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Interview mit Capanum-Gründer und -inhaber Alexander Kapfer, Fondsberater des SQUAD Makro „Wir sind manövrierfähig und unterscheiden uns schon allein dadurch von vielen unserer Mitbewerber“

Alexander Kapfer, Gründer und Inhaber der Vermögensverwaltung Capanum und Fondsberater des SQUAD Makro

Alexander Kapfer, Gründer und Inhaber der Vermögensverwaltung Capanum und Fondsberater des SQUAD Makro Foto: Squad Fonds

Herr Kapfer, Sie stehen seit fast zwölf Jahren am Ruder des globalen flexiblen Mischfonds SQUAD Makro und haben den Fonds bereits mehrfach durch unruhige Gewässer navigiert. Wie haben Sie die zurückliegenden Turbulenzen bewältigt?

Alexander Kapfer: Grundsätzlich balancieren wir mit dem Fonds das Chance-Risiko-Verhältnis aus und sind nie extrem positioniert. Das hilft uns in solch unruhigen Phasen, den Fonds auf Kurs zu halten – insbesondere dann, wenn sich Szenarien sehr überraschend entwickeln. In einem solchen Umfeld sind üblicherweise die Bereiche, die zuvor stark gestiegen sind, die ersten, die verkauft werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch zu erkennen, dass es kein Patentrezept für das Bewältigen von Krisensituationen gibt, denn jede Krise hat ihre ganz eigenen Spezifika. Eines lässt sich aber allgemein festhalten: Es geht am Ende des Tages immer um die Bewertung – und die nimmt bei unseren Anlageentscheidungen eine Schlüsselrolle ein.

Die Großwetterlage an den Finanzmärkten ist angesichts der Situation in der Ukraine und der anstehenden Zinswende in den USA alles andere als heiter bis wolkig. Wie warm müssen Investoren sich angesichts dieser Herausforderungen in den kommenden Monaten anziehen, wie ordnen Sie die Situation im Vergleich zu zurückliegenden schwierigen Marktphasen ein?

Kapfer: So schwer es auch aus menschlicher Sicht angesichts der aktuellen Tragödie in der Ukraine fällt: Am Ende des Tages sehen wir den Krieg als Verstärker ohnehin bestehender Trends – das gilt insbesondere für die steigende Inflation. Und die Märkte beschäftigt derzeit, wie man darauf reagieren sollte: So steht aktuell zur Debatte, ob die Europäische Zentralbank und vor allem die Fed ihre geldpolitischen Straffungen nicht wieder abbrechen sollte. Aus unserer Sicht sieht der Markt das falsch – möglicherweise, weil die Marktteilnehmer seit zehn Jahren darauf konditioniert sind, dass die Notenbanken die Schleusen öffnen. Wir hingegen gehen eher davon aus, dass die US-Zinsen erhöht werden, denn die Wirtschaft in den USA kann das aktuelle Szenario verkraften. Dafür spricht unserer Einschätzung nach auch, dass die Inflation aktuellen Umfragen zufolge die größte Sorge der US-Amerikaner darstellt. Wenn die Demokraten die kommenden Wahlen gewinnen wollen, müssen sie also handeln. 

Inwiefern können sich Anleger des vermögensverwaltenden SQUAD Makro etwas entspannter zurücklehnen? 

Kapfer: Sie können durchaus ruhiger schlafen, denn der SQUAD Makro ist als Basisinvestment konzipiert und ermöglicht es ihnen, an den Aktienmärkten zu partizipieren, ohne aus dem Bett zu fallen, wenn die Märkte in stürmische See geraten. Dafür sind wir auch bereit, uns zu verändern, wenn sich ein Systemwechsel anbahnt, wie wir es gerade beobachten. Diesen rechtzeitig zu erkennen, entsprechend zu handeln und unsere Freiheitsgrade zu nutzen, sehen wir als unsere Aufgabe an. Sprich: Es gilt innerhalb eines akzeptablen Zeitraums zu erkennen, wo sich Strukturbrüche abzeichnen, um an den sich daraus ergebenden Chancen teilzuhaben. Das sehen wir aktuell beispielsweise bei europäischen Energiewerten, mit denen man bis letztes Jahr zwölf Jahre lang nichts verdient hat. Und dabei hilft es uns, dass wir mit einer Fondsgröße von rund 100 Millionen Euro sehr schnell und zielgerichtet agieren können, uns relativ zügig aus einem Bereich herausziehen und in einen anderen hineingehen können. Einige Mitbewerber agieren aufgrund ihrer Größe hingegen zwangsläufig eher wie ein Tanker und die Portfolios lassen daher keinen klaren Shift über die letzten drei, vier Monate erkennen. Dies kann man sehr einfach in der kurzfristigen Performance ablesen.

Der Name des Fonds deutet es bereits an: Sie agieren hinsichtlich der Allokation des Portfolios anhand eines Top-Down-Ansatzes. Wie gehen Sie konkret vor?

