Zur Steigerung der Rentabilität Bethmann Bank muss mehr als 100 Arbeitsplätze abbauen

Horst Schmidt ist Vorstandsvorsitzender der Bethmann Bank mit Sitz in Frankfurt

Horst Schmidt ist Vorstandsvorsitzender der Bethmann Bank mit Sitz in Frankfurt

Nach Informationen des „Handelsblatts“ soll der Abbau der Arbeitsplätze bei der Bethmann Bank sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. Ziel des Stellenabbaus sei die Steigerung der Rentabilität der Privatbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Zudem soll mithilfe einer Online-Kundenplattform, die laut Informationen aus Branchenkreisen Ende des Monats an den Start geht, die Digitalisierung des Hauses vorangetrieben werden.

Der niederländische Finanzkonzern ABN Amro will sich den Informationen nach künftig verstärkt der Betreuung vermögender Privatkunden auf den Kernmärkten in Nordwesteuropa widmen. Zu diesem Zweck hat die Muttergesellschaft der Bethmann Bank bereits im Dezember 2016 ihr Privat-Banking-Geschäft in Hongkong, Singapur und Dubai mit einem verwalteten Vermögen in Höhe von rund 20 Milliarden US-Dollar an die Lichtensteiner LGT Bank verkauft. Das entspricht den Angaben zufolge etwa zehn Prozent der von ABN Amro insgesamt weltweit betreuten Gelder im Private Banking.

Hierzulande machte die Bethmann Bank im November 2016 mit einer Vertriebskooperation mit der MK Anleger Gesellschaft auf sich aufmerksam. Mit der Zusammenarbeit wollte die Privatbank ihr Geschäft mit unabhängigen Vermögensverwaltern weiter ausbauen. Zuletzt verlor das Bankhaus Marcus Engelhorn an Vontobel, der als Direktor Vermögensmanagement vermögende Kunden in Norddeutschlands beriet.

Bei der Betreuung vermögender Privatkunden in Deutschland hat sich die Bethmann Bank vor allem dank der Übernahme des deutschen Privatkundengeschäft der Credit Suisse 2015 auf Rang drei geschoben und damit vorbei an der Schweizer UBS. Davor stehen die Deutsche Bank und die Commerzbank. Die Bethmann Bank verwaltet den Angaben zufolge Kundengelder von rund 38 Milliarden Euro.