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Klimaschutz und Kapitalanlage Welchen CO2-Fußabdruck hinterlassen Portfolios?

Besprechung von Anlageportfolios

Besprechung von Anlageportfolios: Candriam investiert in die Bereiche erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Wiederaufforstung, um Treibhausgasemissionen zu kompensieren. Foto: imago images / Westend61

Koen Popleu, Candriam

Wissenschaftler sehen seit Langem eine Verbindung zwischen Klima und Treibhausgasemissionen (THG)-Emissionen. Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass ihre Auswirkungen auf das weltweite Klima bereits messbar sind und dass sie in den vergangenen Jahrzehnten zu einer Zunahme der Überschwemmungen, Waldbrände, Hurrikans und anderer extremer Wetterereignisse im Zusammenhang mit dem Klimawandel geführt haben.

Behörden, Unternehmen und Verbraucher konzentrieren sich zunehmend auf das Ziel des Übereinkommens von Paris, den Temperaturanstieg im 21. Jahrhundert auf unter 2 °C im Vergleich zum Niveau vor der industriellen Revolution zu begrenzen. Insbesondere asiatische Länder stehen in diesem Zusammenhang aufgrund ihrer Ökobilanz im Brennpunkt des Interesses der internationalen Gemeinschaft. Wie die folgende Grafik zeigt, haben China und die asiatischen Schwellenländer ihren Anteil an den CO2-Emissionen zwischen 1990 und 2019 im Vergleich zu den USA und Europa deutlich erhöht.

Jährliche CO2-Emissionen, nach Weltregionen: Dargestellt sind die CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe und der Zementherstellung, nicht jedoch Emissionen, die sich aus veränderter Landnutzung ergeben.

Quelle: Our World in Data basierend auf dem Global Carbon Project.
Anmerkung: „Statistische Unterschiede“ im GCP-Datensatz wurden hier nicht berücksichtigt.

Noch nie stand so viel auf dem Spiel

Die THG-Emissionen und deren Auswirkungen werden in allen Einzelheiten von Wissenschaftlern überwacht. Die Daten und Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Forschung zu möglichen Lösungen und politische Entscheidungen. Der wissenschaftliche Konsens wird über das von den Vereinten Nationen unterstützte Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) kanalisiert. Die Institution bündelt den weltweiten aktuellen Kenntnisstand zum Klimawandel und bewertet ihn aus wissenschaftlicher Sicht. IPCC entwickelt und aktualisiert eine Reihe wichtiger Studien, welche die Prognosen auf verschiedene Szenarien übertragen – die sogenannten „alternativen repräsentativen Konzentrationspfade (RCPs)“ für Treibhausgase. Die Studien signalisieren katastrophale Folgen, wenn es der Menschheit nicht gelingt, die CO2-Emissionen herabzusetzen.

Jeder kleine Fortschritt hilft

Bei allem, was auf dem Spiel steht, wird erwartet, dass alle Wirtschaftsteilnehmer ihren Beitrag leisten. Aus Sicht des Marktes sind vor allem drei Sektoren dem Klimawandel ausgesetzt: Versorger, Energie und Grundstoffe. Bei neuen Vorschriften im Zusammenhang mit CO2-Emissionen, aber auch im Hinblick auf die Zerstörung von Vermögenswerten aufgrund des Klimawandels sind sie mit größeren Risiken konfrontiert.

Anleger haben mindestens zwei Möglichkeiten. Die erste besteht darin, diese drei Sektoren einfach aus den Portfolios auszuschließen. Damit entgeht Anlegern jedoch auch der Ertrag aus diesen drei Sektoren. Die zweite Möglichkeit besteht darin, weiterhin in diese Sektoren zu investieren, sich aber auf die Unternehmen mit den niedrigsten CO2-Emissionen zu konzentrieren.

Gleichzeitig können Anleger als Anteilseigner die Unternehmen beeinflussen, um Veränderungen zu fördern. Bei Candriam sind der Klimawandel und die Biodiversität zwei vorrangige Ziele des direkten und kollaborativen Engagements der Aktionäre. So arbeiten wir beispielsweise mit verschiedenen Banken und Versicherungsgesellschaften zusammen, um weitere Verbesserungen zu veranlassen.

Unternehmen können ihren CO2-Fußabdruck kompensieren …

Die freiwillige Klimakompensation der Unternehmen zielt darauf ab, Emissionen, die nicht vollständig abgestellt werden können, zu neutralisieren. Sie ist ein wesentlicher Faktor für die Finanzierung der Energiewende und die Kontrolle über den Anstieg der Temperaturen auf der Welt. Die Klimakompensation ersetzt allerdings keinesfalls die Bemühungen zur Senkung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen, sie ergänzt sie eher.

Der Corporate Standard klassifiziert die direkten und indirekten THG-Emissionen eines Unternehmens in drei sogenannten „Scopes“ und sieht vor, dass die Unternehmen alle Scope-1-Emissionen („direkte“ Emissionen aus eigenen oder vom Unternehmen kontrollierten Quellen) und alle Scope-2-Emissionen („indirekte“ Emissionen aus der Erzeugung der Energie, die vom berichtenden Unternehmen gekauft und verbraucht wird) berücksichtigen und melden. Obwohl der Corporate Standard den Unternehmen Flexibilität bei der Berücksichtigung von Scope-3-Emissionen gibt (alle anderen indirekten Emissionen, die in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens auftreten), achten wir als Anleger besonders auf diese Art, da der Großteil der Emissionen des Unternehmens oft auf sie entfällt. Die Unternehmen, die das Pariser Übereinkommen von 2015 einhalten wollen, sind verpflichtet, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um ihre CO2-Emissionen möglichst deutlich zu senken. Ob dies nun durch höhere Energieeffizienz oder erneuerbare Energieträger geschieht, dürfte es eine Weile dauern, bis die Klimaneutralität erreicht ist.

Bei Candriam berücksichtigen wir die CO2-Emissionen der Unternehmen in unserer Aktienanalyse. Wir gehen sogar weiter und stellen Anlegern in unseren monatlichen Berichten die Tools zur Messung der Auswirkung des Portfolios auf den Klimawandel durch die darin enthaltenen Anlagen zur Verfügung und pflegen den Dialog mit Unternehmen zu diesem Thema.

… und Anleger können es ebenfalls

Darüber hinaus können Anleger die Kohlenstoffbilanz ihrer Portfolios kompensieren. Zum Beispiel kommen Anleger in den Genuss von Klimakompensationsmechanismen, wenn sie in unsere Strategie investieren, die speziell auf den Kampf gegen den Klimawandel ausgerichtet ist. Um Emissionen auszugleichen wenden wir höchste Standards an und investieren weltweit in Projekte, die auf die Reduzierung von Treibhausgasen oder deren Auswirkungen auf das Klima abzielen. Unsere drei Projekte für die nächsten drei Jahre stammen aus den Bereichen erneuerbare Energien (eine Solarthermieanlage in Indien), Energieeffizienz (Nutzung von Methan zur Energieerzeugung in China) und Wiederaufforstung (Wiederherstellung von tropischen Mischflächen in Panama). Hier erfahren Sie mehr zu den Projekten.

Wir sind fest davon überzeugt, dass die von Candriam getroffenen Maßnahmen zur Klimakompensation unsere sorgfältige Aktienauswahl wirksam ergänzen. Während die Unternehmen, in die wir investieren, Energie verbrauchen und CO2 emittieren, gewährleisten unsere Auswahlkriterien, dass sie auch in Lösungen investieren, die diese Emissionen im Vergleich zum Anlageuniversum um mindestens 20 Prozent reduzieren sollen.