Windreich-Pleite Wie tief steckt Safra Sarasin drin?

Im September 2013 ging das Öko-Imperium Windreich Pleite. Jetzt haben Anleger eine Beschwerde gegen die Bank Safra Sarasin beim Ombudsmann der deutschen Banken eingereicht, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Demnach fühlen sich die Anleger von der Bank hintergangen. Sie soll Windreich-Anlagen in die Depots der Kunden gepackt haben – egal, welche Investmentstrategie sie verfolgt hätten.

So soll die Bank möglichst viel Geld für Windreich eingeworben haben. Zum Teil sollen die Windreich-Anleihen sechsstellige Beträge in Depots oder 40 Prozent des Gesamtportfolios ausgemacht haben. Laut der Süddeutschen vermuten die Investoren, dass die Bank damals bereits von den finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens gewusst hat. Vertriebsmitarbeiter in Deutschland hätten jedoch die Vorgabe gehabt, ihren Kunden die Anleihen unbedingt zu verkaufen, heißt es in der Beschwerde.

Die Bank habe aber nicht nur Anleihen für das Öko-Imperium abgesetzt, sondern dem Unternehmen auch Geld geliehen: 70 Millionen Euro. Hierdurch habe sie einen Anreiz gehabt, die Geschäfte des Unternehmens am Laufen zu halten. Außerdem habe sich die Bank für den Vertrieb der Anleihen „Provisionen gewähren lassen“, heißt es in der Beschwerde weiter. Diese habe das Unternehmen jedoch anderweitig verrechnet. Dabei hätten sich vorsichtige Anleger noch schriftlich versichern lassen, dass es bei der Bank keinen Interessenkonflikt gibt.

Ein Gläubiger Windreichs hatte im August 2013 den ersten Insolvenzantrag für das Unternehmen gestellt. Dieser Gläubiger soll ausgerechnet die Bank Safra Sarasin gewesen sein. Finanzexperten vermuten laut der Süddeutschen, dass sich die Bank so finanziell absichern wollte. Bei einer Insolvenz würde sie leichter an ihr Geld kommen als über einer zeitaufwendigen Sanierung. Die Rückzahlung des Darlehens sei durch die Vermögenslage so gut wie gesichert. Anleger hingegen müssten um ihr Geld bangen.

Die Bank Safra Sarasin wolle sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Windreich-Chef Willi Balz bestreite jedoch, dass das Unternehmen der Bank Provisionen gezahlt habe.

Bisher verlangten die Anleger 1,3 Millionen Schadenersatz von der Bank.