World Wealth Report HNWIs wünschen sich vermehrt hybride Beratungsmodelle

Screenshot vom Deckblatt des aktuellen World Wealth Reports der Beratungsfirma Capgemini. | © Capgemini

Screenshot vom Deckblatt des aktuellen World Wealth Reports der Beratungsfirma Capgemini. Foto: Capgemini

Die Vermögensverwaltung wird hybrid: Laut World Wealth Report der Beratungsfirma Capgemini wünschen sich High Net Worth Individuals (HNWIs) vermehrt hybride Beratungsangebote bei der Anlage und Verwaltung ihres Vermögens. Hybride Ansätze verbinden eine digital gesteuerte Vermögensverwaltung mit einem menschlichen Berater.

Je etablierter die Geschäftsbeziehung mit dem Vermögensverwalter, desto mehr steigt die Bereitschaft der Hochvermögenden, hybride Beratungsmodelle zu nutzen. Zu Beginn der Zusammenarbeit hingegen bevorzugen fast zwei Drittel der HNWIs (60,2 Prozent) den direkten Austausch mit einem persönlichen Vermögensverwalter.

In dieser Phase gehe es nämlich darum, die individuelle Situation des Kunden zu verstehen und das Risikoprofil zu erstellen. Sobald die Investmentstrategie erstellt und umgesetzt werde, nehme die Bedeutung persönlicher Beratung bereits deutlich ab. Nach Abschluss der Dienstleistung, im sogenannten After Sales, besteht beim Investment-Reporting nur noch bei 37,5 Prozent der Befragten ein Bedarf an persönlichem Kontakt, gegenüber 42,7 Prozent an Hybrid- und 19,7 Prozent an Automatisierungslösungen.

Bevorzugte Interaktion mit Wealth-Management-Dienstleistungen

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 Quelle: Capgemini Financial Services Analysis. 2017

Der Report kommt zu dem Schluss: Hybride Beratungsmodelle geben Vermögensverwaltungen die Möglichkeit, einen besseren Service für ihre Kunden anzubieten und den Herausforderungen des Marktes zu entsprechen. „Die Ergebnisse zeigen, dass hybride Beratungsangebote bei der Vermögensverwaltung eine immer größere Rolle spielen“, sagt Klaus-Georg Meyer, Leiter Unternehmens- & Technologieberatung für Finanzdienstleistungen Deutschland bei Capgemini.

Banken hätten den Trend zwar erkannt, beim Auf- und Ausbau würden sie jedoch meist noch zögerlich vorgehen und nur kleine Schritte wagen. Dies werde aber nicht ausreichen, um in dem zunehmenden Wettbewerb mit Fintechs bestehen zu können und den wachsenden digitalen und hybriden Anforderungen ihrer Kunden gerecht zu werden, so Meyer.

Die Führungskräfte der Vermögensverwaltungsgesellschaften sind sich der Bedeutung hybrider Beratungsmodelle bewusst, haben aber bisher keine großen Fortschritte erzielt. Das Angebot von hybriden Beratungsleistungen ist für 71 Prozent der HNWIs ein ausschlaggebender Punkt, wenn sie ihr Vermögen bei ihrem bevorzugten Vermögensverwalter sichern wollen.

Die Akzeptanz hybrider Beratungsangebote ist regional und demografisch jedoch unterschiedlich. In Europa und Asien-Pazifik (ohne Japan) sind HNWIs am ehesten dazu bereit, hybride Dienstleistungen in den meisten Phasen des Beratungszyklus in Anspruch zu nehmen.

Zufriedenheit der HNWIs mit hybriden Beratungsmodellen nach Regionen

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 Quelle: Capgemini Financial Services Analysis, 2017

In Nordamerika neigen Hochvermögende am wenigsten zu hybrider Beratung, sind aber dennoch am zufriedensten mit gemischten Bratungsmodellen. Auffällig: Die jüngeren HNWIs (unter 40 Jahre) bevorzugen mittlerweile einen hybriden Ansatz in allen Phasen der Beratungsbeziehung.