Wegen Verschärfung des Handelskonflikts Ende der Niedrigzinsen rückt in weite Ferne

Glenn Stevens leitet die australische Notenbank. | © Getty Images

Glenn Stevens leitet die australische Notenbank. Foto: Getty Images

Donald Trump lässt Investoren wieder einmal nach seiner Pfeife tanzen: Im Mai sorgte seine Ankündigung, die Zölle auf mexikanische Importwaren zu erhöhen, für Unruhe an den Weltbörsen. Im Juni dann, als der US-Präsident die Pläne fallen ließ, zeigten sich Investoren erleichtert.

Gebannt ist die Gefahr für die Aktienkurse, die von Zollstreitigkeiten ausgeht, jedoch keineswegs. Allein die Drohung, Zölle als politisches Instrument gegen Mexiko einzusetzen, erhöht die Unsicherheit für Investoren. Im Übrigen gibt es im Handelskonflikt zwischen China und den USA noch keine Lösung. Im Juni haben sich die Fronten zwischen den Ländern weiter verhärtet. China hat mit Hinweis auf häufige Raubüberfälle und Diebstähle in den Vereinigten Staaten eine Reisewarnung für die USA herausgegeben. Damit ist klar: Das Land gibt im Handelskonflikt nicht nach.

Der zunehmende Protektionismus in China und den USA ist beunruhigend. Die Weltbank hat ihre Erwartung an das Wachstum des Welthandels wegen der wirtschaftlichen Abschottung der Länder bereits von 3,6  auf 2,6 Prozent gesenkt.

Jerome Powell erwägt Zinssenkung in den USA

Einen Lichtblick für Investoren bietet die Geldpolitik: Das schwache Wachstum der Weltkonjunktur und die Eskalation im Handelsstreit veranlassen die Zentralbanken in China, Japan, Indien, Australien, Neuseeland, Malaysia und den Philippinen, Zinsen auf niedrigem Niveau zu halten. In den USA erwägt Fed-Chef Jerome Powell sogar, das Zinsniveau zu senken.

Auch EZB-Präsident Mario Draghi setzt sich für eine lockere Geldpolitik ein. In einer offiziellen Erklärung stellte der EZB-Präsident jüngst einen Aufschub der ersten Zinserhöhung in Europa von Ende 2019 auf Mitte 2020 in Aussicht. Zudem kündigt er ein neues Paket langfristiger Kredite für Banken an.