In der Vermögensverwaltung Wie Technologie die Suche nach direkten Beteiligungen für Family Offices optimiert

Seite 2 / 2

Allerdings bietet die Digitalisierung und die infolgedessen entstandenen technologischen Lösungen viel Potenzial, um die Suche einfacher und systematischer zu gestalten. So schaffen technologische Lösungen für Family Offices im Deal-Sourcing einen echten Mehrwert.

Allein in Deutschland gibt es über 1.000 M&A- und Corporate-Finance-Berater mit relevanten Deals für Vermögensverwalter. Üblicherweise müssen die Asset Manager des jeweiligen Family Offices laufend versuchen mit möglichst vielen von diesen in Kontakt zu bleiben, was sehr zeitaufwendig ist. Hinzukommt die Erstellung von Marketingmaterialien in Form von Flyern oder Newslettern, um die Sichtbarkeit bei den Beratern zu erhöhen.

Die Suche nach Deals kostet Family Offices Zeit und Geld

Dies kostet und bindet Ressourcen bei den Family Offices. Das reine Deal-Sourcing wird damit schnell zu einem Fulltime-Job. Vor dem Hintergrund, dass viele Vermögensverwalter zudem eine relativ schmale Kostenstruktur mit wenigen festangestellten Investment Professionals haben, ist dies natürlich problematisch. Hinzu kommt, dass wenn ein Angebot attraktiv ist, der Fokus eher auf diesem und nicht mehr auf dem Deal-Sourcing liegt.

Kommt die Transaktion nicht zustande, besteht ein Problem, da der Aufbau neuer Opportunitäten vernachlässigt wurde. Genau hierin besteht der große Mehrwert von Plattformen wie DealCircle, die wie eine Art Parship für Unternehmenstransaktionen funktionieren. Denn die Technologielösung informiert die Vermögensverwalter laufend über neue Targets, die sie sonst nicht sehen würden. Stattdessen können sie sich voll und ganz auf die Evaluierung und den Abschluss von Deals konzentrieren. Die Ressourcen beim Family Office können damit deutlich effizienter eingesetzt werden, weil das Softwaretool die zeitaufwendige Kontaktpflege übernimmt.


Family Offices erstellen dazu für ihre Mandaten ein individuelles Suchprofil. Auf der geschlossenen Plattform werden die mit dem Kunden abgestimmten Angaben vertraulich behandelt und sind für andere Nutzer nicht einsehbar. Ein Matching-Algorithmus kann anschließend die Suchmandate mit aktuell gelisteten Unternehmensverkäufen abgleichen und das Family Office proaktiv über passende neue Transaktionen informieren. Dann kann der Kontakt zum jeweiligen Verkaufsberater hegestellt werden. Erst wenn dieser den Interessensbekundungen des Family Offices oder des Mandaten zustimmt, werden die Kontaktdaten ausgetauscht und die erforderlichen Informationen durch den Berater bereitgestellt.

Trotz Pandemie genügend Beteiligungschancen für Family Offices

Unternehmerische Beteiligungen erfahren zunehmende Aufmerksamkeit und können ein interessanter und wertsteigender Baustein im Rahmen der strategischen Allokation eines Vermögens sein. Auch ungeachtet der Pandemie finden sich am Markt immer noch viele Unternehmen mit einer starken Position gegenüber dem Wettbewerb, die in wachsenden Märkten bestens aufgestellt sind und folglich eine hohe Profitabilität erzielen. Für vermögende Familien beziehungsweise Gründer stellen direkte Beteiligungen in diese Firmen somit ein attraktives Investment dar.

Über die Gastautoren:
Kai Hesselmann ist Mitgründer und geschäftsführender Partner (Managing Partner) von Dealcircle. Das Unternehmen bietet eine Technologielösung mit der weltweit größten Datenbank von Such- und Kaufprofilen im Bereich direkter Unternehmensbeteiligung. Kunden sind Family Offices, Private Equity, Management-Buy-ins und Unternehmen.

Thomas Bister ist Gesellschafter und Geschäftsführer beim Tertium Family Office. 
Zuvor arbeitet er unter anderem als Leiter für M&A bei einer Corporate-Finance-Beratung und als Leiter eines Emissionshauses für Beteiligungsangebote. Bister studierte internationale BWL und Rechtswissenschaften. Seine Karriere begann er als Bankbetriebswirt.