Caroline Pötsch-Hennig von J.P. Morgan „Wir wollen unsere Kundenbasis in fünf Jahren mindestens verdoppeln“

Caroline Pötsch-Hennig leitet seit 2023 als Head of the Private Bank for Germany die deutsche Private Bank von J.P. Morgan.

Caroline Pötsch-Hennig leitet seit 2023 als Head of the Private Bank for Germany die deutsche Private Bank von J.P. Morgan. Bildquelle: J.P. Morgan

private banking magazin: Frau Pötsch-Hennig, Sie leiten seit Juli 2023 die deutsche Privatbank von J.P. Morgan. Seitdem hat sich sowohl personell als auch inhaltlich einiges verändert. Was ist Ihr Plan?

Caroline Pötsch-Hennig: Wir möchten das starke Wachstum der vergangenen Jahre fortsetzen und in den nächsten fünf bis zehn Jahren unsere Marktanteile erheblich ausbauen. Dabei haben wir uns in Bezug auf die Kundengruppen breiter aufgestellt. Historisch gesehen waren wir auf die ganz großen Vermögen, wie Single Family Offices, fokussiert. Heute betreuen wir auch mittelständische Unternehmer, Private-Equity-Manager, Top-Führungskräfte und erfolgreiche Privatpersonen.

Der nächste große Schritt ist die regionale Expansion. Nach München planen Sie jetzt Hamburg als weiteren Standort. Was war der Auslöser, aus dem bewährten , Frankfurt-zentrierten Modell auszubrechen?

Pötsch-Hennig: Deutschland ist einer unserer zentralen Märkte für organisches Wachstum. Dabei stellt sich die Frage: Welche Talente kann ich gewinnen? Leben diese alle in Frankfurt? In den großen Städten, in denen viele vermögende Familien ansässig sind, können wir unser Netzwerk erweitern. Bei J.P. Morgan möchten wir in den Gemeinden, in denen wir tätig sind, fest verwurzelt sein.

 

Ist die Regionalität auch eine Frage der Kundengruppen? Wenn Sie breiter werden und mehr mittelständische Unternehmer ansprechen – braucht es da die lokale Präsenz?

Pötsch-Hennig: Absolut. Von München aus können wir die gesamte Region – einschließlich Starnberger See, Franken und Augsburg – regelmäßiger betreuen. Dort gibt es viele beeindruckende Mittelständler. München ist zudem ein sehr dynamischer Standort für Private Equity und Innovation. Wir möchten Teil dieses Ökosystems sein.

Das klingt nach einer engen Verzahnung mit dem Corporate Banking. Ist das das Einfallstor für neue Kunden?

Pötsch-Hennig: Ja. In München sind auch unsere Kollegen aus dem Commercial Banking mit einem Team für die Innovation Economy – also Gründer und die Technologieszene – vertreten. Wir arbeiten eng zusammen und bemühen uns, die gesamte Bank für den Kunden zu aktivieren. 

Was braucht man in Deutschland, um Kunden in den Hochvermögen-Segmenten anzusprechen?

Pötsch-Hennig: Erstklassige Beratung mit individuell zugeschnittenen Lösungen ist entscheidend. Proaktivität, Service und Kontinuität sind wichtig. Viele meiner Kollegen sind seit 15 bis 20 Jahren dabei, haben das Geschäft aufgebaut und sind eingespielt. Das spürt der Kunde sofort. Was den Unterschied macht, sind die Menschen: Wie zuverlässig, vertrauenswürdig und erfahren sind sie?

Vertrauen kann man schwer messen. Wo ist diese Initiative nach 15 Jahren erfolgreich, wo müssen Sie noch nacharbeiten?

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