ETF-Wissen Welche Bauart soll’s denn sein?

Ein börsengehandelter Indexfonds (Exchange Traded Fund, ETF) bildet einen Index physisch oder synthetisch nach. Bei der vollständig physischen Replikation halten die ETF-Anbieter die Titel aus dem Index in der entsprechenden Gewichtung als Fondsvermögen. Bei Standardaktienindizes wie dem deutschen Leitindex Dax ist das die bevorzugte Variante.

Für exotische oder breite Aktienindizes sowie im Rentenbereich bietet es sich aus Effizienz- und Kostengründen an, die Benchmark näherungsweise physisch abzubilden. Das bedeutet, dass sich nur ein Teil der vorgegebenen Titel im Portfolio wiederfindet. Die Zusammensetzung berechnen die Anbieter anhand statistischer Modelle, um die Rendite und die Risikokennzahlen des Index möglichst exakt nachzubilden.

Die synthetische Nachbildung unterscheidet sich darin, dass ETF-Anbieter die Benchmark mithilfe von Derivaten, meist Swaps (swap ist englisch für tauschen), abbilden. Im ursprünglichen Swap-Modell verwalten sie einen Referenz-Wertpapierkorb, der sich unabhängig vom abzubildenden Index entwickelt.

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Quelle: iShares

Die Rendite dieses Referenzkorbs tauschen sie mit einem Swap-Kontrahenten gegen die Indexrendite. Das ist das sogenannte Performance-Swap-Modell. Um das dabei auftretende Kontrahenten-Ausfallrisiko zu senken, können die Swap-Partner zusätzliche Sicherheiten hinterlegen.

Bei vielen ETFs gibt es Swap-Vereinbarungen, in denen das Barvermögen des Fonds direkt gegen die Indexrendite getauscht wird (fully-funded Swap-Modell). Im Fonds bleibt damit nur der nicht über die Börse abgeschlossene sogenannte Over-the-Counter- Swap, was ein Kontrahentenrisiko von 100 Prozent ergibt. Hierfür werden hinterlegte Sicherheiten fällig.

Dieser Beitrag wurde der Redaktion private-banking-magazin.de von iShares zur Verfügung gestellt