert haben.

Wo ist der Fonds in China investiert?

Halpert: Rund 10 Prozent des Fondsvolumens ist in chinesischen Firmen investiert, die in Hongkong oder New York gelistet sind. Daneben haben wir noch Aktien aus Hongkong und auch kurzfristige Anleihen aus Hongkong im Portfolio. Die auf dem Festland gelisteten A-Aktien darf der Fonds nicht erwerben. Unser China-Portfolio hat einen starken Schwerpunkt auf Technologie, Software und E-Commerce. Titel der Old Economy, also klassische Industrietitel, meiden wir weitgehend.

In welchen Ländern sehen Sie neben China und Hongkong zurzeit noch gute Chancen an den Aktienmärkten?

Halpert: Wir haben zum Beispiel Positionen in Indien und Mexiko, die wir sehr interessant finden.

Und welche Rolle spielen die Frontier Markets?

Halpert: Der Fonds investiert sowohl in Emerging Markets als auch in Frontier Markets, die wir als die kommenden Emerging Markets betrachten. Der Fokus liegt derzeit auf den Emerging Markets, wobei in einzelnen Frontier Markets durchaus interessante Möglichkeiten zu finden sind, sowohl bei Aktien als auch bei Anleihen. Zum Beispiel halten wir Pakistan. Dort haben wir mit unseren Zementunternehmen gute Gewinne erzielt.

Was unterscheidet Ihren Fonds von anderen Emerging-Markets-Fonds?

Halpert: Der Fonds zeichnet sich durch ein konsequentes Risikomanagement aus und investiert im Gegensatz zu vielen anderen Produkten auch in weniger beachtete Titel und Länder. Wir denken, dass wir durch unsere langjährige Erfahrung und die vielen Kontakte zu Unternehmen, Zentralbanken und Regierungsvertretern einen Mehrwert gegenüber klassischen Emerging-Markets-Fonds erzielen können, welche sich oftmals auf die größten Benchmark-Gewichte konzentrieren. Der risikobewusste Prozess und die breite Streuung im Portfolio reduzieren die Schwankungen in der Wertentwicklung.