Zusammenarbeit statt Konkurrenz Fintechs wollen schnell mit den „Großen“ spielen

Wie viele Fintechs eine Kooperation mit etablierten Anbietern planen (in Prozent)

Wie viele Fintechs eine Kooperation mit etablierten Anbietern planen (in Prozent)

Ein Großteil der Fintech-Unternehmen will möglichst schnell mit den etablierten Anbietern in der Finanzbranche kooperieren. Rund 65 Prozent planen eine Partnerschaft innerhalb der nächsten zwölf Monate, wie aus einer aktuellen Studie der Beratungshäuser Endava und Kommalpha hervor geht.

Doch noch hält sich die Begeisterung bei den großen Anbietern zurück. „Aktuell liegt die Kooperationsbereitschaft noch eher vereinzelt vor und ist nicht in der breiten Masse der Institute angekommen. Generell sind kleinere Häuser auch etwas offener, als die großen, etablierten Player“, sagt Matthias Bader vom Fintech Modelogiq.



Ein Ziel, mehrere Wege

Wie eine Partnerschaft oder Kooperation dabei genau aussehen soll, darüber gibt es keine einheitliche Meinung bei den Teilnehmern der Studie. Firmen, deren Kunde die Finanzbranche ist, möchten Kundenbeziehungen auf- und ausbauen. Hier sind den Autoren zufolge Modelle denkbar, bei denen Fintech-Unternehmen ihre angebotenen Softwarelösungen in Zusammenarbeit mit einem starken Partner weiterentwickeln.

Dadurch könnten positive Effekte für beide Seiten entstehen, da der Finanzdienstleister eine auf seine Bedürfnisse abgestimmte Lösung erhält und das Fintech-Unternehmen durch direktes Feedback und den Zugang zur Finanzwelt die Qualität der angebotenen Software nachhaltig verbessern kann.

„Der vielleicht größte Vorteil etablierter Finanzdienstleister gegenüber jungen Fintechs ist der Zugang zu einer großen Anzahl an Kunden. Einen solchen Vorsprung durch organisches Wachstum aufzuholen könnte Jahre dauern oder ist vielleicht auch gar nicht möglich“, sagt ein Fintech-Unternehmer, der an der Studie teilgenommen hat.

Auch Firmen, deren Dienstleistungen auf den Endkunden ausgerichtet sind und somit teilweise in Konkurrenz zur Finanzbranche stehen, signalisieren Kooperationsbereitschaft in unterschiedlicher Form. Für die meisten Fintechs ist zudem eine Kooperationen in der Abwicklung mit Banken und Indexfonds-Anbietern auf der Produktseite sogar notwendig, da ihnen eine Banklizenz oder ähnliche Aspekte fehlen.

Auch eine Zusammenarbeit zur Weiterentwicklung des eigenen Leistungsspektrums ist für einige Fintechs interessant. Ebenso kann eine Kooperation mit Unternehmen außerhalb der Finanzbranche Möglichkeiten bieten. Entsprechend ihrer Kooperationsbereitschaft sehen sich die Start-ups selbst gegenüber der Asset-Management-Branche. Über 70 Prozent sehen sich als Partner und nur knapp 30 Prozent empfinden sich als wirkliche Konkurrenz zu den etablierten Anbietern.

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