Weadvise-Geschäftsführer im Gespräch „Anleger verlangen vermehrt digital abschließbare Produkte”

Christian Ropel ist Mitgründer und Geschäftsführer von Weadvise, einem Anbieter von Robo-Advisory-Technologie. | © Weadvise

Christian Ropel ist Mitgründer und Geschäftsführer von Weadvise, einem Anbieter von Robo-Advisory-Technologie. Foto: Weadvise

private banking magazin: Herr Ropel, es tummelt sich eine Vielzahl von Robo-Advisory-Anbietern und digitalen Vermögensverwaltern auf dem deutschen Markt. Darunter einige, die ihr Modell als White-Label-Angebot zur Verfügung stellen. Warum braucht es jetzt noch ein Angebot wie Weadvise?

Christian Ropel: Zweifelsohne gibt es am Markt bereits eine Vielzahl von Robo-Advisory-Anbietern. Der überwiegende Teil dieser Anbieter betreibt jedoch eigenes Endkundengeschäft. Hier haben wir We-Advise bewusst als unabhängigen, reinen B2B-Anbieter positioniert, um keinerlei Interessenskonflikte entstehen zu lassen. Wir betreiben kein eigenes Endkundengeschäft, sondern sind Technologiepartner für etablierte Finanzdienstleister wie Banken, Versicherungen und Vermögensverwalter aber auch Unternehmen des Nichtbankenbereichs, wie zum Beispiel E-Commerce-Anbieter. Darüber hinaus folgen wir im Unterschied zu anderen Anbietern einem echten Plug-and-Play-Modell. Damit sind unsere Kunden in kürzester Zeit am Markt.

Woher kommt in Ihrem Unternehmen das Know-how und die Erfahrung, wie Anlagestrategien oder Investmentprozesse zur Zufriedenheit von Vermögensverwaltern und Banken aufgesetzt werden müssen?

Ropel: Wir bauen auf die Erfahrung – sowohl in technologischer Hinsicht als auch im Hinblick der beteiligten Personen – des Company Builder Finconomy, der als Partner mit jahrelangen Kenntnissen in Softwarelösungen für das Investmentgeschäft hinter We-Advise steht. So hat sich etwa das ebenfalls zur Finconomy gehörende Unternehmen Fundsaccess in den zurückliegenden 20 Jahren zum marktführenden Anbieter von digitalen Prozessen im Beratersegment entwickelt. Auf den Plattformen der Finconomy-Unternehmen werden derzeit mehr als 44 Milliarden Euro Assets administriert.

Bezeichnen Sie sich eher als Robo Advisor oder als Online-Vermögensverwaltung? Wo liegt für Sie der Unterschied zwischen beiden?

Ropel: Oftmals wird der Begriff Robo Advisor für eine digitale Vermögensverwaltung genutzt, bei der ein algorithmusbasierter Anlageprozess das Kundenportfolio steuert. Andererseits setzen auch nicht alle Robo Advisor auf ein algorithmusbasiertes Modell. Von daher sind die Begriffe aus unserer Sicht nicht völlig trennscharf abzugrenzen und überschneiden sich teilweise.

Wir sind überzeugt, dass der Mehrwert einer digitalen Vermögensverwaltung für den Anleger vor allem in einer komfortablen Benutzeroberfläche und einem Sorglospaket für das Management seines Vermögens liegt als in einem komplexen Algorithmus. Daher entscheidet bei We-Advise allein unser Lizenznehmer über den angebotenen Anlageprozess. Denn am Ende ist er es, der dem Anleger von der Vorteilhaftigkeit seines Angebots überzeugen muss.

Mit welchen anderen Fintechs auf dem deutschen oder Weltmarkt sehen Sie sich im Wettbewerb?

Ropel: Durchaus gibt es national Konkurrenz, die ebenfalls Lösungen für die digitale Vermögensverwaltung anbietet. In unseren Augen gibt uns jedoch die Fokussierung auf das B2B-Segment und unsere flexibel konfigurierbare Software-as-a-Service-Lösung  eine gewisse Einzigartigkeit. Vergleichbare Modelle verfolgen beispielsweise das in London gegründete Unternehmen Wealth Objects oder Bambu aus Singapur.

Worin besteht ihr Alleinstellungsmerkmal im Markt gegenüber der Konkurrenz? Definieren Sie sich dabei über ein bestimmtes Merkmal?

Ropel: Als White-Label Lösung im B2B-Segment ist unsere Robo-Advisory-Technologie unabhängig von Banken und Produktherstellern. Außerdem lässt sich unsere Software an den Markenauftritt des jeweiligen Lizenznehmers anpassen. In unserer DNA liegt damit, dass wir unseren Lizenznehmern gerade auch in einer digitalen Welt ermöglichen, neue Ertragsquellen zu erschließen und die Kundenbindung zu stärken.