Vereinigtes Königreich Wealth Management zwischen Weltstadt und Brexit-Nachwehen

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Noch wichtiger ist allerdings die Arbeit mit den Kunden, deren Hintergründe bunt gemischt sind. Die wichtigste Kundengruppe sehen Whittaker und Kitidis in Unternehmern aus dem Vereinigten Königreich, die sich neben größeren Städten wie eben London, Manchester oder Liverpool über das gesamte Land verteilen. Ab den 1980er Jahren hätten viele Unternehmer ihr Vermögen durch den Verkauf oder den Börsengang ihrer Unternehmen aufgebaut, erklärt Kitidis.

 

 

 


„Dieser Trend setzt sich fort. Unternehmen neigen dazu, Private-Equity-Investoren anzuziehen, sobald sie eine bestimmte Größe erreicht haben“, meint sie und ergänzt: „Das führt häufig zu einem vollständigen Buy-out oder einem Börsengang, bei dem die Gründer abkassieren.“  Damit sei die Situation vergleichbar mit der Unternehmenskultur in den USA – und anders als in Deutschland, wo viele Familienunternehmen lange oder noch immer im Besitz ihrer Gründer sind.

Anders als in Deutschland gibt es allerdings auch viele internationale Kunden. Die Internationalität London zieht auch viele vermögende Personen aus anderen Ländern an. Zudem ist die Finanzbranche selbst ein potenzieller Zielmarkt für Wealth Manager: Denn wo großes Geld verwaltet wird, wird auch großes Geld verdient. Während der Fokus auf den Finanzdienstleistungssektor zurückgegangen ist, seien insbesondere Prinzipale großer Private-Equity-Häuser sehr interessante Kunden, philosophiert Whittaker.

Genug Geld gibt es auch im Vereinigten Königreich

Die Herausforderungen für das Wealth Management im Vereinigten Königreich dagegen sind mit dem deutschen Markt vergleichbar, wie etwa auch Deloitte in einer Untersuchung anmahnt. Nachhaltigkeit beschäftiget die Kunden, die Nachfolgeplanung zunehmend die Wealth Manager. Einen Mangel an Geschäftsmöglichkeiten scheinen aber weder Whittaker noch Kitidis zu fürchten. Insgesamt soll die Zahl der UHNWIs mit einem Vermögen von über 30 Millionen Dollar im Vereinigten Königreich bis 2023 auf über 15.000 ansteigen, dann könnte es auch über 900.000 Millionäre im Land geben.

Während sich das Interview mit Whittaker dem Ende neigt, strömen einige dieser Millionäre nach und nach aus den naheliegenden Büros, füllen die Straßen vor den umliegenden Pubs. Auch in Mayfair röhren in der einsetzenden Dämmerung teure Autos vor den Fassaden der sandfarbenen Häuser entlang. Die Metropole füllt sich – während Whittaker im obersten Stock der Deutschen Bank noch einmal seine Stimme erhebt. „London ist so eine attraktive Finanzmetropole“, sagt Whittaker. Dann schiebt er hinterher: „Das Wealth Management hier, abgesehen von der Schweiz, hat die wohl größte Bandbreite an Multi Family Offices, Investmentboutiquen, Asset Managern und Großbanken überhaupt.“

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