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Die Finvia-Holding bekommt eine neue Geschäftsführung – mit bekannten Gesichtern. Nachdem es bereits am Jahresanfang personelle Ab- und Zugänge gegeben hatte, justiert das Unternehmen abermals nach: Michael Jänsch und Alexander Eimermacher verlassen die Geschäftsführung der Holding nach nur wenigen Monaten wieder – und auch ein Teil des Teams, das mit Jänsch und Eimermacher zur Family-Office-Gruppe gewechselt war, kehrt dem Unternehmen den Rücken. Wohin es die Mitarbeiter zieht, ist noch offen.
Gegenüber der Redaktion bestätigt ein Sprecher von Finvia, dass sich Finvia und das Team um Jänsch und Eimermacher in beidseitigem und bestem Einvernehmen getrennt haben. Der Grund dafür sei gewesen, dass es unterschiedliche Auffassungen dazu gegeben habe, wie die gesteckten Ziele erreicht werden könnten. Eine direkte Nachbesetzung aller Stellen sei nicht geplant, gleichwohl sei man immer auf Suche nach Talenten in allen Family-Office-Bereichen.
Zumindest für die Geschäftsführung der Holding ist eine Nachfolgeregelung gefunden worden, die auch von Dauer sein soll: Anstelle von Eimermacher und Jänsch wechselt Hanna Cimen in die Geschäftsführung, außerdem bleiben Valentin Bohländer und Sonnleitner Mitglied des Führungsgremiums. Mit Cimen kehrt damit ein ehemaliger Geschäftsführer in die Führungsebene der Holding zurück: Im März hatten sich neben Cimen auch Torsten Murke und Christian Neuhaus als Finvia-Mitgründer aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, auch Sonnleitner sollte eigentlich Verantwortung abgeben.
Alle Gründer blieben aber Gesellschafter, außerdem arbeiteten seitdem Reinhard Panse als Investmentchef und Valentin Bohländer als Leiter des operativen Geschäfts weiter operativ für das Unternehmen. Jänsch und Eimermacher – das Duo und weitere Mitarbeiter wechselten im Januar vom Focam Family Office zu Finvia – rückten in die Geschäftsführung der Holding auf.
Management Board soll operatives Geschäft und Geschäftsführung zusammenbringen
Nun also die Rolle rückwärts: Künftig soll das operative Geschäft auch aus den operativen Einheiten heraus geführt werden, dafür soll bis zum Ende des Quartals ein Management Board gegründet werden. In diesem Gremium ergebe sich die operative Geschäftsführung vollständig durch das Zusammenspiel mit weiteren Führungskräften, bestätigt ein Finvia-Sprecher.
Aktuell beschäftigt Finvia – die Abgänge mit eingerechnet – etwa 70 Mitarbeitende, zur Holding gehören neben dem Multi Family Office auch Finvia Capital und Finvia Sports, in der auch der ehemalige Fußballnationalspieler Oliver Bierhoff tätig ist. Der Fokus im Family Office liegt auch auf den eigens entwickelten digitalen Plattformen, mit denen Anlagehürden etwa in den Private Markets abgebaut werden sollen.
Finvia wurde 2020 von Murke, dem früheren Firmenkundenchef der BNP Paribas in Deutschland, und den ehemaligen HQ-Trust-Geschäftsführern Panse und Cimen sowie Neuhaus, Sonnleitner und Bohländer, ebenfalls alle mit HQ-Trust-Vergangenheit, gegründet. Innerhalb weniger Monate nach der Gründung wechselten einige bekannte Namen der Private-Wealth-Branche zu dem Frankfurter Multi Family Office. Zwischenzeitlich beschäftigte Finvia noch über 100 Beschäftigte, Ende 2023 gab es sowohl Abgänge als auch Kündigungen.