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Breites thematisches Investment Wie Anleger vom Millennials-Effekt profitieren können

Rock-Festival am Nürburgring

Rock-Festival am Nürburgring: Während der Corona-Pandemie lag die Konzertbranche brach. Ist die Pandemie vorbei, dürfte sie aber schnell wieder zu alter Stärke zurückfinden. Foto: imago images / POP-EYE

Laura Destribats, Goldman Sachs Asset Management

Wer würde nicht gerne mal wieder mit Freunden ein Live-Konzert seiner Lieblingsband besuchen? Laura Destribats würde gerne – und angesichts der fortschreitenden Impfkampagnen rückt das Comeback der Künstler auf die Bühne immer näher. Destribats interessiert sich aber nicht nur privat für Livemusik: Sie ist bei Goldman Sachs Asset Management Co-Portfoliomanagerin des Goldman Sachs Global Millennials Equity Portfolio, das jüngst seinen fünften Geburtstag feierte. Der Fonds investiert in Unternehmen, die vom Millennials-Effekt profitieren, also dem Lebensstil und den Konsumgewohnheiten der zwischen 1980 und 1999 geborenen Generation Y.

Weltweit sind die sogenannten Millennials die größte Bevölkerungsgruppe und zeichnen sich durch eine hohe Kaufkraft aus. Was das mit Konzerten zu tun hat? Neben einer starken digitalen Affinität sowie einem höheren Bewusstsein für Gesundheit und Nachhaltigkeit legt die Generation Y Wert auf Erlebnisse und ist bereit, Geld dafür auszugeben – wie eben für Musikveranstaltungen. Daher ist die Branche für Destribats auch beruflich ein Thema.

„Zwar gab es im vergangenen Jahr quasi keine Konzerte. Wir haben aber an Unternehmen aus dem Bereich Live-Entertainment festgehalten“, sagt Destribats. Dahinter stand die Überlegung, dass bilanzstarke Konzerne trotz der Durststrecke sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen könnten – wenn zum Beispiel Konkurrenten nicht durchhalten. Das könnte sich auszahlen: Als die ersten Impfstofferfolge Schlagzeilen machten, stiegen die Kurse der entsprechenden Unternehmen im Portfolio bereits deutlich.

Corona-Pandemie: Alle leben plötzlich wie Millennials

Für den starken Wertzuwachs des Fonds im vergangenen Jahr waren aber andere Investments ausschlaggebend. „Aufgrund der Lockdowns haben die Menschen ihre Verhaltensweisen denen von Millennials angepasst“, fasst Destribats zusammen. „Ältere Menschen haben den Onlinehandel entdeckt und Kinder schalteten sich in Videokonferenzen zusammen. Alle mussten digitale Kanäle nutzen, um in Kontakt zu bleiben, unterhalten zu werden und sich zu informieren.“ Davon haben insbesondere Technologie-Konzerne profitiert, die einen Schwerpunkt des Fonds bilden – etwa aus den Bereichen E-Commerce, Social Media, Musik- beziehungsweise Videostreaming und Essenslieferdienste.

Dass die Akzeptanz digitaler Kanäle nach der Corona-Pandemie wieder abnehmen wird, ist unwahrscheinlich – im Gegenteil. Dennoch lege man Wert auf Balance, wie Destribats betont. Daher finden sich im Portfolio auch Werte aus der Nahrungsmittel- und Getränkebranche, die von einer Wiedereröffnung der Gastronomie profitieren sollten, sowie eben Konzertagenturen, die den Hunger nach Erlebnissen stillen. „Außerdem müssen die Gewinner der Krise nach dem Ende der Pandemie nicht zwingend zu Verlierern werden“, gibt die Fondsmanagerin zu bedenken. Sie verweist dabei auf Social-Media-Anbieter, bei denen Werbung einen bedeutenden Teil der Umsätze generiert – und die wiederum ein zyklisches Geschäft ist. Dass man für unterschiedliche Marktumfelder gut aufgestellt sei und sich der passende Mix aus langfristigem Denken und dem kurzfristigen Nutzen von Chancen auszahle, habe auch das Jahr 2020 bewiesen: Der Fonds konnte in sämtlichen Marktphasen den breiten Markt übertreffen. In den vergangenen fünf Jahren lieferte die Anteilklasse I (Acc) eine Rendite von 21,8 Prozent p.a.

Zunächst Neuland für Investoren

Richard Wiseman, Goldman Sachs Asset Management

Aller Anfang hat jedoch seine Tücken. Das galt auch für das Goldman Sachs Global Millennials Equity Portfolio, wie sich Richard Wiseman, Senior Client Portfolio Manager for Goldman Sachs Asset Managements Fundamental Equity Team, erinnert. „Damals war es schwieriger, unsere Kunden zu überzeugen.“ Das Thema sei einfach Neuland gewesen; Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf die Aktienmärkte standen wenig im Fokus. „Seither zeigt sich jedoch immer stärker, dass Millennials einen Unterschied machen können“, sagt Wiseman – zumal die älteren Vertreter dieser Generation nun Schaltstellen in Politik und Wirtschaft besetzen, während die jüngeren ins Berufsleben eintreten.   

Hinzu kam, dass der Fonds für ein thematisches Investment sehr breit aufgestellt ist. Vielen Investoren sei es daher schwergefallen, dem Fonds einen passenden Platz im Portfolio zuzuweisen. Mit der Akzeptanz der Demografie als anlagerelevantes Thema habe sich das aber geändert. „Für viele ist das Portfolio außerdem schlichtweg ein Aktienportfolio, das weder zu breit noch zu spitz aufgestellt ist“, sagt Wiseman und verweist auf die Steigerung des verwalteten Vermögens von 5 Millionen US-Dollar 2016 auf heute über 2 Milliarden US-Dollar.

Weniger Big-Tech, mehr Schwellenländeraktien

Seit dem Start des Fonds hat sich aber nicht nur seine Größe verändert, sondern auch die Gewichtung innerhalb des Portfolios: Damals waren die großen US-Technologiewerte noch übergewichtet, heute ist das Gegenteil der Fall. Im Gegenzug ist der Anteil von Schwellenländeraktien deutlich gestiegen – von zwischen 5 und 10 auf rund 25 Prozent. „Aufgrund des wachsenden Wohlstands in vielen aufstrebenden Volkswirtschaften dürfte sich dieser Trend fortsetzen“, erwartet Wiseman. Außerdem gelte es, zunehmend die zwischen 2000 und 2020 geborenen Jahrgänge der Generation Z ins Auge zu fassen. Werden sie den Lifestyle der Millennials annehmen? Werden sie die bestehenden Trends weiter beschleunigen? Oder wird es wieder eine Disruption geben? „Über diese neue Ära müssen wir jetzt nachdenken.“