Westend Bank erhöht Capitell-Anteil auf 36 Prozent „Wir schließen nicht aus, Mitbewerber zu übernehmen“

Thomas Rosenfled und Chris-Oliver Schickentanz (r.): „Entscheidend ist: Wer sind heute die Konsolidierer?“

Thomas Rosenfled und Chris-Oliver Schickentanz (r.): „Entscheidend ist: Wer sind heute die Konsolidierer?“ Bildquelle: Westend Bank / Capitell

private banking magazin: Herr Rosenfeld, die Westend Bank hat ihren Anteil an Capitell von knapp 15 auf 36 Prozent aufgestockt – mehr als eine Verdopplung. Was war der konkrete Anlass?

Thomas Rosenfeld: Mit Capitell haben wir einen Partner, mit dem die Westend Bank seit vielen Jahren eine unternehmerische Verbundenheit pflegt. Die Beteiligung war in der Vergangenheit auch schon einmal höher als zuletzt – wir gehen bereits seit Langem einen gemeinsamen Weg, man kennt sich, man kennt die Qualität der Capitell und hat den Weg, den das Haus gegangen ist, all die Jahre eng begleitet. Bei meinem Start 2024 lag die Beteiligung bei knapp 15 Prozent. Wir haben dann mit dem Vorstand der Capitell besprochen, was wir mit der Bank vorhaben, und sind auf große Zustimmung gestoßen.

Thomas Rosenfeld und Chris-Oliver Schickentanz nach dem Gespräch mit dem private banking magazin: „Die Mehrheit bleibt bei den Mitarbeitern.
Thomas Rosenfeld und Chris-Oliver Schickentanz nach dem Gespräch mit dem private banking magazin: „Die Mehrheit bleibt bei den Mitarbeitern." | Bildquelle: Westend Bank / Capitell

Wir haben überlegt, wie wir strategisch künftig noch mehr zusammen machen können. Herr Schickentanz kam von der großen gelben, ich ursprünglich von der großen blauen Bank – und wir hatten zu vielen Themen eine ähnliche Sicht auf den Markt: dass die Konsolidierung gerade bei den unabhängigen Vermögensverwaltern in den nächsten Jahren deutlich voranschreiten wird. Da lag es nahe, neben unserer Rolle als assoziierter Partner im Bereich Bank für Family Offices – ohne Ausschließlichkeitsanspruch, denn Vermögende haben in der Regel mindestens zwei, drei oder mehr Verbindungen – auch gemeinsam an dieser Marktkonsolidierung mitzuwirken.

Chris-Oliver Schickentanz: Als Thomas Rosenfeld uns die Strategieidee der Westend Bank erklärt hat, war von Anfang an klar, dass sich daraus eine Win-win-Situation ergeben kann. Wir haben mit unserem wachstumsstarken Geschäft bewiesen, dass wir vermögende Kunden nicht nur gewinnen, sondern langfristig binden können – wir sind in kurzer Zeit von 2,5 auf mehr als 4,5 Milliarden Euro gewachsen, ohne größere Akquisitionen. Und die Westend Bank bringt Ideen mit, die auch für unsere Kunden interessant sind, etwa die Reporting-Plattform 7Assets, mit der sich liquide wie illiquide Vermögenswerte transparent darstellen lassen.

 

Sie deuteten an, die Beteiligung sei früher schon einmal höher gewesen und dann gesunken. Woher dieses Auf und Ab?

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