Lange wurde in der Branche gemunkelt, nun wurde es gegenüber dieser Redaktion exklusiv bestätigt. Klaus Naeve wird neuer Vorsitzender des Vorstands der Bank Julius Bär in Deutschland. Der 51-Jährige, zuletzt Leiter des Wealth and Asset Managements bei Berenberg, übernimmt die Rolle zum 1. September 2026. Die Schweizer Privatbank beschäftigt die Neubesetzung dieser Position seit gut einem Jahr.
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Lange wurde in der Branche gemunkelt, nun wurde es gegenüber dieser Redaktion exklusiv bestätigt. Klaus Naeve wird neuer Vorsitzender des Vorstands der Bank Julius Bär in Deutschland. Der 51-Jährige, zuletzt Leiter des Wealth and Asset Managements bei Berenberg, übernimmt die Rolle zum 1. September 2026. Die Schweizer Privatbank beschäftigt die Neubesetzung dieser Position seit gut einem Jahr.
Eine Position mit Geschichte
Fast anderthalb Jahrzehnte lang prägte Heiko Schlag das Gesicht der Bank hierzulande, die Assets entwickelten sich in dieser Zeit ebenso erfreulich wie die Ergebnisse. Doch seit seinem Abgang vor rund einem Jahr herrscht Unruhe.
Als Nachfolger wurde Axel Hoffmans berufen, ehemals Leiter des Private Bankings bei der HSBC Deutschland. Doch die Zusammenarbeit funktionierte nicht: Nach nur zehn Monaten legte Hoffmans das Amt im Oktober 2025 aus persönlichen Gründen nieder. Die Nachfolge regelte Julius Bär daraufhin intern. Sven Nykamp, seit Anfang 2011 Leiter der Niederlassungen Hamburg und Kiel, übernahm übergangsweise die Verantwortung für das Kundengeschäft und wurde als Mitglied in den Vorstand berufen.
Nykamp wird den Vorstand wie abgesprochen per 31. August 2026 verlassen, der Bank aber in hochrangiger Funktion in der Kundenberatung erhalten bleiben. „Wir danken Sven Nykamp sehr herzlich für seinen wertvollen und verlässlichen Einsatz während der letzten 15 Jahre in leitender Funktion und zuletzt als Vorstand", sagt Roman Graf, Aufsichtsratsvorsitzender der Bank Julius Bär Deutschland.
Rund 18 Jahre Berenberg, dann das unerwartete Ende
Naeve kam 2007 zu Berenberg, prägte das Wealth and Asset Management der Privatbank maßgeblich. Anfang 2025 rückte er in die erweiterte Geschäftsleitung auf – ein Signal, nachdem in der Branche damit gerechnet wurde, dass er den Partnerkreis erweitern könnte . Doch im Dezember 2025 kam es anders: Im Zuge einer umfassenden Neustrukturierung verließ Naeve Berenberg nach gut 18 Jahren. Das Wealth Management und das Asset Management wurden mit dem Corporate Banking zum neuen Zentralbereich „Corporate, Wealth and Asset Management" verschmolzen, den seitdem Frederik Gottlob leitet.
Bei Julius Bär soll Naeve nun die Wachstumsstrategie vorantreiben. „Mit Klaus Naeve gewinnen wir eine Persönlichkeit mit klarer Kundenorientierung, tiefgreifender Marktkenntnis und starker Führungskompetenz. Ich bin überzeugt, dass er uns bei der Umsetzung unserer ambitionierten Wachstumsstrategie unterstützen und das Leistungsversprechen von Julius Bär für unsere anspruchsvolle Kundschaft weiter schärfen wird", erklärt Thomas Frauenlob, Co-Head Western Markets & Switzerland bei Julius Bär.
Personaltausch auf oberster Ebene
Die weitere Vorstandsstruktur der Bank Julius Bär in Deutschland bleibt stabil: Thomas Falk als CFO und CRO sowie Markus Mrasek als COO agieren weiterhin im Vorstand. Die Deutschland-Tochter, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Julius Bär Gruppe in Zürich, ist mit Standorten in Frankfurt am Main, Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Kiel, Mannheim, München, Stuttgart und Würzburg vertreten.
Dass Naeve nun ausgerechnet zu Julius Bär wechselt, hat eine besondere Pointe. Denn mit Sven Friske hatte die Schweizer Privatbank zuvor einen erfahrenen Mann an Berenberg verloren. Friske, der bei Julius Bär mehr als zehn Jahre lang eine Frankfurter Niederlassung geführt hatte, wechselte im Frühjahr 2025 zur Hamburger Privatbank und leitet dort heute das Wealth Management. Julius Bär verlor also einen langjährigen Kenner an Berenberg – und holt sich mit Naeve nun einen anderen zurück.