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Umfrage Wie verschieden Private Banking und Vermögensverwalter Zertifikate nutzen

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SVM Stühmeyer Vermögensmanufaktur

SVM Stühmeyer Vermögensmanufaktur

Christian Schalk von der SVM Stühmeyer Vermögensmanufaktur

Setzen Sie Zertifikate bei der Geldanlage ein?

Christian Schalk: Wir setzen Zertifikate sowohl in unseren Beratungsmandaten als auch in der Vermögensverwaltung ein, da wir hiermit einerseits besser auf die persönliche Risikoneigung des Kunden eingehen und andererseits unsere Marktmeinung viel genauer abbilden können als mit Delta-1-Produkten wie beispielsweise Aktien.

Welches Gewicht nehmen Zertifikate im Schnitt in einem Portfolio ein?

Schalk: Während in den Beratungsdepots der Kunde selbst entscheidet, welcher Anteil am besten zu seiner Anlagementalität passt, investieren wir in der Vermögensverwaltung bis zu 50 Prozent in Zertifikaten. Ein großes Augenmerk legen wir hierbei auf die Bonität und die Produkt- und Servicequalität der Emittenten. Außerdem gibt es eine Höchstgrenze für die Zertifikate eines Emittenten, um das Ausfallrisiko zu begrenzen.

Hatten früher Zertifikate ein höheres Gewicht bei der Vermögensverwaltung?

Schalk: Die Zertifikate-Quote hat sich in den letzten Jahren mit Werten zwischen 40 und 50 Prozent konstant entwickelt und stark dazu beigetragen, dass unsere Kunden an Aufwärtsbewegungen der Aktienmärkte gut partizipiert und trotzdem in Schwächephasen wie zum Beispiel Anfang 2020 zu Beginn der Covid-19-Pandemie ihr Vermögen weitgehend erhalten haben.

Welche Zertifikate sind das beziehungsweise welche Funktion sollen diese Zertifikate erfüllen?

Schalk: Eingesetzt werden hauptsächlich klassische Discount-Zertifikate, die kostengünstig im Sekundärmarkt erworben werden. Hiermit werden zwei Ziele verfolgt: Erstens kann so auch in Seitwärtsbewegungen des Markts eine attraktive Rendite erzielt werden und zweitens werden in Schwächephasen die Verluste im Vergleich zum Marktdurchschnitt deutlich reduziert. Damit erreichen wir genau das, was viele Anleger sich wünschen und setzen Erkenntnisse aus der Behavioural-Finance-Forschung konsequent um.

Welche Bedeutung haben Zertifikate bei der Absicherung Ihrer Portfolios?

Schalk: Die überwiegend von uns eingesetzten Discount-Zertifikate verfügen durch ihre Konstruktion quasi über einen eingebauten Sicherheitspuffer. Außerdem steigt das Delta – die Partizipationsrate – mit fallenden Kursen und fällt mit steigenden Kursen des Basiswerts, so dass wir automatisch antizyklisch agieren. In speziellen Marktsituationen werden darüber hinaus auch Absicherungen mittels Reverse-Bonus-Zertifikaten auf Aktienindizes vorgenommen. Deren Vorteil ist, dass sich das Marktrisiko gezielt verringern lässt und diese Art der Absicherung – im Gegensatz zu klassischen Put-Optionen – auch von Seitwärtsbewegungen profitiert.

Nutzen Sie Hebelzertifikate?

Schalk: Reine Hebelzertifikate werden nicht von uns eingesetzt, wenngleich die oben erwähnten Reverse-Bonus-Zertifikate natürlich auch je nach Ausstattung und Restlaufzeit über ein Delta verfügen können, das kleiner als minus Eins ist und damit auch über einen Hebelfaktor verfügen. Abgesehen davon würden wir, wenn wir eine besonders ausgeprägte Meinung zu einem Wert haben, dessen Gewichtung erhöhen, um damit sozusagen den Hebel anzusetzen.

Welche Themen sind derzeit bei thematischen Zertifikaten besonders relevant?

Schalk: Themenzertifikate werden nicht von uns eingesetzt, da wir die Auswahl der einzelnen Aktien als unsere eigene Aufgabe ansehen und wir uns hierbei von einer bewährten Fundamentalanalyse leiten lassen und nicht von irgendwelchen Modethemen, die gerade angesagt sind.

Wie beurteilen Sie die Entscheidung zur Verlustrechnung von Termingeschäften?

Schalk: Wir begrüßen es sehr, dass laut BMF-Schreiben vom 3. Juni 2021 Zertifikate und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte gelten und damit die nachteilige Grenze von 20.000 Euro für die steuerliche Verrechnung von Verlusten hier keine Anwendung findet. So können private Anleger auch weiterhin diese Instrumente nutzen, um das Risiko ihrer Portfolios anzupassen, ohne steuerliche Nachteile zu erleiden.

Wie gehen Sie mit dem Thema Emittentenrisiko um?

Schalk: Die von uns eingesetzten Emittenten müssen hinsichtlich ihrer Bonität harte Kriterien erfüllen, so dass mit einer Auswahl von etwa acht Banken gearbeitet wird, die wir als besonders vertrauenswürdig einschätzen. Für jeden Emittenten ist außerdem ein maximaler Anteil am Portfolio definiert. Für Kunden, die das Ausfallrisiko einzelner Emittenten komplett eliminieren möchten, bieten wir seit Februar dieses Jahres die Möglichkeit, den Aktien- beziehungsweise Zertifikate-Teil ihres Portfolios über unseren Fonds SVM Strategie Nr. 1 darzustellen (Anm. d. Red.: ISIN DE000A2QJKQ6). Die bewährte Zertifikate-Strategie wird hierbei synthetisch mit Hilfe von Aktien und Derivaten abgebildet, so dass kein Adressenausfallrisiko mehr vorhanden ist und darüber hinaus noch 30 Prozent der Erträge im Privatvermögen steuerfrei vereinnahmt werden können, da der Fonds die Kriterien des Investmentsteuergesetzes für die Teilfreistellung bei Aktienfonds erfüllt.

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