ANZEIGE

Zunehmende Unsicherheiten Was frühere Straffungszyklen für das Hier und Jetzt signalisieren

Seite 2 / 2

Die Eröffnung einer neuen Front im Nahen Osten, zusätzlich zum Krieg in der Ukraine, deutet auf zunehmende Unsicherheiten und Verwundbarkeiten hin. Es ist zwar noch zu früh, um die vollständigen Auswirkungen der Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der Hamas abschätzen zu können, doch wir beobachten mit Blick auf die Ölversorgung das Risiko einer weiteren Eskalation durch zwei wichtige erdölexportierende Länder:

  • Eine verringerte Wahrscheinlichkeit der diplomatischen Normalisierung zwischen Saudi-Arabien und Israel und der damit verbundenen Steigerung der saudischen Produktion.
  • Die Risiken für die iranische Ölproduktion tendieren nun eher nach unten.

… und US-Wahlen

In Kürze beginnen die parteiinternen Vorwahlen für die 60. US-Präsidentschaftswahl am 5. November 2024. Derzeit sind Präsident Joe Biden und sein Vorgänger Donald Trump die wahrscheinlichsten Kandidaten, die im nächsten Sommer von den Demokraten und den Republikanern nominiert werden dürften. Zum jetzigen Zeitpunkt macht es natürlich wenig Sinn, über die Ergebnisse zu spekulieren.

Wir wissen jedoch aus vorherigen Kampagnen, dass die Zustimmungsrate zum Präsidenten ein guter Indikator ist, um die Chancen des Amtsinhabers in den bevorstehenden Wahlen abzuschätzen. Gleichzeitig weist die Zustimmungsrate zum amtierenden US-Präsidenten eine robuste Korrelation mit der Entwicklung des Verbrauchervertrauens auf. Anleger tun daher gut daran, diesen Indikator in den kommenden Monaten genau im Blick zu behalten.

 

Vorsichtigere Vermögensallokation: Gründe für unsere Umpositionierung

In der Schlussfolgerung bewirken die folgenden Faktoren unsere vorsichtigere Vermögensallokation und die Herabstufung unserer Aktienposition von neutral auf untergewichtet:

  • eine anhaltend restriktive Geldpolitik
  • eine Versteilung der Renditekurve durch höhere langfristige Renditen
  • die anhaltende Straffung der Finanz- und Kreditbedingungen
  • eine erwartete Verlangsamung des Wirtschaftswachstums, die sich negativ auf die Unternehmensgewinne auswirken wird
  • eine Zunahme geopolitischer Risiken, die zu einem weiteren Anstieg der Ölpreise führen könnte

In unserer regionalen Aktienallokation haben wir unser Exposure in Schwellenländern von übergewichtet auf neutral reduziert: Der zunehmende Druck durch hohe US-Zinsen und den starken US-Dollar stellt die Schwellenländer vor Hürden. In Aktien der Eurozone sind wir derzeit untergewichtet, in anderen Regionen sind wir neutral positioniert.

Nach den negativen Monaten, die im August und September verzeichnet wurden, scheint sich die Marktstimmung leicht beruhigt zu haben. Wir sind jedoch der Ansicht, dass es noch zu früh ist, um Aktien wieder ins Portfolio zu kaufen. In der aktuellen Phase des Wirtschaftszyklus bevorzugen wir defensive Sektoren.

Es liegt an den Notenbanken, das Abwärtspotenzial zu begrenzen: Kommunikation oder Maßnahmen der Zentralbanken, die eine strategische Neuausrichtung signalisieren, könnten Risikoanlagen stützen. Wir gehen jedoch davon aus, dass von dieser Seite noch nichts zu erwarten ist, solange die Konjunkturdaten sich nicht drastisch verschlechtern.

Angesichts des skizzierten Hintergrunds bevorzugen wir Staatsanleihen und hochwertige Anleihen als Carry-Quellen und bleiben weiterhin in Schwellenländer-Anleihen investiert, um von den attraktivsten Carry-Möglichkeiten und der Dekorrelation ihrer geld- und fiskalpolitischen Zyklen zu profitieren.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
Danke für Ihre Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen