Blackrock-Studie Strategiewechsel bei institutionellen Großanlegern

Erwartet für 2016 den verstärkten Einsatz aktiver Anlagestrategien: Charles Prideaux, Bereichsleiter bei Blackrock

Erwartet für 2016 den verstärkten Einsatz aktiver Anlagestrategien: Charles Prideaux, Bereichsleiter bei Blackrock

Bei großen institutionellen Anlegern mehren sich die Anzeichen für einen Strategiewechsel. Wie aus einer einer weltweiten Studie des Vermögensverwalters Blackrock hervorgeht, wenden sich die Investoren von traditionellen Anlageklassen und passiven Strategien zunehmend ab.

Der Trend geht demnach zu aktiv gemanagten Portfoliostrategien und illiquiden Vermögenswerten, also Anlagen, die sich nicht sofort veräußern lassen. Grund dürften die erhöhte Marktvolatilität und das Niedrigzinsumfeld sein. Beides mache es den Investoren schwer, auf herkömmlichem Wege angemessene Renditen zu erzielen, so die Studienautoren.

„Die Kursrückgänge am Rohstoffmarkt, Unsicherheit bezüglich des Wachstums in den Schwellenländern und die Volatilität am globalen Aktienmarkt bewirken, dass die Preise von Vermögenswerten weltweit angepasst werden“, sagt Mark McCombe, Leiter des weltweiten Geschäftes mit institutionellen Kunden bei Blackrock, „Das damit verbundene Auf und Ab bei den Kursen führt dazu, dass Investoren nach alternativen Renditemöglichkeiten suchen.“

Gefragte Produkte

Große Profiteure des Jahres 2016 werden laut Studie illiquide Strategien mit langen Laufzeiten, wobei insbesondere Sachwerte bevorzugt werden. So wollen mehr als die Hälfte (53 Prozent) der 174 befragten institutionellen Anleger 2016 ihr Portfolio mit illiquiden Anlagen aufstocken. Knapp die Hälfte favorisiert dabei Immobilien. 

Zugleich gaben 25 Prozent der befragten Großinvestoren an, von passiven zu aktiven Anlagestrategien umschichten zu wollen. Konkret planen 50 Prozent der Anleiheinvestoren größeres Engagement in ungelisteten Krediten. Den Anteil verbriefter Vermögenswerte wollen 24 Prozent erhöhen, 16 Prozent setzen auf flexible Strategien. Die erwarteten Zuwächse dürften zu Lasten von Core-Anleihestrategien gehen, die lediglich auf den Kernbereich des Marktes setzen. Jeder dritte Befragte plant, seine Quote in diesem Segment zu reduzieren.

Charles Prideaux, Leiter des Bereiches Active Investments bei Blackrock in der Region Europa, Naher Osten und Afrika, sagt: „Jahrelang lag indexnahes Investieren im Trend. Es überrascht nicht, dass das Konjunkturumfeld und geldpolitische Stützungsmaßnahmen passive Investments in den vergangenen Jahren unerlässlich gemacht haben. Wir erwarten jedoch, dass 2016 Chancen für den verstärkten Einsatz aktiver Ansätze bietet. Es ist erfreulich zu sehen, dass institutionelle Investoren sich offenbar in diese Richtung positionieren.“

Für die Studie wurden zwischen dem 1. und 23. Dezember weltweit 174 der größten institutionellen Blackrock-Kunden befragt, darunter unter anderem 43 öffentliche oder staatliche Pensionseinrichtungen, 59 Pensionskassen von Unternehmen, 40 Versicherer, elf Investmentmanager und zwölf Stiftungen. 73 der Befragten kamen aus Nordamerika, 75 aus Europa, dem Nahen Osten und Afrika, 19 aus der Region Asien-Pazifik und sieben aus Südamerika.