Neuer Finanzdienstleister Willis Towers Watson Investments erhält KWG-32-Lizenz

Einer der beiden Geschäftsführer der neuen Gesellschaft Willis Towers Watson Investments

Einer der beiden Geschäftsführer der neuen Gesellschaft Willis Towers Watson Investments: Nigel Cresswell. Foto: Willis Towers Watson

Die globale operierende Berater Willis Towers Watson hat in Deutschland eine Gesellschaft für Finanzdienstleistungen gegründet, die Willis Towers Watson Investments GmbH. Das Unternehmen soll am 1. Januar 2021 seine operative Arbeit aufnehmen. Geschäftsführer der Gesellschaft sind Nigel Cresswell und David Evans.

Wie ein Sprecher von Willis Towers Watson in Frankfurt auf Nachfrage unserer Redaktion erläutert, hat die deutsche Finanzaufsichtsbehörde Bafin im August dieses Jahres dem Unternehmen die Lizenz für den Betrieb einer Finanzdienstleistungsgesellschaft gemäß Paragraph 32 Absatz 1 Kreditwesengesetz (KWG) erteilt. Im Geschäftsfeld Investment Consulting bedient Willis Towers Watson schon seit vielen Jahren institutionelle Kunden. Dafür benötigt sie eine Finanzdienstleisterlizenz. 

Pläne seit 2018 in der Schublade 

Bislang wird dieses Finanzdienstleistungsgeschäft von Willis Towers Watson (WTW) in Deutschland von der Towers Watson Limited Zweigniederlassung Frankfurt (TWL) durchgeführt. Sitz von Towers Watson Limited ist die Grafschaft Surrey im Süden Englands. Mit dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs fällt die EU-weite Mifid-Passportregelungen weg. Deshalb habe Willis Towers Watson bereits 2018 beschlossen, eine in Deutschland regulierte Gesellschaft für Finanzdienstleistungen zu gründen und eine entsprechende Erlaubnis bei der Bafin beantragt.

Die Willis Towers Watson Investments GmbH soll die bisher von der TWL angebotenen Finanzdienstleistungen in Deutschland nach dem Brexit erbringen. Der Ableger ist auf Investments für institutionelle Anleger spezialisiert, darunter Pensionsfonds, Pensionstreuhandvermögen (Contractual Trust Arrangements (CTAs)), Pensionskassen/Zusatzversorgungskassen und Versorgungswerke. 

Mit der Gründung der neuen deutschen Tochter bleibe das Geschäftsmodell in Deutschland unverändert, erläutert der Sprecher. Man könne weiterhin das volle Dienstleistungsspektrum anbieten. Das Investment-Consulting-Team entwickelt zum Beispiel strategische Portfolios und richtet sie nach Bedarf neu aus. Eine weitere Kernkompetenz sieht der Sprecher in der Auswahl geeigneter Asset Manager zur strategischen Asset-Allokation (SAA). 

Auf langfristige Anlagen spezialisiert 

Geschäftsführer Cresswell kündigt an, dass sich die neue Gesellschaft als globaler Lösungsanbieter mit lokaler Expertise von komplexen Investments für Kapitalanleger im Bereich der betrieblichen Altersversorgung positionieren werde. „Mit der lizenzierten Tochter spezialisieren wir uns auf langfristige Anlagestrategien, die in einem Umfeld von wachsenden regulatorischen Anforderungen am lokalen Kapitalmarkt eingebettet sind.“ 

Als Chef im Investment-Consulting-Geschäft in Deutschland hat Cresswell bereits die Towers Watson Limited, Zweigniederlassung Frankfurt am Main, geleitet.  Zudem ist er für die regulierten Geschäfte in kontinentaleuropäischen Ländern verantwortlich. Cresswell ist außerdem Mitglied des Aufsichtsrats der ebenfalls von der Bafin beaufsichtigten Willis Towers Watson Pensionsfonds AG.

Der zweite Geschäftsführer von Willis Towers Watson Investments, Evans, leitet seit 25 Jahre das operative Geschäft der Towers Watson Limited. Evans wurde zum 1. September 2020 zum Geschäftsführer der Willis Towers Watson Investments GmbH bestellt.