Zweites Jahr in Folge Privatbanken vermelden Zuwachs bei Zahl der Beschäftigten

Die Zahl der Beschäftigten in Privatbanken ist 2017 erneut angewachsen. | © Pixabay

Die Zahl der Beschäftigten in Privatbanken ist 2017 erneut angewachsen. Foto: Pixabay

In Privatbanken ist die Beschäftigtenzahl von 2016 auf 2017 um 3,8 Prozent gestiegen, wie der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) auf Nachfrage der Redaktion zu dieser Mitgliedergruppe mitteilt. Damit verzeichnete die Branche das zweite Jahr in Folge einen Personalaufbau. Im Vorjahr lag der Zuwachs in dieser Gruppe gar bei 6,3 Prozent.

Zum Zeitpunkt 1. Oktober 2017 gehörten dem AGV Banken 79 tarifgebundene und 35 sonstige Mitgliedsinstitute an. In der als Privatbankiers bezeichneten Gruppe sind 16 Mitgliedsinstitute aufgelistet: Berenberg Bank, Bankhaus Max Flessa (Schweinfurt), Bankhaus Anton Hafner (Augsburg), Hanseatic Bank, Hauck & Aufhäuser Privatbankiers, Bankhaus Lampe, Marcard, Stein & Co. AG, Merck Finck Privatbankiers, Bankhaus Metzler, Bankhaus C. L. Seeliger (Wolfenbüttel), Bankhaus Ludwig Sperrer (Freising), Bankhaus von der Heydt, Von Essen Bank (Tochter der BNP Paribas), M. M. Warburg & CO und das Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim, das zum 30. Juni 2018 aufgelöst und in die Deutsche Bank integriert wurde.

Eine weitere Mitgliedergruppe des AGV Banken umfasst die Großbanken mit Deutscher Bank, Commerzbank und Unicredit Bank – Rückgang der Belegschaft 2017 um 3,9 Prozent. Zudem klassifiziert der Verband eine größere Fraktion unter der Bezeichnung Regionalbanken inklusive Auslandsbanken. Darunter fallen etwa die Bethmann Bank, Donner & Reuschel oder die Frankfurter Bankgesellschaft. In dieser Gruppe verringerte sich die Zahl der Beschäftigten geringfügig um 0,3 Prozent.

Neben der Gruppe der Privatbankiers gab es Personalaufbau auch bei einigen Hypothekenbanken und Direktbanken. Die Beschäftigung war dagegen vor allem in Groß-und Spezialbanken rückläufig. Bei den Regionalbanken und privaten Bausparkassen blieb der Personalstand weitgehend stabil. Totale Zahlen für einzelne Bankengruppen seiner Mitglieder gibt der Verband aus Gründen der Vertraulichkeit nicht heraus.

Insgesamt setzt sich der Personalabbau weiter fort

Der allgemeine Trend im deutschen Kreditgewerbe läuft im Vergleich erneut in die entgegengesetzte Richtung. Die Gesamtzahl der Beschäftigten aller Mitglieder des AGV Banken ist 2017 um 3,8 Prozent auf 586.250 gesunken (Vorjahr: 609.100). Damit setze sich der seit Jahren anhaltende Personalabbau fort. Im Vorjahr hatte sich die Beschäftigtenzahl um 2,9 Prozent verringert. Im privaten Bankgewerbe ist die Beschäftigtenzahl im vergangenen Jahr um 4,8 Prozent zurückgegangen: Zum Jahresende 2017 waren hier rund 158.100 Personen beschäftigt (Vorjahr: 166.050).

Verantwortlich für diesen Trend sei der anhaltende Umbau der Geschäftsmodelle bei fortschreitender Digitalisierung. Nachdem der Personalabbau im Zuge der Restrukturierung des Filialgeschäfts in vielen großen Banken weiter vorangeschritten ist, entfallen jetzt vor allem einfache Tätigkeiten in Abwicklungs- und Service-Einheiten, heißt es.

Auf der anderen Seite steige der Bedarf an hoch qualifizierten Beschäftigten, die an der Schnittstelle zwischen IT und Bankgeschäft neue Produkte und Prozesse gestalten. Dabei seien zunehmend auch Professionen außerhalb des klassischen Bankgeschäfts gefragt, etwa aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Darüber hinaus haben die Kreditinstitute erneut verstärkt Spezialisten für Regulierung, Compliance und Kontrollfunktionen eingestellt.