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Gleichstellung Wie Frauen die Wirtschaft stärken

Erst die Kinder, dann der Job

Erst die Kinder, dann der Job: Infolge der Corona-Pandemie müssen viele Frauen wegen fehlender Betreuungsmöglichkeiten beruflich kürzertreten. Foto: IMAGO / Westend61

James Ashley, GSAM

Der März ist der Women’s History Month, der die Beiträge von Frauen zu Geschichte und Gesellschaft hervorhebt. Das hat James Ashley, Leiter internationale Marktstrategien bei GSAM zum Anlass genommen, um sich über Fortschritte im Bereich Gleichstellung Gedanken zu machen. Und die gibt es: Zum allerersten Mal sitzt im Vorstand eines jeden S&P-500-Unternehmens mindestens eine Frau. Weibliche CEOs gibt es in den USA in allen Wirtschaftszweigen – in der Automobilbranche, im Gesundheitswesen, in der Informationstechnologie sowie im Energie- und dem Finanzsektor. Länder, in denen die Erwerbsbeteiligung von Frauen mindestens 50 Prozent beträgt, stellen 62 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts. „Das verdeutlicht, welchen Einfluss Frauen auf die Wirtschaft haben“, sagt Ashley.

Corona-Pandemie trifft Frauen härter

Allerdings gibt es auch noch eine Menge zu tun. Beim Global Gender Gap Index des Weltwirtschaftsforums, der die Geschlechtergerechtigkeit in den vier Kategorien Wirtschaft, Bildung, Politik und Gesundheit untersucht, erreichte das Medianland 70 von 100 Zählern. Die USA lagen mit 72 Zählern nur zwei Punkte davor. „Frauen kümmern sich häufig stärker um den Haushalt und die Kinderbetreuung, erreichen seltener Führungspositionen und sind stärker in Dienstleistungsberufen vertreten“, erklärt Ashley. „Gerade im Verlauf der Covid-19-Pandemie haben sich Probleme wie die Beschäftigungslücke und das Lohngefälle noch verschlimmert.“

Frauen machen weltweit 39 Prozent der Erwerbsbevölkerung aus. Ihr Anteil an den Stellenverlusten auf dem Höhepunkt der Pandemie lag allerdings bei satten 54 Prozent. Unter dem Strich verloren Frauen 2020 in den USA 5,4 Millionen Arbeitsplätze. „Die ungleichen Auswirkungen lassen sich zum Teil dadurch erklären, dass Frauen häufiger in der Dienstleistungsbranche arbeiten, die am stärksten von den Auswirkungen des Virus betroffen war“, erläutert Ashley. Beispiele dafür seien Jobs in Restaurants, Hotels oder Pflegediensten.

Kinderbetreuungsmöglichkeiten weiter knapp

Solange die Beschäftigungszahlen sich nicht erholt haben, leiden besonders Frauen in den USA weiterhin unter den fehlenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Ein Anzeichen dafür ist, dass Frauen mit Kindern den Arbeitsmarkt von März bis September schneller verließen als Männer mit Kindern.

Zwei Drittel der berufstätigen Eltern musste die Kinderbetreuung aufgrund der Pandemie-Auswirkungen anders regeln. Der Großteil von ihnen hat bisher keine Dauerlösung gefunden. Denn die bestehenden Kinderbetreuungsstätten kämpfen nach wie vor mit den erdrückenden finanziellen Folgen des Lockdowns im März, was es ihnen erschwert, den Betrieb unter Einhaltung der Kapazitätsbeschränkungen fortzuführen. „Die Kombination aus begrenztem Präsenzunterricht und knappen Betreuungsmöglichkeiten könnte letztendlich dazu führen, dass Mütter dem Arbeitsmarkt weiterhin nicht zur Verfügung stehen“, blickt Ashley voraus.

