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„Wir entwickeln Projekte unter dem Radar großer Investoren“

Blick auf die Promenade von Rostock

Blick auf die Promenade von Rostock: Die OstseeSparkasse vermittelt über NEXT Generation Invest Investments in dezentrale Energieinfrastruktur.

private banking magazin: Das Thema „marode Infrastruktur“ ist politisch und gesellschaftlich dauerpräsent.
Herr Pannwitt, inwiefern spüren Sie das im geschäftlichen Alltag der Sparkassen?

Karsten Pannwitt: Sehr deutlich – denn Infrastruktur betrifft unmittelbar die Lebens- und Standortqualität in unseren Regionen. Wir als Sparkassen haben einen öffentlichen Auftrag: Wir sichern die finanzielle Grundversorgung, begleiten Investitionen vor Ort und unterstützen die regionale Wirtschaft, insbesondere den Mittelstand.

 Wenn Infrastruktur zum Engpass wird, spüren wir das sofort bei Finanzierungsanfragen, in Investitionsvorhaben und Gesprächen mit unseren Kunden sowie bei kommunalen Projekten.

Was heißt „unterstützen“ für eine Sparkasse konkret?

Pannwitt: Kunden möchten gezielt an regionalen Projekten partizipieren: nachvollziehbar, vor Ort und transparent. Als Sparkasse reagieren wir darauf, indem wir solche Investitionen nicht nur finanzieren und begleiten, sondern auch Produkte anbieten, über die unsere Kundinnen und Kunden an regionaler Zukunftsinfrastruktur teilhaben können.

Dabei ist es uns wichtig, selbst als professioneller Investor gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden in solche Produkte investiert zu sein.

Wie funktioniert das?

Pannwitt: Wir können für uns nicht in Anspruch nehmen, auf allen Themenfeldern jederzeit selbst Experten zu sein oder entsprechendes Spezialwissen dauerhaft vorzuhalten.

Wir setzen deshalb auf Spezialisten und Partner, die im Bereich Infrastruktur den Marktzugang, die Prüfung und das Management übernehmen und Investments so strukturieren, dass sie transparent, investierbar und in der Beratung verständlich bleiben.

Welche Anforderungen stellen Sie dabei an Ihre Partner?

Pannwitt: Für uns muss ein Produkt vor allem verlässlich und erklärbar sein. Das heißt: transparente Strukturen, nachvollziehbare Projekte mit regionalem Bezug und ein Risikoprofil, das zu langfristig orientierten Kunden passt.

Wichtig sind uns saubere Governance, klare Kontrollmechanismen, eine belastbare Pipeline und ein Reporting, das Wirkung und Entwicklung nachvollziehbar macht.

Und wir brauchen einen Partner, der Marktzugang, Prüfung, Umsetzung und laufendes Management beherrscht.

Herr Ressel, wie passt die NEXT Generation Invest dabei ins Bild?

Hannes Ressel: Die NEXT Generation Invest ist eine inhabergeführte, unabhängige und spezialisierte Investmentgesellschaft mit Fokus auf wirkungsorientierte Real-Asset-Investments in Deutschland und Österreich.

Wir strukturieren und managen Fondslösungen in den Bereichen Immobilien und Infrastruktur.
Dabei verbinden wir regionalen Marktzugang mit Strukturierungs- und Managementkompetenz sowie Governance und Reporting nach institutionellen Standards – damit aus regionalen Projekten investierbare Lösungen werden.

Könnten Sie den Ansatz an einem Beispiel skizzieren?

Ressel: Die Energieversorgung in Deutschland befindet sich im Umbruch: weg von zentralen Großkraftwerken hin zu einer dezentralen Struktur.

Wir investieren deshalb in regionale Energieinfrastruktur mit drei Kernbereichen: Photovoltaik und Batteriespeicher als skalierbare Bausteine für günstige, planbare Erzeugung und Flexibilität; Windkraft als zweite Erzeugungssäule; sowie ausgewählte Bioenergie-Projekte als steuerbare, systemstabilisierende Komponente.

Ein Beispiel aus unserem Portfolio ist ein mittelständischer Projektpartner, der aus einem Agrarbetrieb einen regionalen, dekarbonisierten und vertikal integrierten Energiekreislauf aufgebaut hat: Neben Strom aus Wind und Photovoltaik werden aus biogenen Reststoffen erneuerbare Kraftstoffe hergestellt – insbesondere Bio-LNG. Ergänzt wird das System durch Speicher und langfristige Abnahmebeziehungen.

In ausgewählten Projekten entstehen auch CO₂-Zertifikate. Welchen Mehrwert hat das für Investoren?

Ressel: In einzelnen Projekten entstehen verifizierbare CO₂-Effekte – etwa durch Pflanzenkohle oder durch biogene Kreisläufe. Daraus können je nach Projekt handelbare Zertifikate entstehen.
Für Investoren ist das ein zusätzlicher, messbarer Nutzen, der sich in die eigene Klimastrategie integrieren lässt.

Sie entwickeln solche Projekte mit kleinen bis mittleren Volumina …

Ressel: Unsere Rolle ist es, Projekte zu entwickeln und zu finanzieren, die häufig unter dem Radar großer Investoren liegen.

Wir strukturieren diese realwirtschaftlichen Vorhaben gemeinsam mit den Unternehmen, bringen sie mit institutionellem und privatem Kapital zusammen und stellen zugleich sicher, dass den Anforderungen an Governance, Transparenz und Reporting Rechnung getragen wird.

Warum ist auch soziale Infrastruktur Teil des Fonds?

Ressel: Weil sie häufig stabile Ertragsprofile bietet und die Gesamtstruktur glätten kann – etwa über langfristige Nutzungsmodelle. Sie ist eine bewusst dosierte Portfoliokomponente, die taktisch eingesetzt wird.

Welche Rolle spielt der Fonds im Kundenportfolio – und für wen ist er geeignet?

Pannwitt: Für langfristig orientierte Anleger, die Diversifikation und reale Werte suchen.
Infrastruktur kann Portfolios stabilisieren – ersetzt aber kein Liquiditätsmanagement. Dass wir als OstseeSparkasse Rostock selbst investiert sind, ist für viele Kunden ein wichtiges Signal.

 

 

Hannes Ressel - Gründer und Geschäftsführer der NEXT Generation Invest

 Hannes Ressel ist Gründer und Geschäftsführer der NEXT Generation
Invest GmbH, einer unabhängigen Investmentgesellschaft mit Fokus auf wirkungsorientierte Real-Asset-Investments. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Strukturierung, Finanzierung und dem Management von Immobilien- und Infrastrukturinvestments. Zuvor war er in leitenden Funktionen im institutionellen Investmentumfeld tätig, insbesondere im Bereich sozialer Infrastruktur sowie erneuerbarer Energien. Sein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung transparenter, investierbarer Lösungen für institutionelle und semi-institutionelle Anleger in Deutschland und Österreich.

 

 

Karsten Pannwitt - Vorstand der OstseeSparkasse Rostock

Karsten Pannwitt ist seit Januar 2015 Mitglied des Vorstands der
OstseeSparkasse Rostock. Der diplomierte Bankbetriebswirt ist
bereits seit 1997 für die OSPA tätig und verfügt über langjährige
Erfahrung insbesondere im Wertpapier- und Kundengeschäft. In seiner Vorstandsverantwortung betreut er unter anderem die Bereiche Privatkunden, Firmen- und Geschäftskunden, Immobilien sowie Versicherungen. Zudem ist er Vorsitzender des Vorstands der OSPA-Stiftung.

 

 

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