Zum Wohle des Landes Ölfonds pumpt Öl aus dem Portfolio

Yngve Slyngstad ist Chef von Norges Bank Investment Management, einem Ableger der norwegischen Zentralbank. | © Getty Images

Yngve Slyngstad ist Chef von Norges Bank Investment Management, einem Ableger der norwegischen Zentralbank. Foto: Getty Images

Der norwegische Staatsfonds Government Pension Fund Global, GPFG, verbannt Aktien und Anleihen von Unternehmen, deren Geschäft auf fossilen Energieträgern beruht, aus seinem Portfolio. Das hat das Parlament in Oslo am Mittwoch mit großer Mehrheit beschlossen. Laut einem Bericht der „Börsen-Zeitung“ sind von dem Verkauf Aktien und Anleihen im Wert von 13 Milliarden US-Dollar betroffen. Allerdings sollen in erster Linie Beteiligungen an reinen Ölförderunternehmen und Kohlekonzernen zum Verkauf stehen.

Welche Unternehmensbeteiligungen der sogenannten Ölfonds verbannen wird, entscheiden das Finanzministerium und die Zentralbank, die Norges Bank, als Verwalterin des Fonds. Laut der britischen Zeitung „The Guardian“ stehen Beteiligungen an etwa 150 Ölproduzenten sowie acht Kohlekonzerne zur Disposition.

Eigentümer des größten Staatsfonds mit Geldanlagen von rund 931 Milliarden Euro ist das norwegische Finanzministerium, während das Management der Milliarden an die Zentralbank delegiert wurde. Mit einer über Länder, Sektoren und Unternehmen diversifizierten Anlagestrategie versuchen die Vermögensverwalter um Yngve Slyngstad, Vorstand (CEO) des Notenbank-Ablegers Norges Bank Investment Management (NBIM), an der globalen Wertschöpfung zu partizipieren, während sie individuelle Risiken durch Streuung auf ein Mindestmaß reduzieren. 

Schon seit Jahren verfolgt die Zentralbank in Oslo Pläne, die Anfälligkeit der staatlichen Vermögenswerte, des Staatshaushalts und der heimischen Wirtschaft für den Fall eines nachhaltigen Rückgangs der Öl- und Gaspreise zu reduzieren. Das sei möglich, wenn der Ölfonds nicht länger in Unternehmen aus dem Energiesektor investiert, wird argumentiert. Vor diesem Hintergrund trennt sich der Staatsfonds nun von milliardenschweren Beteiligungen. Nach jüngsten Angaben hält der Ölfonds Beteiligungen an 9158 Unternehmen in 73 Ländern.