Weniger Gehalt – schlechtere Altersvorsorge

Das Geschlechtergefälle betrifft auch die Bezahlung und die Altersvorsorge: Laut aktuellen Zahlen der US-Statistikbehörde Census Bureau verdienen Frauen in den USA nur 82 Cent für jeden Dollar, den ein Mann verdient. 10 Prozent dieser Einkommenslücke lassen sich auf Unterschiede zwischen Branchen, bei Bildungsabschlüssen und Berufsjahren zurückführen. Für die restlichen 90 Prozent gibt es keine Erklärung. Ashley: „Schuld sind möglicherweise unbewusste Vorurteile, auch ‚Unconscious Bias‘ genannt, die wir zukünftig überwinden könnten.“

Wie wichtig das wäre, zeigt sich am Beispiel der Altersvorsorge: Über einen Zeitraum von mehreren Jahren betrachtet, kann sich die Einkommenslücke ganz schnell zu einem Ersparnisproblem für Frauen auswachsen – gerade, weil sie in der Regel länger leben als Männer. Wenn man von 45 Berufsjahren mit stetigem Lohnwachstum und einem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2020 ausgeht, hätte eine Frau bis zu ihrem 70. Lebensjahr potenziell ein Vermögen von 6,3 Millionen US-Dollar angespart. Damit wäre ihre Altersvorsorge um 15 Prozent (etwa 1,1 Millionen US-Dollar) niedriger als die ihres männlichen Kollegen. Um die Lücke zu schließen, hätte die Frau etwa acht Jahre länger berufstätig sein müssen.

Frauenförderung als Wachstumstreiber

Doch welche Auswirkungen hätte das Schließen der Lücken auf US-Wirtschaft und -Märkte? Um die derzeit bestehende Beschäftigungslücke von 11,3 Prozent zu schließen, müssten 15 Millionen Frauen mehr erwerbstätig sein. Dadurch würden die Arbeitseinkommen um 5,5 Prozent steigen. Würde sich auch das bestehende Lohngefälle überwinden lassen, könnten die Gehälter noch einmal um 6,6 Prozent klettern. Das entspräche einer Verbesserung der Einkommen um insgesamt 12,1 Prozent. „Geht man davon aus, dass der Anteil des Faktors Arbeit am BIP auch weiterhin bei 60 Prozent liegt, würde diese Schätzung nahelegen, dass eine Gleichstellung am Arbeitsmarkt das US-BIP pro Jahr um 7,3 Prozent, also 1,5 Billionen US-Dollar, steigern könnte“, erläutert Ashley.

„Unserer Ansicht nach kann es sich deshalb schon bezahlt machen, wenn nur ein Teil der Lücke geschlossen wird“, fasst der GSAM-Experte zusammen. „Wenn Themen wie Erwerbsbeteiligung, Lohnunterschiede und Diversität weiter im Fokus stehen, kann das zu besseren wirtschaftlichen Ergebnissen für uns alle führen. Deshalb sind wir überzeugt, dass jede Maßnahme zählt. Denn – wie EZB-Präsidentin Christine Lagarde es formulierte – es ist nicht nur richtig, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll, Frauen zu fördern.“

Wichtige Informationen:

Bei diesem Dokument handelt es sich um Finanzwerbung, die von der Goldman Sachs Bank Europe SE („GSBE“), unter anderem über ihre zugelassenen Filialen, verbreitet wird. GSBE ist ein in Deutschland ansässiges Kreditinstitut und steht innerhalb des einheitlichen Aufsichtsmechanismus, der von den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, deren amtliche Währung der Euro ist, eingeführt wurde, unter der direkten Aufsicht der Europäischen Zentralbank und in anderer Hinsicht unter der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und der Deutschen Bundesbank.

Das eingesetzte Kapital ist Risiken unterworfen. Nähere Informationen zu den Risiken, die mit einer Anlage in den Teilfonds verbunden sind, entnehmen Sie bitte dem Abschnitt Risikohinweise des Verkaufsprospekts. Im vorliegenden Dokument enthaltenen Konjunktur- und Marktprognosen dienen zu Informationszwecken und gelten zum Datum des vorliegenden Dokuments. Es gibt keine Gewähr dafür, dass die Prognosen auch tatsächlich eintreffen.