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Unterschätzter Zusammenhang Wie beeinflussen ESG-Faktoren die Bewertungen im Technologiesektor?

Alison Porter, Portfoliomanagerin bei Janus Henderson Investors

Alison Porter, Portfoliomanagerin bei Janus Henderson Investors Foto: Janus Henderson Investors

Viele Studien haben sich um den Nachweis bemüht, dass ESG-Faktoren den Aktienkurs eines Unternehmens wesentlich beeinflussen. Nur wenige aber haben sich auf die Bewertung konzentriert. In früheren Untersuchungen fielen die Ergebnisse insbesondere für die Regionen mit den besten Performances, allen voran die USA, sehr gemischt aus. Sie zeigten weniger überzeugende Korrelationen zwischen Aktienrenditen und ESG-Aspekten, weil der Vergleich ähnlicher Unternehmen nicht detailliert genug war. Angesichts der starken Outperformance des Technologiesektors gegenüber dem allgemeinen Aktienmarkt während der vergangenen beiden Jahrzehnte war der Zusammenhang zwischen ESG-Faktoren und Aktienbewertung auf dem stärker technologieorientierten US-Markt oft schwächer.

Unsere aktuelle Analyse zeigt nun aber, dass innerhalb des Technologiesektors eindeutig eine positive Beziehung zwischen guten ESG-Ratings und einer höheren Bewertung der Aktien besteht. Dabei hinterfragten wir auch die weit verbreitete These, dass ESG-Ratings für Aktien mit starkem Wachstum und hohen Bewertungen weniger relevant sind. Es zeigte sich das Gegenteil: Der Zusammenhang ist hier sogar stärker.

Lesen Sie hier die vollständige Studie

Die wichtigsten Erkenntnisse

Der Ansatz und die Erkenntnisse umfassen natürlich zahlreiche weitere Details, aber zusammenfassend kamen wir zu diesen Schlussfolgerungen:

  • Die finanzielle Performance von Technologieunternehmen mit guten ESG-Ratings wird im Durchschnitt vom Markt höher bewertet.
    • 60 Prozent der Kennzahlen von Unternehmen mit vergleichbaren Merkmalen, die derselben Kategorie zugeordnet wurden, zeigten, dass die Unternehmen mit besseren ESG-Ratings vom Markt einen Bewertungsaufschlag erhielten.
    • 54 Prozent der Kennzahlen zeigten bei der Beurteilung in Bezug auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis und das Verhältnis vom Unternehmenswert zum Umsatz einen Bewertungsaufschlag.
    • 72 Prozent der Kennzahlen zeigten einen Bewertungsaufschlag bei der Beurteilung in Bezug auf das Verhältnis vom Unternehmenswert zum operativen Cashflow (EBITDA).
  • Die ESG-Bewertungen können durch die vom Unternehmen offengelegten ESG-Daten beeinflusst werden, die wiederum häufig mit der Marktkapitalisierung des Unternehmens zusammenhängen.
  • Technologieunternehmen mit schwachen ESG-Standards können sich als Wertfallen erweisen. Selbst Unternehmen mit hohem Gewinnwachstum schneiden wahrscheinlich weniger gut ab als Unternehmen mit einer positiven Einstellung zu nichtfinanziellen Faktoren.

Tipps für Anleger

Die der Untersuchung zugrunde liegenden empirischen Daten zeigen, dass Unternehmen mit guten ESG-Bewertungen, die bei diesen Faktoren eine deutliche Verbesserung vorweisen können, tendenziell von Anlegern höher bewertet werden. Vor allem aber machen sie deutlich, dass ESG-Faktoren ein wesentlicher Bestandteil des Investmentprozesses sein sollten.

Unserer Meinung nach kann sich ein effektives, aktives Engagement für die Verbesserung der ESG-Aspekte positiv auf den Kapitalertrag auswirken. Wir sind überzeugt: Es ist nur sinnvoll, Unternehmen zu halten, die in Bezug auf ESG-Kennzahlen zurückliegen, wenn ein Aktionsplan mit Maßnahmen im Hinblick auf das Engagement vorliegt.

Natürlich dürfen wir nicht vergessen, dass die Anleger ESG-Faktoren erst seit etwa zehn Jahren zunehmend in den Vordergrund stellen. Die Daten können wesentliche Unterschiede und Lücken aufweisen. Das macht insbesondere die Beurteilung der ESG-Leistung kleinerer Unternehmen oft zu einer Herausforderung. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass die Untersuchungsergebnisse dazu beitragen, die Integration von ESG-Aspekten in Anlageüberlegungen zu fördern – und bewirken könnten, dass das Kapital ESG-bewusster Anleger wirksamer angelegt wird.

Lesen Sie hier die vollständige Studie