Wegen Party und Reisen auf Firmenkosten Sparda-Bank Münster feuert Chef

Die Sparda-Bank Münster hat ihrem Chef Enrico Kahl fristlos nach 17 Jahren gekündigt. Nach Erkenntnissen der internen Revision der Bank soll Kahl über einen längeren Zeitraum hinweg Spesenbetrug im Umfang eines unteren sechsstelligen Betrages begangen haben, teilte das Geldinstitut mit.

Beispielsweise soll er sich die Kosten für private Feiern und verlängerte Wochenendreisen von der Bank erstattet lassen haben. Die Staatsanwaltschaft Münster hat am Dienstag ein „Ermittlungsverfahren wegen Untreue“ gegen Kahl eingeleitet. Parallel dazu hatte ein Anwalt im Auftrag der Sparda-Bank Strafanzeige erstattet, so das Geldinstitut. 

Chef der Volksbank Halle musste auch gehen

Der Fall in der Sparda-Bank Münster ist nicht der erste Fall in diesem Jahr, in dem ein Chef seinen Lebensstil von seinem Arbeitgeber finanzieren lässt. Bereits im August erschütterte ein Skandal die Volksbank Halle. Dem dort lange amtierte Vorstandschef Manfred Kübler wurden ebenfalls fristlos gekündigt.

Dem Ex-Vorstand wird vorgeworfen, Gelder der Bank ebenfalls für private Zwecke missbraucht zu haben. So habe er dem Institut private Hotelübernachtungen in Rechnung gestellt, Spenden an einen Golfclub getätigt und Kredite in Höhe von 1,3 Millionen Euro in Anspruch genommen, ohne angemessene Sicherheiten hinterlegt zu haben.

Und die Liste der Vorwürfe gegen den ihn ist noch länger: Kübler habe bei seiner Einstellung eine Bewährungsstrafe verschwiegen. Er habe seinen Vorstandskollegen systematisch überwachen lassen, und mit 700.000 Euro ein unangemessen hohes Jahresgehalt eingestrichen.