Fünf Gründe Warum das Private Banking und Wealth Management in Hamburg so umkämpft sind

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Fünf Gründe
Warum das Private Banking und Wealth Management in Hamburg so umkämpft sind
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Blick auf die Hamburger Binnenalster, Sitz zahlreicher Privatbanken.

Um die Hamburger Binnenalster haben sich zahlreiche Privatbanken angesiedelt: Die Konkurrenz im Private Banking und Wealth Management der Hansestadt ist groß. Foto: Imago images/Hoch Zwei Stock/Angerer

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Die Millionen-Metropole Hamburg ist einer der wichtigsten Märkte im Private Banking und Wealth Management in Deutschland – und gleichzeitig einer der am stärksten umkämpften. Nahezu alle großen deutschen Privatbanken haben eine Dependance in der Stadt an der Elbe. Ab April 2024 ist hier auch das Wealth Management von Rothschild & Co mit einem eigenen Standort vertreten.

Der Wettbewerb um Marktanteile ist in Hamburg groß – und ist in den vergangenen Monaten gewachsen: Seit Herbst 2022 ist die liechtensteinische LGT in Hamburg vertreten, die heimische Haspa will ihr Private Banking kräftig ausbauen, das Bankhaus Seeliger hat im Juli seine erste Niederlassung in Hamburg eröffnet, die Hypovereinsbank ist Anfang 2023 mit einem neuen Team an der Elbe gestartet – nur einige Bewegungen am Hamburger Markt in jüngster Zeit. Doch warum ist Hamburg für das Private Wealth Management so attraktiv? Fünf bestimmende Gründe.

1. In Hamburg leben die meisten Einkommensmillionäre

Das Marktpotenzial für das Private Banking und Wealth Management in Hamburg ist enorm. In den jüngsten Zahlen, die das Statistische Bundesamt im Mai 2023 veröffentlichte, war in Hamburg der Anteil der Einkommensmillionäre unter allen Einkommensteuerpflichtigen im Untersuchungsjahr 2019 – wie schon in den Vorjahren – unter allen Bundesländern am höchsten. In Hamburg hatten 12 von 10.000 unbeschränkt Einkommen­steuerpflichtigen (1,24 Promille) Jahreseinkünfte jenseits der Millionengrenze. Es folgten Bayern (0,9 Promille) und Baden-Württemberg (0,78 Promille).

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes erfassen allerdings nur Einkommensmillionäre. Die Zahl der Vermögensmillionäre ist deutlich höher – frühere Studien wiesen auch in dieser Statistik die höchste Ballung in Hamburg aus. Dass in der 1,8-Millionen-Stadt überproportional viele vermögende Menschen leben, zeigt ebenso eine Analyse des Marktforschungsinstitut GFK, die 2021 für die in Hamburg lebenden Menschen im Ländervergleich nach Bayern die zweithöchste durchschnittliche Kaufkraft prognostizierte.

2. Hamburg ist der attraktivste Standort für Familienunternehmen

Familienunternehmen fühlen sich in Hamburg wohl. Das beweist ein Ranking des Netzwerks „Die Deutsche Wirtschaft“ (DDW): 266 Familienunternehmen aus den Top 10.000 im Dach-Raum haben ihren Sitz in der Hansestadt (Stand: Januar 2023) – in keiner Stadt sind es mehr. Darüber hinaus sitzen 362 Mittelstandsunternehmen aus der Top-Liste des DDW in Hamburg.

Banken, die sich im Wealth Management auf hochvermögende Kundinnen und Kunden mit dem Schwerpunkt auf komplexen Vermögensstrukturen und Familienunternehmen konzentrieren, treffen in Hamburg auf einen großen Kundenkreis. Durch die vielen Familien- und Mittelstandsunternehmen ist der Bedarf an ganzheitlicher Beratung, die private und betriebliche Faktoren miteinbezieht, sowie an der Gestaltung geeigneter Nachfolgeregelungen groß. 

 

3. In keinem Bundesland gibt es mehr Stiftungen als in Hamburg

Stiftungsmanagement und -Beratung sind ein fester Bestandteil des Dienstleistungsspektrums vieler Banken im Wealth Management und Private Banking. In Hamburg finden sie die Stiftungshochburg Deutschlands. Diese Spitzenposition baute die Hansestadt 2022 aus: 32 neue Stiftungen wurden von der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz im abgelaufenen Kalenderjahr anerkannt.

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Insgesamt sind damit inzwischen mehr als 1.490 Stiftungen in Hamburg ansässig. Sie verfügen zusammen über ein Vermögen von mehr als 11 Milliarden Euro. Auch mit einer Dichte von 79 Stiftungen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner belegte Hamburg laut Bundesverband Deutscher Stiftungen 2021 den ersten Platz im Ländervergleich. 

Die tatsächliche Zahl ist noch größer. Denn nur die rechtsfähigen Stiftungen bürgerlichen Rechts können über die jährliche Umfrage des Verbands bei den Stiftungsaufsichtsbehörden bestimmt werden. Nicht gemeinnützige Familienstiftungen, die häufig zum Einsatz kommen, um den Vermögensschutz innerhalb der Familie sicherzustellen, werden oftmals nicht veröffentlicht.

 

4. Hamburg als starker Finanzstandort

Hamburg hat eine lange Tradition im Bankwesen. Als zweitgrößter Bankenstandort Deutschlands beherbergt die Stadt die meisten Privatbanken – darunter mit der Berenberg Bank die älteste Privatbank – sowie mit der Haspa die größte deutsche Sparkasse. Und auch die Hamburger Börse ist die älteste Börse Deutschlands – obgleich sie in ihrer Bedeutung hinter die Handelsplätze in Frankfurt und Stuttgart zurückgefallen ist.

Die Bedeutung des Finanzstandortes Hamburg lässt sich aber auch im Hier und Jetzt ablesen: Rund 10.000 Unternehmen und mehr als 50.000 Beschäftigte zählt das Netzwerk Finanzplatz Hamburg in der Hansestadt. Von Banken, Investoren über Versicherer und Fintechs: Private-Banking- und Wealth-Management-Institute treffen hier auf kurze Wege und ein großes Netzwerk.

5. Hamburg ist als Arbeitsort für Beraterinnen und Berater attraktiv

Für die Deutschen ist Hamburg die beliebteste Stadt zum Arbeiten – das haben in den vergangenen Jahren jeweils Analysen der Online-Jobbörse Stepstone sowie des Karrierenetzwerks Xing ergeben. Der Arbeitsstandort kann ein wichtiges Argument im Werben um qualifizierte Mitarbeiter sein. Denn die „High Potentials“ auf dem Arbeitsmarkt sind hart umkämpft.

Der Fachkräftemangel macht sich längst auch im Private Banking und Wealth Management bemerkbar. Es fehlt zusehends an erfahrenen Beraterinnen und Beratern sowie an Nachwuchs, der in die Bank strebt. Selbst Stellenanzeigen für Führungspositionen bleiben teils mehrere Wochen online – besonders bei Regionalinstituten außerhalb der Metropolen. Hamburg ist dank seiner hohen Lebensqualität insbesondere bei jungen Menschen sehr beliebt. Ein mögliches Pfund im Werben um die neue Generation an Kundenberaterinnen und Beratern.

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