Wealth Management UBS will gezielter auf Anlagewünsche von Frauen eingehen

Jürg Zeltner (l.), Chef des UBS Wealth Management und Mara Harvey, Leiterin des Programms sowie Leiterin UHNW Deutschland, Österreich und Italien des UBS Wealth Management

Jürg Zeltner (l.), Chef des UBS Wealth Management und Mara Harvey, Leiterin des Programms sowie Leiterin UHNW Deutschland, Österreich und Italien des UBS Wealth Management

Die Schweizer Großbank UBS hat einen Fünfjahresplan vorgelegt, der dem Institut helfen soll, sein Wealth Management stärker nach den Bedürfnissen von Frauen auszurichten. Die Bank hat nach eigenen Angaben in den vergangenen zwei Jahren verschiedene Ansätze entwickelt und getestet. Jetzt will man die daraus gewonnenen Erkenntnisse im gesamten Unternehmen anwenden.  

So hätten die Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre gezeigt, dass es für Frauen im Unterschied zu Männern viel wichtiger sei, mit ihrer Anlagetätigkeit positive gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken: Gemäß dem Center for Talent Innovation wollen 88 Prozent der Frauen in Unternehmen investieren, die zu sozialem Wohlergehen beitragen. Weibliche Anleger repräsentieren Daten der UBS zufolge potentielle Anlagen zugunsten des Gemeinwohls im Wert von 2,3 Billionen US-Dollar.

Außerdem würden Frauen Wert auf einen Dialog legen, bei dem ihre Wertvorstellungen stärker im Vordergrund stehen als die reine Anlageperformance. Das Wealth Management der Bank will daher bei der Beratung auch den Verwendungszweck des Vermögens mit einbeziehen. Konkret soll die geschlechtsspezifische Perspektive künftig in alle Standardprozesse eingebettet sein, auch die Informationen zur Kundenzufriedenheit will man ab sofort getrennt nach Geschlechtern erheben.

Weiter soll das Produktangebot im Hinblick auf Nachhaltigkeit, Diversität und Nutzung langfristiger Anlagechancen weiterentwickelt werden. Um in Vermögensfragen noch stärker als bisher eine ganzheitliche und wertfokussierte Sichtweise einbringen zu können, bekommen die Kundenberater darüber hinaus spezielle Schulungen. Weitere Maßnahmen sollen zudem das Ziel verwirklichen helfen, den Anteil weiblicher Führungskräfte im Unternehmen von einem Viertel auf ein Drittel zu erhöhen. Geplant ist auch eine Bildungsinitiative. Laut UBS vertraut nur knapp jede fünfte Frau (19 Prozent) auf ihr eigenes Finanzwissen, gegenüber 34 Prozent der Männer.

 „Wir werden noch dieses Jahr in Zusammenarbeit mit führenden Bildungsinstituten ein maßgeschneidertes finanzielles Weiterbildungsprogramm einführen. Damit wollen wir bis 2021 mindestens einer Million Frauen zu mehr Selbstvertrauen in Finanzfragen verhelfen. Die Idee dahinter ist, der nächsten Generation weiblicher Anleger das notwendige Wissen zu vermitteln, damit sie in der Lage sind, das Beste aus ihrem Vermögen herauszuholen“, sagt Mara Harvey von UBS Wealth Management und Leiterin des Programms.

Von dem Thema verspricht sich die Bank einiges: Die von Frauen kontrollierten Vermögenswerte dürften den Angaben zufolge bis 2021 von 13 Billionen US-Dollar auf 18 Billionen US-Dollar ansteigen – mehr als das kombinierte BIP-Wachstum von China und Indien in derselben Zeitspanne. Zugleich dürfte das Privatvermögen von Frauen in den kommenden fünf Jahren 1,6 Prozent rascher zunehmen als dasjenige der Männer. „Die Forschung zeigt, dass Frauen heute von Vermögensverwaltern nicht ihren Bedürfnissen entsprechend bedient werden. Das ist eine große Chance“, sagt Jürg Zeltner, Chef des UBS Wealth Management.