Vorstand von Aegon Asset Management im Gespräch „Wir können unser Know-how erweitern“

Chris Thompson

Chris Thompson: Aegon Asset Management bündelt seine europäischen und amerikanischen Geschäfte. Foto: Aegon Asset Management

private banking magazin: Aus drei wird eins. Seit kurzem tritt Ihr Unternehmen nur noch mit dem Namen Aegon Asset Management am Markt auf. Kames Capital sowie TKP Investments verschwinden als Marke. Wieso ist der Schritt so wichtig, um im globalen Asset-Management-Geschäft bestehen zu können?

Chris Thompson: Wir wollen Aegon Asset Management weiterentwickeln. Indem wir unsere europäischen und amerikanischen Geschäfte zu einer einzigen globalen Unternehmenseinheit zusammenführen, gehen wir den nächsten Schritt. Gleichzeitig optimieren wir unser Geschäftsmodells, das in der Vergangenheit mit regionalen Führungsgremien gearbeitet hat. Im vergangenen Jahr haben wir ein global operierendes Management Board unter der Leitung von Bas NieuweWeme ins Leben gerufen. Die Integration der Marken Kames Capital und TKP Investments ist Teil unserer neuen Ausrichtung. Mit dem Aufbau eines globalen Anlagegeschäfts können wir das volle Potenzial der an mehreren Standorten tätigen Teams bestmöglich ausschöpfen.

Geht es also vor allem um Skaleneffekte?

Thompson: Künftig gibt es noch eine Marke – statt drei Brands. Im Investmentmanagement würden sich, wenn wir die Strukturen nicht verändert hätten, zwei oder drei Analysten mit derselben Aktie befassen. Nun können wir unser Know-how erweitern und vertiefen, indem wir Ressourcen umschichten. 

Für die Anleger soll sich dadurch nichts verändern. Aber was heißt das für Aegon AM? Hebt man Synergien, werden die Research-Kapazitäten größer?

Thompson: Davon gehen wir fest aus. Die Investoren werden davon profitieren, dass sie nun Zugang zur gesamten Bandbreite unserer aktiv verwalteten globalen Anlageexpertise haben. Dazu kommt, dass wir unsere Research-Kapazitäten ausgebaut haben. Beispielsweise verfügt unser Anleihe-Team nun über 140 Experten in den Niederlanden, Großbritannien und den USA.

Aegon AM, Kames Capital und TKP Investments waren in Deutschland unterschiedlich bekannt. Was kann man daraus für die künftig Markenbildung ableiten? Was wird passieren?

Thompson: Wir haben die Markenführung vereinfacht, indem wir zu einem Single Brand übergegangen sind. Dies wird es uns ermöglichen, auf dem Markt als ein durch und durch globales Unternehmen aufzutreten. Auf der operativen Seite können wir nun alle unsere Marketingaktivitäten auf die Marke Aegon AM konzentrieren. Dies schafft Klarheit.

Erhält sich Aegon AM so etwas wie eine europäische Investment-DNA, die sich beispielsweise von einer angelsächsischen Herangehensweise unterscheidet?

Thompson: Davon bin ich überzeugt. Wir sind ein globaler Asset Manager, der die Stärken aus den jeweiligen Regionen – den Niederlanden, Großbritannien und den USA – zusammenführt und sich gleichzeitig auf die lokale Kundenbetreuung in jedem unserer ausgewählten Märkte konzentriert.

Nicht nur am Markenauftritt wurde gearbeitet. Die Organisationen wurden im Hintergrund zusammengeführt. Aegon AM tritt nun mit vier Investment-Plattformen für Fixed Income, Real Estate, Aktien und Multi Asset & Solutions auf. Wie lange und aufwändig war der Weg bis hierhin?