Zweitgrößte Sparkasse des Landes Vermögende Privatkunden müssen Strafzinsen zahlen

Ist Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Köln-Bonn: Artur Grzesiek

Ist Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Köln-Bonn: Artur Grzesiek

In ihrem aktuellen Geschäftsbericht für 2016 hat die Sparkasse Köln-Bonn bekannt gegeben, dass sie derzeit ein Verwahrentgelt für einige größere Einlagen im Millionenbereich erhebt, insbesondere von institutionellen Kunden. Dies gelte jedoch nicht für den überwiegenden Teil der Kundschaft. „Wir wollen auch weiterhin alles daran setzen, Negativzinsen beziehungsweise Verwahrentgelte von der großen Mehrheit unserer Kunden fernzuhalten", sagte Artur Grzesiek, Vorstandsvorsitzender des Instituts.

In einem Bericht des „Kölner Stadtanzeigers“ bekräftigten die Verantwortlichen der zweitgrößten Sparkasse Deutschlands zwar noch einmal ihre Bestrebungen, für ihre 585.700 Besitzer von Girokonten eine Gebührenerhöhung zu vermeiden. Doch Christoph Siemons, Privatkunden-Vorstand Köln-Bonn, sagte gegenüber der Tageszeitung auch: „Für dieses Jahr können wir das noch ausschließen, für das kommende Jahr allerdings nicht mehr.“ Von der Gebührenerhöhung betroffen sind dem Bericht zufolge zwei Handvoll Privatkunden sowie rund 50 institutionelle Anleger.

Das Niedrigzinsniveau belastete auch im Geschäftsjahr 2016 das Zinsergebnis der Sparkasse Köln-Bonn. Der Zinsüberschuss sank den Angaben zufolge um 4,8 Prozent auf 386,8 Millionen Euro. Die gesamten Kundeneinlagen stiegen dagegen im Berichtsjahr um 4,3 Prozent auf 22 Milliarden Euro. Dagegen legten die Spar- und Termineinlagen um 1,9 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro zu, die Sichteinlagen stiegen um 10,1 Prozent auf 12 Milliarden Euro.

Früher seien Kundeneinlagen ein sicheres Geschäft gewesen, erklärt Grzesiek im Gespräch mit dem Kölner Stadtanzeiger: „In Folge der Niedrigzinsen ist das heute eine Management-Herausforderung.“ Grund dafür ist der gestiegene Aufwand durch Negativzinsen der Europäischen Zentralbank. Die Niedrigzinsen sind für die Sparkasse Köln-Bonn eine Herausforderung ersten Ranges, so Grzesiek laut Unternehmensmitteilung.

Die Sparkasse Köln-Bonn rechnet ihrem Geschäftsbericht zufolge auch weiterhin mit einem niedrigen Zinsniveau und daraus folgend mit einer schwierigen Ertragslage. Für 2017 erwartet das Institut keine Verbesserung des Geschäftsergebnisses.