Kapfer: Für uns ist in puncto Allokation eine Frage essentiell: Gibt es das Umfeld überhaupt her, dass wir investiert sind? Sprich: Wird der Wert vom Markt reflektiert und was bin ich bereit zu zahlen? Daher schauen wir von oben, wie sich die Märkte entwickeln. Dass wir uns komplett heraushalten, weil der Markt verrückt spielt, kommt sehr selten vor. Vielmehr schauen wir, welche Bereiche Rückenwind haben und konzentrieren uns auf diese, da sich Chancen leichter in wachsenden Märkten realisieren lassen und sondieren in den jeweiligen Segmenten, welche Titel infrage kommen könnten. Zwar ist dies prinzipiell auch bei Gegenwind möglich, wir halten das jedoch für eine sehr ambitionierte Herangehensweise. Manchmal stoßen wir mit unserer Vorgehensweise hin und wieder an unsere Grenzen: So halten wir etwa den Bereich Cybersecurity aus der Makro-Perspektive für sehr vielversprechend. Aber wir haben auch festgestellt, dass wir in diesem Bereich nicht sagen können, wer Potenzial vom Kaliber Microsoft hat und dass die Werte durchweg sehr teuer sind. Auf Einzeltitelebene funktioniert dieses Thema daher für uns nicht. Aber generell haben wir genug andere Themen auf dem Schirm, bei denen unsere Sichtweise aufgeht.

Inwiefern sehen Sie Ihre Makro-Strategie insbesondere im aktuell herausfordernden Marktumfeld als Vorteil?

Kapfer: Wenn es an den Märkten bergab geht, stehen wir in der Regel deutlich besser da. Umgekehrt sind wir nicht immer bei allen Themen ganz vorn dabei, wenn die Marktakteure Hosianna rufen und die Märkte nach oben gehen. Wir sind zufrieden, wenn wir beispielsweise bei 10 verschiedenen Szenarien bei sieben bis neun besser sind. Unterm Strich landen wir mit unserer Unconstrained-Vorgehensweise in der Langfristbetrachtung immer in den Top 10 bis 20 Prozent unserer Peer Group, aktuell gehört der SQUAD Makro mit einem Plus von durchschnittlich 8,66 Prozent über zehn Jahren sogar zu den Top Ten unter mehr als 1.200 Fonds. Um es einmal mit einem Bild auszudrücken: Man kann die Tour de France auch ohne Etappensieg gewinnen, man darf nur nicht vom Fahrrad fallen. Und das tun wir auch nicht. Letztendlich ist es das, was ein langfristiger Investor und nicht Spekulant von einem guten Fondsmanager erwartet.

Aus welchen Gründen kommt der SQUAD Makro aktuell so gut durch die Krise?

Kapfer: Wir haben schon im Herbst 2020 begonnen, das Portfolio auf ein Marktumfeld mit steigenden Zinsen auszurichten, indem wir den Growth-Bereich reduziert und Value-Titel aufgestockt haben, die zudem von einer steigenden Inflation profitieren. Dieser Fokus hat das Inflationsthema gut aufgefangen – und es wird uns auch noch beschäftigen, wenn der Krieg in der Ukraine hoffentlich kein Thema mehr ist. Vorerst wirkt er allerdings wie ein Brandbeschleuniger und verstärkt den bestehenden Trend. Und die Notenbanken werden reagieren müssen.

Charakteristisch für den SQUAD Makro ist die flexible Steuerung der Investitionsquote. Wann war diese seit Auflegung besonders hoch oder niedrig? Wann haben Sie begonnen, die Cash-Quote auf derzeit rund 30 Prozent hochzufahren?

Kapfer: Wir waren bis etwa Mitte Dezember vergangenen Jahres voll investiert und haben dann in einem ersten Schritt 10 Prozent Cash aufgebaut, weil sich eine zunehmende Volatilität abzeichnete. Ende Januar hat der Markt dann realisiert, dass die US-Notenbank den Fokus auf Inflationsbekämpfung richtet, anstatt auf Marktstabilisierung abzuzielen. Im Februar haben wir dann sukzessive Growth-Positionen weiter abgebaut und die Cash-Quote auf 20 Prozent erhöht. Seitdem haben wir aufgrund der Eskalation in der Ukraine nochmals die Quote heraufgefahren und fühlen uns aktuell mit rund 30 Prozent gut positioniert.

Sie umschreiben Ihre Herangehensweise mit einem Zitat des kanadischen Eishockeyidols Wayne Gretzky: ‚I skate to where the puck is going to be, not to where it has been‘. Sind Sie ein bekennender Eishockeyfan oder wie haben Sie sich dieses Zitat angeeignet? Und wohin steuert der Puck derzeit Ihrer Einschätzung nach?

Kapfer: Ich habe ein Faible für Biographien spannender Persönlichkeiten. Und dabei bin ich auf dieses so schlichte wie geniale Zitat gestoßen, das unsere Makro-Herangehensweise griffig auf den Punkt bringt. Denn es geht letztlich darum zu erkennen, welche Bereiche Rücken- oder Gegenwind haben – und die Börsen sind Antizipationsmechanismen. Dort hat nur Erfolg, wer Entwicklungen antizipiert. Dabei gilt, dass Märkte zwar sowohl im kurz- als auch im langfristigen Bereich sehr effizient sind, im mittelfristigen Bereich zwischen 12 und 36 Monaten überhaupt nicht. In diesem Betrachtungszeitraum bewegen sich die meisten Anleger und hier positionieren wir uns dort, wo der Puck sein wird - oder zumindest in der Nähe. Aktuell führt beispielsweise die Inflation zu steigenden Rohstoffpreisen. Zu diesem Thema skaten wir derzeit sinnbildlich und schauen, welche Aktien sich in diesem Marktumfeld voraussichtlich gut behaupten werden. Als Fondsberater werden wir nicht dafür bezahlt uns nicht zu bewegen oder um einen Index zu schmusen.
Letztendlich ist das der Grund, warum ich mich schon vor so vielen Jahren in die Selbstständigkeit begeben habe – ich wollte Verantwortung übernehmen für das mir anvertraute Kapital.

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