Bank für Sozialwirtschaft Wie es zur Vermögensverwaltung nur für Stiftungen kam

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So einfach wie die Berichte sollte auch die Beratertätigkeit gestaltet werden. Durch Szenarien zum realen und nominalen Kapitalerhalt, durch Risikosimulationen und Cashflow-Vorhersagen, aber auch mithilfe anderer Tools soll der Nutzen einer nachhaltig gestalteten Anlage in Wertpapiere umfassend und zugleich einfach verdeutlicht werden können. Zudem soll durch sinnvolle Digitalisierung der sonst übliche Papierkrieg ein Ende finden.

Stiftungsorientierte Portfoliogestaltung

Entgegen der gelebten Praxis zahlreicher Stiftungsfonds basiert Gemeinwohl-Invest auf einem zweidimensionalen Risikoprofil. Da Stiftungen bei der Geldanlage nur genau so viel Risiko eingehen dürfen, wie für den (inflationsbereinigten) Werterhalt notwendig ist, ergibt sich für den Stiftungsstock eine konservative Anlagestrategie mit einem geringen Aktienanteil (erste Dimension). Um sich langfristig robuster aufstellen zu können, haben Stiftungen jedoch die Möglichkeit, freie Rücklagen zu bilden, für die keine gesetzliche Werterhaltungspflicht besteht.

In einem Rücklagentopf (zweite Dimension) kann somit ein deutlich höherer Aktienanteil gewählt werden. Langfristig lässt sich über das zweidimensionale Anlageprofil – konservative Allokation im Stiftungsstock und chancenorientierte Allokation im Rücklagentopf – eine signifikante Wertsteigerung abbilden. Mit dieser Portfoliogestaltung ergibt sich eine deutlich individuellere Allokation für jede einzelne Stiftung als es herkömmliche Lösungen abbilden können.

Losgrößen minimieren

Der BFS war zudem wichtig, ein Angebot zu schaffen, das auch kleine und mittelgroße Stiftungen nutzen können. Die Einstiegshürde sollte auf 100.000 Euro gesenkt werden, wobei das Geschäft dennoch rentabel für alle Beteiligten sein sollte. Das Angebot sollte sich auch für Treuhand- und Einzelstiftungen anwenden lassen. Nach oben sind dennoch keine Grenzen gesetzt. Für größere Volumina bestehen im Asset Management der BFS selbstverständlich weitere individuelle Lösungen.

Auf das Backoffice kann vollständig verzichtet werden

Ein wesentliches Ziel der Plattform ist es, nicht nur in der Kundenzentrierung, sondern auch bei der effizienten Abwicklung von Stiftungsmandaten neue Maßstäbe zu setzen. Die neue Vermögensverwaltung sollte im Backoffice möglichst wenig Aufwand generieren. Die Nutzer sollen sich vollständig um das Asset Management kümmern können.

Dem Projektteam bei der BFS war von Anfang an klar, dass diese Ziele nur erreicht werden können, wenn ein Höchstmaß an Digitalisierung im Front- und Backend erfolgt, die sukzessiver weiter ausgebaut wird. Zudem müssen alle belastenden regulatorischen Aufgaben der Vermögensverwaltung ausgelagert werden, um die beabsichtigte Konzentration zu ermöglichen.

Also sollte ein erfahrener Partner gefunden werden. Die Auswahl fiel auf Investify Tech, da das Fintech neben seinen erprobten technischen und regulatorischen Fähigkeiten hohe Innovationskraft und Flexibilität in das Projekt einbringt.

Chance durch Kooperation

Da bereits zahlreiche andere Projekte auf Basis der Investify-Technologie umgesetzt worden sind, konnten wir Zeitaufwand, Kosten und Projektrisiken bei der Entwicklung von Gemeinwohl-Invest deutlich minimieren. Zwischen den Unterschriften der Partner unter dem Vertrag und dem Start der digitalen Vermögensverwaltung lagen lediglich sechs Monate Projektlaufzeit. Die interne Umsetzungszeit bei Investify Tech betrug nur drei Monate.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass sich der Dienstleister dauerhaft um die technologischen und regulatorischen Updates der Plattform kümmert, ohne dass hierfür zusätzliche Kosten anfallen. Ändert sich etwa die Mifid, setzt Investify Tech dies zentral um. Zusätzlich wird die Plattform kontinuierlich technologisch aktualisiert und funktional ausgebaut.

Die BFS wie auch Investify Tech sind davon überzeugt, dass die gemeinsame Anlagelösung einen nachhaltigen gesellschaftlichen und unternehmerischen Nutzen erzeugen kann.




Über die Autoren:
Carsten Graßhoff arbeitet seit September 2013 für die Bank für Sozialwirtschaft. Hier leitet er die institutionelle Wertpapierberatung. Zuvor war er Firmenkundenberater bei der Volksbank Jerichower Land.

Harald Brock ist einer von vier Geschäftsführern des Technologie- und Regulatorik-Dienstleisters Investify Tech. Er war zuvor am Gründerzentrum und in der Sparkassen-Finanzgruppe in diversen Führungspositionen tätig. Brock ist zudem Aufsichtsratsmitglied bei Cowork und Herausgeber diverser Veröffentlichungen zu den Themen Multi- und Omni-Channel-Management und Digitalisierung.