Wende in der US-Zinspolitik Pensionskassen finanzieren Fonds für Infrastruktur

Sofia Harrschar, Leiterin im Bereich Alternative Investments – Real Assets bei Universal-Investment: „Institutionelle Investoren diversifizieren ihre Anlagen immer stärker.“ | © Universal-Investment

Sofia Harrschar, Leiterin im Bereich Alternative Investments – Real Assets bei Universal-Investment: „Institutionelle Investoren diversifizieren ihre Anlagen immer stärker.“ Foto: Universal-Investment

Pensionskassen und Versicherungen sehen in der Finanzierung von Infrastrukturanlagen eine Renditequelle, die gut zu ihren Verpflichtungen passt. Das zeigt der Vertriebserfolg der Investmentgesellschaft Meag, hinter der die Versicherungsgesellschaften Munich Re und Ergo stehen. Ein von der Meag aufgelegter Investmentfonds für Infrastruktur-Fremdkapital, der Meag Infrastructure Debt Fund Sub-Fund 1, hat 2019 in zwei Finanzierungsrunden bei institutionellen Anlegern 660 Millionen Euro eingesammelt.

Die Nachfrage lag damit deutlich über den Erwartungen. Ursprünglich hatte das Finanzhaus frische Mittel von 500 Millionen angepeilt. Vor allem Versicherungsunternehmen sowie Pensionskassen hätten den regulierten Spezialfonds gezeichnet. Die Fondsmanager investieren in europäische Infrastruktur-Vorhaben. Die Erträge und Ausschüttungen der Investitionsprojekte fließen allesamt in Euro und gelten als planbar. Sie eignen sich daher nach Einschätzung der Meag „gut zur Deckung von kalkulierbaren Zahlungsverpflichtungen“. 

Der für institutionelle Kunden zuständige Meag-Geschäftsführer, Harald Lechner, freut sich, dass die Meag institutionelle Investoren aus dem In- und Ausland akquirieren konnten. Nach Einschätzung Lechners haben die Wende in der US-Zinspolitik und die Aussicht auf niedrigere Zinsen für längere Zeit viele Investoren überzeugt, dem Fonds Geld anzuvertrauen. In einer ersten Finanzierungsrunde sammelte die Meag zu Jahresbeginn bereits über 200 Millionen Euro ein.

Anlagen passen zu den Verpflichtungen

Die Anleger kommen zu zwei Drittel aus Deutschland, zu einem Drittel aus Europa ex Deutschland. Der Fonds wurde auf der Luxemburger Plattform von Universal-Investment aufgelegt und investiert breit gestreut. Die Manager des Fonds peilen mit ihren Anlagen eine durchschnittliche Zinsbindungsdauer (Duration) von mehr als zehn Jahren an. Das heißt, die für Infrastrukturanlagen bereitgestellten Finanzierungen haben eine Laufzeit von weit mehr als zehn Jahren. Für Langfristanleger wie Versicherungen und Pensionskassen ist das ein entscheidendes Kriterium, denn ihre Verpflichtungen, wie sie etwa aus Rentenzusagen herrühren, sind ähnlich lang. Indem sie ihre Anlagen und Verpflichtungen von der Länge her austarieren, senken Pensionseinrichtungen ihre ansonsten hohe Anfälligkeit bei Zinsänderungen.

Nicht nur beim Einsammeln der Millionen ist die Meag im Plan, auch auf der Anlageseite kommt sie voran. Wie es heißt, konnte bereits rund die Hälfte der Zeichnungssumme aus der ersten Finanzierungsrunde am Markt investiert werden. Eine gute halbe Milliarde Euro liegt also noch brach. 

Sofia Harrschar, Leiterin im Bereich Alternative Investments – Real Assets bei Universal-Investment, meldet sich ebenfalls zu Wort: „Institutionelle Investoren, wie Pensionskassen und Versicherungen, diversifizieren ihre Anlagen in den vergangenen Jahren immer stärker. Als Reaktion auf andauernde Niedrigzinsen werden Alternative Investments daher immer wichtiger und beliebter. Infrastrukturinvestments mit Eigen- und Fremdkapitalinstrumenten bieten hierfür ein gutes Verhältnis zwischen Risiko und Rendite.“