Global Pension Index 2021 Wie sich Deutschlands Altersvorsorge besser aufstellen kann

Großvater mit Enkel

Großvater mit Enkel: Der Generationenvertrag steht unter Druck. Foto: Pexels / Cottonbro

Das deutsche Altersvorsorgesystem entfernt sich weiter von den globalen Top-10. Es liegt mittlerweile nur noch auf Rang 14 im Vergleich von 43 Staaten. Zu diesem Schluss kommt der diesjährige Global Pension Index. Er wird seit 2009 vom Beratungsunternehmen Mercer in Kooperation mit dem Australian Centre for Financial Studies erstellt. Reformbedarf für Deutschland erkennen die Autoren vorwiegend bei der Mindestrente und der betrieblichen Altersvorsorge (bAV).

Für die aktuelle Auflage 2021 untersuchten sie die Stärken und Schwächen der Altersvorsorgesysteme von 43 Ländern. Der Index deckt damit laut Mercer knapp zwei Drittel der Weltbevölkerung ab. Der Gesamtindex (zwischen 0 und 100 Punkten) setzt sich aus dem gewichteten Durchschnittswert der drei Unter-Indizes Angemessenheit (mit 40 Prozent gewichtet), Nachhaltigkeit (35 Prozent) und Integrität (25 Prozent) zusammen. Sie sind in insgesamt über 40 Kriterien unterteilt.

Island und Niederlande stehen weiterhin an der Spitze

Island kommt auf einen Gesamtindexwert von 84,2 Punkten. Die Niederlande folgt auf Rang 2 mit 83,5 Punkten. Die beiden Länder führen damit zum dritten Mal in Folge die Rangliste an. Thailand liegt in diesem Jahr mit 40,6 Punkten auf den letzten Platz.

Dazwischen, auf Platz 14 trudelt Deutschland ins Ziel. Das hiesige Altersvorsorgesystem erzielte 67,9 Punkte. Das sind 0,6 Punkte weniger als noch vor einem Jahr. In der Kategorie Angemessenheit erreichte Deutschland 79,3 Punkte und beim Faktor Integrität 81,2 Punkte. Mit 45,4 Punkte schnitt es beim Faktor Nachhaltigkeit deutlich schlechter ab.

Doch die Autoren belassen es nicht dabei, den Standort zu bestimmen. Sie erläutern auch Chancen, wie das System verbessert werden kann. Konkret führen sie drei Maßnahmen auf:

  1. Einkommensschwache Rentner sollten eine höhere Mindestrente erhalten.
  2. Das umlagefinanzierte System müsse ergänzt werden durch kapitalgedeckte Modelle.
  3. Die Teilnahmequoten in der betrieblichen Altersvorsorge sollten erhöht werden.