Unabhängige Vermögensverwalter Zielsetzung ist immer, das bestehende Stiftungskapital im Kern zu erhalten

Christian Hußmann

Christian Hußmann

Im klassischen Fall arbeiten Stiftungen und Vermögensverwalter zusammen, wenn es um Entscheidungen bei der Kapitalanlage geht. Sicherlich bleibt die Anlage des Stiftungsvermögens auch zukünftig die Kernaufgabe des Vermögensverwalters. Dennoch sind wir der Überzeugung, dass professionelle und unabhängige Verwalter für Stiftungen weit mehr leisten können, als nur das Geld anzulegen.

Vorteil Netzwerk

Schon bei der Gründung einer Stiftung können Vermögensverwalter Hilfestellungen und Unterstützung geben. Vermögensverwalter verfügen nicht selten über ein großes Netzwerk, zu dem auch Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater zählen. Diese Kontakte sind nicht nur hilfreich, wenn es um das Einwerben von Spendengeldern für konkrete Projekte oder für die Stärkung des Stiftungskapitals geht.

Bereits zum Zeitpunkt einer Stiftungsgründung können diese Kontakte einen erheblichen Nutzen haben. Etwa bei der Frage, ob es sich lohnt, eine Stiftung zu gründen, welche Grundvoraussetzungen der Stifter erfüllen muss oder welche Rechtsform (rechtsfähige Stiftung, Treuhandstiftung) die geeignete ist.

Oft kommt der Anstoß, überhaupt über eine Stiftungsgründung nachzudenken, vom Vermögensverwalter. So begleiten wir auf unsere Anregung hin aktuell drei Kunden bei der Stiftungsgründung. Von den insgesamt neun Stiftungen, bei denen wir derzeit aktiv sind, haben wir drei Stiftungen bei der Gründung und Umsetzung quasi von der Pike auf begleitet. Sämtliche Stiftungen verfolgen gemeinnützige und/oder karitative Zwecke.

Das Netzwerk von Vermögensverwalter und anderen unabhängigen Experten kann auch die Zusammenarbeit mit der Stiftungsaufsicht erleichtern. So etwa bei der Ausformulierung des Stiftungszweckes und der erforderlichen Satzung über die Aufstellung des Wirtschafts- und Finanzplanes und bei der Definition und Formulierung der verbindlichen Anlagegrundsätze bis hin zur Auswahl der richtigen Bankpartner.

Auch als Mitglied des Stiftungsvorstands kann ein Vermögensverwalter hilfreich sein. Dabei kommt dem Vermögensverwalter als Schnittstelle oder Klammerfunktion der verschiedenen Beteiligten eine erhebliche Bedeutung zu. Im Vordergrund steht dabei natürlich die Aufgabe, eine optimale Anlagestrategie unter Berücksichtigung des Finanz- und Wirtschaftsplanes der Stiftung zu verfolgen.

Schon die Generierung von Erträgen aus dem bestehenden Vermögen ist im aktuellen Marktumfeld mit historisch niedrigen Zinsen eine besondere Herausforderung. Zielsetzung ist immer, das bestehende Stiftungskapital im Kern zu erhalten. Dabei bildet die Einschätzung des Vermögensverwalters hinsichtlich der Risikotragfähigkeit unterschiedlicher Anlageformen eine wichtige Grundlage.

Unabhängig und objektiv

Darüber hinaus kann die Erfahrung eines unabhängigen Vermögensverwalters bei der Implementierung eines Anlageausschusses und bei der Durchführung regelmäßiger Anlageausschusssitzungen eine große Hilfe sein. Besondere Bedeutung hat seine Tätigkeit in diesem Gremium im Zusammenhang mit der Anlage und der Überwachung des Stiftungskapitals.

Unter dem Strich lässt sich festhalten, dass eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit einem freien Vermögensverwalter deutlich mehr Vorteile bietet, als auf den ersten Blick erkennbar sind. Durch ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit von Banken oder anderen Finanzinstituten ist die Beratung und Betreuung der Kunden in der Regel objektiver und die Kostenstruktur entsprechend transparent.