private banking magazin: Sie arbeiten inzwischen seit rund zehn Jahren zusammen. Was macht diese Partnerschaft aus?
Wolfram Gerdes: Zehn Jahre Zusammenarbeit bedeuten zunächst einmal, dass beide Seiten die Erwartungen erfüllt haben. Institutionelle Mandate bestehen nur so lange, wie ein Asset Manager dauerhaft überzeugt. Dabei geht es nicht ausschließlich um Performance. Natürlich erwarten wir, dass ein aktiver Manager seine Benchmark über einen längeren Zeitraum schlägt. Genauso wichtig ist aber, dass dies mit einem konsistenten Investmentprozess geschieht.
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private banking magazin: Sie arbeiten inzwischen seit rund zehn Jahren zusammen. Was macht diese Partnerschaft aus?
Wolfram Gerdes: Zehn Jahre Zusammenarbeit bedeuten zunächst einmal, dass beide Seiten die Erwartungen erfüllt haben. Institutionelle Mandate bestehen nur so lange, wie ein Asset Manager dauerhaft überzeugt. Dabei geht es nicht ausschließlich um Performance. Natürlich erwarten wir, dass ein aktiver Manager seine Benchmark über einen längeren Zeitraum schlägt. Genauso wichtig ist aber, dass dies mit einem konsistenten Investmentprozess geschieht.
Kein Manager wird in jedem Quartal outperformen. Entscheidend ist, dass wir nachvollziehen können, warum sich ein Portfolio entwickelt, wie es sich entwickelt. Genau daraus entsteht Vertrauen – und dieses Vertrauen trägt auch durch schwierigere Marktphasen. Allspring hat in diesem Mandat über die vergangenen zehn Jahre im Schnitt jährlich rund 70 Basispunkte Mehrertrag gegenüber der Benchmark erzielt. Das ist im Investment-Grade-Bereich von Unternehmensanleihen ein sehr gutes Ergebnis.
Christian Pachtner: Aus Sicht eines Asset Managers besteht eine langfristige Partnerschaft aus drei Bausteinen: Vertrauen, Transparenz und Kontinuität. Eine Mandatsbeziehung lebt nicht davon, dass jedes Quartal besser verläuft als der Markt. Viel wichtiger ist, dass der Investmentprozess über unterschiedliche Marktphasen hinweg konstant bleibt und der Kunde jederzeit nachvollziehen kann, warum wir bestimmte Entscheidungen treffen.
Unsere Philosophie im US-Investment-Grade-Bereich hat sich seit Jahren nicht verändert: Fundamentalanalyse der Unternehmen, konsequente Bewertung jeder einzelnen Anleihe und daraus ein Portfolio aufzubauen, das langfristig Mehrwert schafft.
Warum halten Sie in dieser Anlageklasse an aktivem Management fest?
Pachtner: Gerade im Investment-Grade-Bereich unterscheiden sich Rentenmärkte deutlich von Aktienmärkten. Rentenindizes gewichten Emittenten nach ihrem ausstehenden Schuldenvolumen. Das bedeutet vereinfacht gesagt: Je mehr Schulden ein Unternehmen aufgenommen hat, desto größer ist sein Anteil im Index. Das muss aus Anlegersicht nicht zwangsläufig attraktiv sein.
Deshalb sehen wir hier klare Vorteile für aktives Management. Über die vergangenen zehn Jahre haben rund 80 Prozent der aktiven Manager in diesem Segment ihre Benchmark geschlagen. Der Mehrwert entsteht vor allem durch die Auswahl einzelner Emittenten und Anleihen – nicht durch Wetten auf die Zinsentwicklung.
Gerdes: Ein ETF bildet eine Benchmark sehr kostengünstig ab. Das ist grundsätzlich sinnvoll. Wer sich jedoch für aktives Management entscheidet, erwartet zu Recht einen Mehrwert. Deshalb muss ein aktiver Manager seine Benchmark langfristig schlagen. Gelingt das dauerhaft nicht, stellt sich zwangsläufig die Frage, ob ein passives Produkt die bessere Alternative wäre.
Risiko und Rendite gehören dabei immer zusammen. Ein Mandat wird mit einem klar definierten Risikoprofil vergeben. Innerhalb dieses Rahmens erwarten wir eine nachhaltige Outperformance.
Warum haben Sie sich damals gerade für US-Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating entschieden?
Gerdes: Ausgangspunkt jeder institutionellen Kapitalanlage ist die strategische Asset-Allokation. Wir investieren weltweit und legen großen Wert auf Diversifikation. Deshalb gehören die USA als größter Kapitalmarkt selbstverständlich dazu. Innerhalb unseres Rentenportfolios bevorzugen wir Unternehmensanleihen gegenüber Staatsanleihen.
Zum einen bieten sie bei vergleichbarem Risiko in der Regel einen Renditeaufschlag. Zum anderen spielen bei uns Nachhaltigkeitsaspekte eine Rolle. Als kirchliche Versorgungskasse investieren wir beispielsweise nicht in Staatsanleihen von Ländern, die die Todesstrafe anwenden. US-Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating passen aber sehr gut in unsere langfristige Anlagestrategie.