ETF-Expertin Stephanie Lange „Der Zugang zum Wertpapierhandel ist nicht barrierefrei“

Stephanie Lang ist seit 2008 Investment Strategist für iShares-Produkte bei Blackrock

Stephanie Lang ist seit 2008 Investment Strategist für iShares-Produkte bei Blackrock

Investoren müssen sich im Entscheidungsprozess damit auseinandersetzen, welches Anlageprodukt sie für die jeweiligen Schwerpunkte der Asset Allocation verwenden. Bei der Anlagestrategie können Bereiche identifiziert werden, in denen sich die Stärken von ETFs am deutlichsten entfalten.

Effziente Märkte zeichnen sich durch hohe Liquidität, einfachen Informationszugang und rationale Preissetzung aus. Je effizienter ein Markt ist, desto schwieriger wird es für aktive Fondsmanager, eine Überrendite zum Referenzmarktindex zu generieren. ETFs sind ein kostengünstiges und flexibles Instrument, die Aktienmärkte von Industrieländern, Europa oder weltweit umfassend abzubilden. Bei Umsetzung der Core-Satellite-Strategie kann so das Kernportfolio gebildet werden.

Cash-Management a la ETF

Portfolios werden regelmäßig oder auch außerordentlich laut der gewählten Strategie dem Marktumfeld angepasst. Um die Möglichkeiten der Umschichtungen zu analysieren, kann das betroffene Vermögen kurzfristig in ETFs „geparkt“ werden. Damit hat man den Vorteil, von Marktbewegungen zu profitieren und trotzdem liquide zu sein. Hier sind je nach Anlagefokus breite Märkte mit einem eher konservativen Risiko-Rendite-Profil empfehlenswert.

Aufgrund der speziellen Handelsmechanismen und Produkteigenscha en dieser Anlageklasse greifen Fondsmanager bei der Auswahl von Rententiteln häufig auf die Empfehlungen und die Unterstützung von Experten zurück. Durch den Fondscharakter von ETFs ist eine Spezialisierung nicht notwendig, und zusätzlich kann der enge Investitionsfokus von Staatsanleihen europäischer Länder und den USA durch ETFs um Unternehmensanleihen oder auch Schwellenländer einfach erweitert werden.

Durch die positive Stimmung an den Börsen verlagern Investoren wieder vermehrt Kapital in Schwellenländer. Das Zinsniveau sinkt weiter, und viele Aktien sind unterbewertet. Der Einstieg und Handel gerade auf Einzeltitelebene ist für viele Investoren ohne Spezialisierung eine große Herausforderung.

Der Zugang zum Wertpapierhandel ist in vielen Schwellenländern nicht barrierefrei und die Informationsbeschaffung meist nicht ausreichend standardisiert. Durch den Einsatz von ETFs können die Problematiken umgangen und das Portfolio weiter diversifiziert werden.