Wellington Management übernimmt Hartford Funds vom Versicherungskonzern The Hartford. Der Nettogegenwartswert der Transaktion beläuft sich auf 1,9 Milliarden US-Dollar. Das teilten beide Unternehmen übereinstimmend mit. Der Abschluss ist für das erste Quartal 2027 geplant, vorbehaltlich regulatorischer und fondsseitiger Genehmigungen. Hartford Funds wird anschließend in Wellingtons US-Wealth-Geschäft integriert und unter der Marke Wellington geführt.
Wellington und Hartford Funds arbeiten seit 1978 zusammen; die formale Sub-Advisory-Vereinbarung besteht seit 1984. Derzeit berät Wellington 83 Prozent der rund 160 Milliarden Dollar, die Hartford Funds verwaltet, das entspricht gut 130 Milliarden Dollar (Stand: 30. April 2026). Gemessen an Wellingtons Gesamtvermögen von mehr als 1,35 Billionen Dollar zum selben Stichtag ist das ein substanzieller Anteil, der bislang unter der Marke eines Dritten lief.
The Hartford erhält beim Closing 300 Millionen Dollar in bar sowie weitere Zahlungen über sieben Jahre, berechnet auf Basis des verfügbaren Nachsteuer-Cashflows aus dem kombinierten Geschäft.
Was Hartford für Wellington liefert
Wellington ist traditionell als institutioneller Verwalter aufgestellt, mit Kunden wie Pensionskassen, Stiftungen und Versicherungen. Der US-Retailmarkt stand lange Zeit nicht im Fokus. In den vergangenen anderthalb Jahren hat Wellington begonnen, das zu ändern: Anfang 2026 startete das Unternehmen seine erste Werbekampagne für den US-Wealth-Markt, brachte seinen ersten eigenen US-Publikumsfonds auf den Markt und baut sein Private-Markets-Angebot für Privatanleger aus – in Kooperation mit Vanguard und Blackstone. Im Vorjahr wurde die Goldman-Sachs-Veteranin Christina Kopec Rooney als Head of U.S. Wealth eingestellt.
Hartford Funds liefert die fehlende Vertriebsinfrastruktur: ein Netzwerk zu Finanzberatern sowie rund 200 kundennahe Mitarbeiter in der kombinierten Organisation. Das Produktangebot umfasst Publikumsfonds, ETFs und Hochschul-Sparpläne (529-Pläne).
Auf der Gegenseite steht Hartford Funds unter Druck: In den meisten der vergangenen 15 Jahre floss Kapital ab, da passive Strategien Marktanteile gewannen und Anleger günstigere Produkte bevorzugten.
Offene Frage der Hartford-Transaktion
Ein Punkt ist noch ungeklärt: Was geschieht mit den Schroders-gemanagten Fonds auf der Hartford-Plattform? Das britische Haus ist zweiter Subberater von Hartford Funds und steht selbst vor einer Übernahme durch Nuveen, einem Wettbewerber im Wealth-Segment. Das Board of Trustees von Hartford Funds trifft sich im September 2026, um im Rahmen seiner regulären Prüfung über die Investmentmanagement-Verträge aller Fonds zu entscheiden.
Die Transaktion fällt in eine Phase aktiver Konsolidierung im Asset Management. Neben dem geplanten Nuveen-Schroders-Deal wurde zuletzt die Übernahme von Janus Henderson durch Trian Fund Management (Nelson Peltz) und General Catalyst bekannt, nachdem Victory Capital seinen Bietervorstoß zurückgezogen hatte.