Family-Office-Expertin im Interview „Gerade Hochvermögende können relevante realwirtschaftliche Effekte erzielen“

Yvonne Brückner von Resfutura

Yvonne Brückner von Resfutura: Die Family-Office-Expertin befragt Hochvermögende und ihre Dienstleister zu Nachhaltigkeit und ESG. Leser des private banking magazins können davon profitieren. Foto: Resfutura

Rund ein Viertel – so groß soll der durchschnittliche Anteil eines Family-Office-Portfolios sein, der künftig in nachhaltige Anlagen investiert wird. Das jedenfalls legt eine internationale Studie der UBS nahe, nach der die Vertreter der Family Offices innerhalb der kommenden fünf Jahre 24 Prozent des investierten Vermögens in ESG-integrierte Anlageklassen investieren wollen. Über die Hälfte der Family Offices ist schon nachhaltige Investments allokiert – besonders westeuropäische und asiatische Hochvermögende nehmen dabei eine Vorreiterrolle ein, erklären die UBS-Analysten.

Für Yvonne Brückner, die als frühere Finance-Professorin das Institut für unternehmerische Zukunftsstrategien Resfutura etabliert hat und leitet, ist der zunehmende Fokus der Hochvermögenden auf ESG- und nachhaltige Anlagen rational betrachtet logische Konsequenz mehrerer Faktoren: „Es ist wissenschaftsseitig unzweifelhaft, dass eine Transition hin zu wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Nachhaltigkeit zwingend ist, um unsere Umwelt, die Gesellschaft und damit letztlich auch die Wirtschaft für die kommenden Generationen zu stabilisieren“, erklärt Brückner. Und weil gerade auch die kommenden Generationen betroffen sind, seien Family Offices, die generationsübergreifend investieren, besonders von diesen Entwicklungen berührt. Allerdings verunsichere die diesbezüglich noch frühe Entwicklungsstufe der Märkte zusammen mit der bisher vorherrschenden regulatorischen Unschärfe viele Vermögensinhaber.


Leser des private banking magazins können hier an der Umfrage teilnehmen – und erhalten dafür exklusive Einblicke in die Nachhaltigkeitsstrategien Hochvermögender.


Gleichzeitig besteht auch seitens anderer Akteure ein Interesse daran, Hochvermögende zu nachhaltigeren Investoren zu transformieren. „Die Politik reguliert die Wirtschaft im Zuge dieser Transition offenkundig nicht nur direkt, sondern auch über den Finanzsektor, indem sie Kapital in nachhaltige Verwendungen lenkt“, erklärt Brückner und ergänzt: „Entsprechend dürften gerade Hochvermögende aufgrund der Volumina ihrer Investitionen relevante realwirtschaftliche Effekte erzielen können.“

Wie allerdings nachhaltige Investitionen – insbesondere in der Dach-Region – aussehen, die Hochvermögende etwa über ihre Family Offices tätigen, wurde bisher kaum beleuchtet. Außer einigen Teilumfragen in größeren Studien ist die Datenlage zu Sustainable Wealth und den Hochvermögenden bisher dürftig. „Da deren Vermögen – anders als die Anlagen institutioneller Investoren – vergleichsweise frei allokiert werden können, erscheint die Frage, welche Bedeutung Nachhaltigkeitsaspekten in deren Strategien zukommt und wie sie gegebenenfalls umgesetzt werden, ausgesprochen interessant und diesbezügliche Transparenz entsprechend wertvoll“, schlussfolgert Brückner.

 

Interessant seien vor diesem Hintergrund der Status Quo der Nachhaltigkeitsbemühungen hochvermögender Akteure, außerdem ihr eigenes Verständnis von Nachhaltigkeit, entsprechende Investmentpräferenzen und -kriterien sowie Hürden. Neben den Befragungen von UHNWIs selbst forscht Brückner dabei auch in deren Umfeld: „Im Kontext eines breiten Schwerpunktvorhabens beleuchtet Resfutura als anwendungsorientiertes Forschungsinstitut in einer Studie bislang einmaliger Breite aktuell, welche Erfahrungen Vermögensverwalter, Asset Manager und verwandte Dienstleister bislang mit ihren hochvermögenden Kunden im Hinblick auf Nachhaltigkeitsaspekte gemacht haben“, erklärt sie. Wichtig sei das gerade deshalb, weil Adressen, die sich bislang nicht aktiv nachhaltig positionieren, mittels direkter Befragung kaum zu erreichen seien: Niemand nimmt an Studien zu Themen teil, die für ihn „kein Thema“ sind. Die Außenperspektive von Dienstleistern hochvermögender Kunden sei daher für die Aussagekraft der Befunde wesentlich.

Leser erhalten nach Teilnahme exklusive Einblicke

Auch Leser des private banking magazins können hier bis zum 31. Juli an der Erstellung der Studie mitwirken und erhalten im Gegenzug Einblicke in die finalen Ergebnisse der Untersuchung. Dafür müssen sie nur zeitnah einen Online-Fragebogen ausfüllen, der in 10 bis 12 Minuten beantwortet werden kann – und hier zu finden ist. „Es ist ausgesprochen wichtig, möglichst viele Dienstleister hochvermögender Kunden für eine Teilnahme zu gewinnen, um ein möglichst repräsentatives Bild zu zeichnen und wertvolle Learnings ableiten zu können“, erklärt Brückner – und hofft auf die Teilnehme vieler Vermögensverwalter, Asset Manager und weiterer Dienstleister, die sich der Relevanz des Themas bewusst sind.