Ausblick 2015 Vermögensverwalter sehen Dax bei 11.000 Punkten

Es geht bergauf: Unabhängige Vermögensverwalter rechnen im kommenden Jahr damit, dass die Kurse der Leitbörsen weiter steigen. Das hat eine Befragung der Frankfurter Investmentgesellschaft Universal-Investment ergeben. Demnach sehen sie den Dax Ende des kommenden Jahres bei 10.840 Punkten (8,7 Prozent mehr). Für den EuroStoxx 50 erwarten sie einen Anstieg auf 3.494 Punkte und für den US-amerikanischen Unternehmensindex S&P 500 einen Zuwachs um 85 auf 2.158 Zähler.

Düster ja, aber nicht zu düster: Was den EZB-Leitzins angeht, geht die Mehrheit der Vermögensverwalter von einem unverändert niedrigen Stand bei 0,05 Prozent im kommenden Jahr aus. Keiner rechnet mit einem negativen Leitzins. Schaut man allerdings auf die kommenden drei Jahre, ändert sich das Bild: Über 80 Prozent von ihnen erwarten, dass die Zinsen unter 1 Prozent bleiben. Knapp 13 Prozent rechnen aber bereits mit einem negativen Zinsniveau – und nur wenige Umfrageteilnehmer sind optimistischer: 6 Prozent erwarten einen Anstieg von 1 bis 2 Prozent. Für die USA rechnen die Vermögensverwalter dagegen mit einem Anstieg des Leitzinses auf 0,5 Prozent.

Top-Empfehlung bleiben europäische Aktien

Die Investmentexperten empfehlen Privatanlegern weiter rund 50 Prozent des Vermögens in Aktien zu halten, darunter 38 Prozent in Aktien aus Industrienationen und 12 Prozent in Schwellenländer-Aktien (siehe Grafik). 29 Prozent sollten Anleger 2015 in Rentenanlagen investieren, 2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Immobilienanlagen sollten wiederum etwa 11 Prozent des Depots ausmachen, Gold und Edelmetalle unverändert 5 Prozent.



Weniger Europa, mehr Schwellenländer und USA: Was die Länderallokation betrifft, empfehlen Vermögensverwalter Privatanlegern einen Anteil an deutschen Investments von 20 Prozent (und damit 7 Prozent weniger als im Vorjahr). Für das übrige Europa werden 27 Prozent (-2 Prozent) empfohlen. Dagegen steigen die Empfehlungen für US-amerikanische Anlagen von 17 auf 22 Prozent und für Schwellenländer inklusive China von 17 auf 20 Prozent.

Keine großen Anstiege bei Rohstoffen erwartet

Die Prognosen der Experten für den Rohstoffsektor sind wie im Vorjahr deutlich zurückhaltender: Der Goldpreis wird ihrer Meinung nach auf 1.299 US-Dollar je Unze steigen, der Silberpreis auf 18,5 US-Dollar. Auch beim Rohöl erwarten sie nur einen Anstieg auf 84 US-Dollar je Barrel.

Befragt wurden Anfang Dezember rund 20 unabhängige Vermögensverwalter, die auf der Plattform von Universal-Investment Publikumsfonds mit einem Gesamtvolumen von mehreren Milliarden Euro beraten. In den vergangenen zwölf Monaten konnten sie ihr Volumen um rund 15 Prozent steigern.