Raus aus der Bank, Teil 2 „Wir wollen die Finanzanwälte unserer Kunden sein“

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Alles schön und gut, fragt sich vielleicht manch ein Kunde, doch was habe ich von dem neuen Wir? Das ist das dritte Argument – das gemeinsame Wertegerüst, welches mit einem eher nicht branchenüblichen Geschäftsmodell einhergeht. KB:D Finanz verdient nicht an den Anlageprodukten: Kick-backs von Produktanbietern werden unmittelbar an die Kunden weitergereicht, Ausgabeaufschläge nicht berechnet. Damit stellen die drei sich allein in den Dienst des Kunden. So nicht anders gewünscht wird eine leistungsbezogene Service-Gebühr in Form eines festgelegten Prozentsatzes auf das betreute Vermögen berechnet. Steigt dies durch Managementleistung und Markt, so partizipiert an erster Stelle der Kunde und am Ende auch die KB:D Finanz. Sollte das Vermögen abnehmen, schmilzt im Gegenzug auch das Honorar. Ein wahres Miteinander: Nur zufriedene Kunden bleiben langfristig treu, sie bilden also die Basis dieses soliden Geschäftsmodelles.

Auch wenn die Honorarfrage schnell geklärt ist, die Beratung dauert länger: Kapitalanlage ist eine Vertrauensfrage. Welcher Risikotyp ist man? Möchte man Angehörige in die Beratung einbinden? Wie nachhaltig darf, soll, muss es sein? Wie leicht zu handhaben? Und was verbirgt sich hinter welchem Fachbegriff? 

Zu jenen Dienstleistern, die die Worte „Finanzen“ und „einfach“ schnell miteinander verknüpfen, zählt sich KB:D Finanz jedenfalls nicht. Vertrauen aufbauen, das dauert. Zufriedene Kunden partnerschaftlich zu begleiten, davon sind Krakat, Bünz und Dormuth überzeugt, zahlt sich allerdings aus.

Das unternehmerische Set-up

Dazu gehört, Kunden auch über die juristischen Grundlagen des Unternehmens zu informieren, speziell über das so genannte Haftungsdach. Wer Vermögen verwaltet, benötigt in Deutschland die Zulassung der Bafin als sogenannter Finanzportfolioverwalter nach Paragraf 32 des Kreditwesengesetzes. Daher wurde sich für die seit 2004 aufgebaute NFS Netfonds entschieden, die nach Prüfung der Sachkunde und Zuverlässigkeit – bei der schon viele Bewerber durchfielen – zügig alle aufsichtsrechtlichen Anforderungen erledigt. Für die Kunden der KB:D Finanz ergeben sich somit keine haftungsrechtlichen Unterschiede, ob sie Kunden einer Bank oder die kompetente Bankberatung und Dienstleistung (KBD) in Anspruch nehmen. „Die NFS gehört“, erläutert Krakat, „zu den größten Haftungsdächern am Markt und kann so auch für unsere Kunden gute Konditionen bei Kooperationspartnern aushandeln.“

Guido Krakat (li.), Timo Bünz (Mitte) und Marcus Dormuth, die drei Gründer der KB:D Finanz (www.kbdfinanz.de)

Wie die NFS logiert auch KB:D Finanz in Hamburg, dem Tor zur Welt. „Einfach hanseatisch: Hier zählt das Wort. Wir stechen gemeinsam in See“, sagt Dormuth. Er ist, obwohl er das Beratungsbüro in Nordrhein-Westfalen führt, stolz auf den neuen Firmensitz. Bünz und Krakat sind dagegen geborene Norddeutsche und einfach nur froh über die neuen Büroräume mit U-Bahnanschluss und Kundenparkplätzen im zentral gelegenen grünen Stadtteil Winterhude, von dem aus sie ihre Kunden in Schleswig-Holstein und Hamburg betreuen.

So mache Hürde wurde im Vorfeld genommen. Der Business-Plan mit allen Zeugnissen und Zertifikaten umfasste mehr als 50 Seiten, über die Gesellschaftsform wurde intensiv diskutiert, der Aufbau der IT unterstützte schließlich ein junges Unternehmen aus dem Netzwerk. Charakteristisch für die KB:D Finanz ist darüber hinaus, dass das, was nach außen versprochen wird – so viel Sicherheit wie möglich, Vertrauen und Zuverlässigkeit -, auch nach innen gilt. Kosten werden geteilt, Kapitalrücklagen zur Stärkung der Unternehmensbasis geschaffen oder etwa eine eigene Solidarrücklage schafft Sicherheit für die Familien der Partner. Auch hier ist alles ausgelegt auf ein langfristiges, vertrauensvolles Miteinander.

Ausführlich wurde über den Namen debattiert. Anfänglich standen eher abstrakte Konstrukte im Vordergrund. Die Entscheidung fiel nach drei Flaschen Rotwein: „Wir wollen die Finanzanwälte unserer Kunden sein“, erinnert sich Dormuth an die Namensfindung, „also werben wir wie Anwälte mit unseren Namen.“

Als der Notarvertrag schließlich unterzeichnet war, feierten die Gründer handfest an der Elbe – in der einen Hand ein Matjesbrötchen, in der anderen ein Astra. Die Hobbies der Gründer sind zwar divers, Bünz gestaltet gern im Garten und genießt ausgedehnte Spaziergänge, Krakat ist begeisterter Segler und Radler, Dormuth spielt leidenschaftlich (Beach)-Volleyball – doch auf Genuss können sich alle einigen.

Die ersten Monate

Der Start von KB:D Finanz verlief dabei geschmeidiger als das erste selbstverdiente Geld. Ob sie Nachhilfeunterricht in Mathematik gaben (Krakat), als Tellerwäscher im Landgasthof der Eltern aushalfen (Bünz) oder als Teenager für die Post Pakete und Kataloge zustellten (Dormuth), wenige Monate nach der Gründung sind die im Business-Plan formulierten Erwartungen bereits übertroffen.

„In der Welt des Business sind zumeist die am erfolgreichsten“, zitiert Dormuth Warren Buffett, „welche tun, was sie lieben.“ Die Idee des kleinen, feinen Familiy Offices hat schon zahlreiche Kunden angezogen, über persönliche Empfehlungen ist der Kundenstamm gewachsen. Zudem haben auch frühere Kunden, die die vertrauensvolle Arbeit des Trios schätzen, den Weg zu ihnen gefunden.

Alles weist so darauf hin, das KB:D Finanz mit den Kunden im Einklang ist. Genauer gesagt: im Dreiklang. Drei Töne – und damit wäre man wieder bei der magischen Drei – ergeben einen Akkord, die Basis der abendländischen Harmonik in der Musik. Das Wort Akkord selbst – zurückgehend auf das lateinische cor, das Herz – bedeutet soviel wie Übereinkunft oder Übereinstimmung. Die Basis von KB:D Finanz – wie ihr Ziel.