Entgegen der Teuerung Wie der Inflationsschutz mit Gold-Zertifikaten gelingt

Sie hat den Euro in der Hand

Sie hat den Euro in der Hand: EZB-Präsidentin Christine Lagarde (rechts) steht unter Druck. Hier posiert sie mit dem scheidenden kroatischen Finanzminister Zdravko Maric. Foto: Imago Images / Xinhua

Die Inflationsdynamik im Euro-Raum habe sich dauerhaft verändert, ist Christine Lagarde überzeugt. Und sie glaube nicht mehr daran, dass die Wirtschaft in ein Umfeld niedriger Inflation zurückkehren werde, sagte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), auf einer Notenbank-Konferenz kürzlich in Sintra. Bislang hat die EZB immer wieder beteuert, dass es sich bei der derzeitigen Inflation lediglich um ein kurzfristiges Problem handle, das auch nicht behandelt werden müsse. Vielleicht wollte die Notenbank mit dieser Aussage auch kaschieren, dass die Handlungsmöglichkeiten der EZB derzeit wohl sehr begrenzt sind.

Eigentlich müsste die EZB, ihrem Auftrag der Geldwertstabilität verpflichtet, die Zinsen längst deutlich angehoben haben und versuchen, den Geldüberhang, den Experten für die Euro-Zone auf fünf Billionen Euro schätzen, drastisch durch Anleihen-Verkäufe zu reduzieren. Würde die Notenbank dies tatsächlich tun, könnte das allerdings eine Kaskade von Verwerfungen auf den Finanzmärkten hervorrufen:

Kettenreaktion an den Finanzmärkten droht

Hochverschuldete Staaten, deren Staatsanleihen in den vergangenen Jahren in großem Umfang von der EZB gekauft wurden, könnten schnell in finanzielle Schieflage geraten. Die Refinanzierungskosten würden, da die EZB die Anleihen nicht mehr am Markt abnimmt, rasant steigen, letztlich auch für Unternehmen und Privathaushalte. Ein heftige Rezession wäre wahrscheinlich unvermeidlich. In Turbulenzen könnte auch der Bankensektor geraten, da plötzlich die Anleihen, die als Eigenkapital hinterlegt wurden, weniger wert wären. Insgesamt wäre das eine gefährliche Mixtur.

Eine „Hoffnung“ der Notenbank bleibt eine Rezession in der Euro-Zone, ausgelöst durch hohe Energiepreise. Ein Erlahmen der Wirtschaftstätigkeit könnte auch die Inflationsraten wieder nach unten bringen, wenn es nicht zur Stagflation, einem unangenehmen Gemenge aus Inflation und schwachen Wachstum kommt. Auch das ist nicht ausgeschlossen.

Derzeit leidet der Goldpreis klar unter einem Rezessionsszenario, da Gold auch ein Industriemetall ist. Der Preis nähert sich der Markte von 1.700 Dollar für die Feinunze. Die Märkte gehen von einer wirtschaftlichen Abkühlung und auch von sinkenden Inflationsraten aus.

Aber es bleibt eine prekäre Situation, zumal auch der Euro gegenüber dem Dollar seit Jahresanfang kräftig an Wert verloren hat. Damit wird Inflation importiert und die EZB ist in einer Zwickmühle gefangen. Gold könnte da in einem Depot zu einem stabilisierenden Faktor werden.

Verschiedene Zertifikate für verschiedene Gold-Entwicklungen

Eine sehr einfache Art, auf die Entwicklung des Goldpreises zu setzen, sind Partizipationszertifikate, welche die Preisentwicklung im Wesentlichen eins zu eins nachvollziehen. Beispiele hierfür sind Open-End-Zertifikate der Hypovereinsbank mit einer Feinunze Gold als Basiswert (WKN: HW37C4 oder mit Währungsabsicherung: HV2XAU). Daneben gibt es auch Faktor-Zertifikate, mit denen eine gehebelte Partizipation möglich ist. Ein Faktor-Zertifikat mit dem Faktor zwei steigt in der Theorie doppelt so schnell wie sein Basiswert.

Short-Faktor-Zertifikate können auch von einem fallenden Goldpreis profitieren. Beispiele hierfür sind: Faktor-Zertifikat auf den 2x Long bezogen auf die Feinunze Gold (WKN: VL8U5A) oder minus 2x Short (VA545E). Mit einem Hebel – und entsprechend spekulativ – sind auch Gold-Optionsscheine oder Gold-Mini-Futures ausgestattet. Grundsätzlich sind Hebelprodukte jedoch nur für Anleger mit viel Erfahrung beziehungsweise einer gewissen Verlustbereitschaft geeignet, da auch Totalverluste möglich sind.

Etwas konservativer sind da beispielsweise Aktienanleihen, Bonus- oder Discount-Zertifikate auf Einzelwerte wie Barrick Gold, die auch eine gewisse (positive) Korrelation zum Goldpreis aufweisen. Ein Beispiel für ein Discount-Zertifikat auf Barrick Gold ist WKN: DW3FEB mit einer Laufzeit bis zum 13. Dezember 2023. Das Produkt bietet derzeit einen Discount gegenüber dem Aktienkauf von 26,6 Prozent. Dafür ist die maximale Rendite auf 22,1 Prozent begrenzt, was auch der Seitwärtsrendite entspricht, wenn der Cap von 14 Dollar nicht unterschritten wird.