Wealth-Management-Studie von Bain Ein Drittel der deutschen Millionäre würden ihre Bank wechseln

Die Bain-Studie „Was Millionäre von ihrer Bank erwarten“ gibt ausführlich Auskunft, was deutsche Vermögende von ihren Banken erwarten

Die Bain-Studie „Was Millionäre von ihrer Bank erwarten“ gibt ausführlich Auskunft, was deutsche Vermögende von ihren Banken erwarten

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Während anhaltende Niedrigzinsphase, wachsender Wettbewerb und nachhaltig verändertes Kundenverhalten die Erträge im deutschen Wealth Management einschränken, erhöhen die zunehmenden regulatorischen Anforderungen Komplexität und Kosten. Die unbefriedigende Ertragslage zwingt die Wealth-Management-Anbieter in Deutschland zunehmend, ihr Geschäftsmodell zu überprüfen und neu auszurichten.

Glücklicherweise sind die meisten Vermögenden mit ihrem Wealth-Management-Anbieter zufrieden, schreiben die Autoren der jüngsten Bain-Studie „Was Millionäre von ihrer Bank erwarten“, Dirk Vater und Nikola Glusac. Die Befragung hätte ergeben, dass im Wealth Management die Zahl der Kunden überwiege, die loyal seien. Dennoch seien rund 30 Prozent der Befragten bereit ihre Bank zu wechseln.

Kundenloyalität hat im Wealth Management einen hohen Wert – und macht den Unterschied aus. So erwerben zufriedene, loyale Kunden im Schnitt fast 50 Prozent mehr Produkte als Kritiker, arbeiten mit ihrem Anbieter 1,2 Jahre länger zusammen und empfehlen ihre Bank drei Mal so häufig weiter.

Rund 70 Prozent ihres Vermögens übertragen deutsche Millionäre auf ihre Erstbank. In der Regel haben sie jedoch drei Bankverbindungen. Generell gilt: Je älter ein Millionär ist, desto mehr Bankverbindungen unterhält er oder sie. Zudem steigt die Zahl der Verbindung mit steigendem Vermögen. Bei einem bis drei Millionen Euro liquidem Vermögen unterhalten die Millionäre im Schnitt 2,8 Verbindungen, bei über fünf Millionen Euro sind es 3,4 Finanzinstitute.

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Grund für die Diversifikation über die Banken sind zum einen die unterschiedlichen Kompetenzen der Häuser, zum anderen wollen sie ihr Risiko minimieren. Bei unabhängigen Vermögensverwaltern führen nahezu 90 Prozent der Befragten diese beiden Argumente an. Bei anderen Institutsgruppen sind es immerhin 60 Prozent.

Die Zweit- und Drittbankverbindung wird mehrheitlich komplementär ausgewählt. Mit 50 bis 70 Prozent verbucht die Erstbank den Löwenanteil des Kundenvermögens für sich. Auf die Zweitbank entfällt ein Viertel bis ein Drittel des Vermögens, bei der Drittbank sind es 15 bis 20 Prozent.

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