
Unser CIO hat einen Spruch, den wir uns gerne zu Herzen nehmen: „Anleger sind auf Rendite aus, nicht auf Spreads.“ Darin steckt durchaus eine gewisse Logik. So gern wir auch über sinkende Spreads und ähnliche Daten sprechen – letztendlich sind es die Renditen, die Anleger betrachten, wenn sie festverzinsliche Wertpapiere in Erwägung ziehen. Diese sind ein besserer Indikator für die erwarteten zukünftigen Erträge.
Ein vorteilhaftes Umfeld
Angesichts der aktuell vorherrschenden Marktunsicherheiten überlegen Anleger zunehmend, welchen Mehrwert Hochzinsanleihen ihren Portfolios bieten können. Dies geschieht in einer Zeit, in der die tatsächliche Anlagequalität im Hochzinssegment nahe an einem Allzeithoch liegt, wobei die Ausfallraten unter dem historischen Durchschnitt liegen, und voraussichtlich weiter zurückgehen werden.
So lag im Hinblick auf die Bonitäten der Anteil von Anleihen mit einem CCC-Rating früher bei etwa einem Viertel. Dies hat sich in den letzten Jahren jedoch mehr als halbiert. Auch bei den Maßnahmen zur Schuldenregulierung (Liability Management Exercises, LMEs) ist ein Anstieg zu verzeichnen, und obwohl diese eher dem Bereich der notleidenden Unternehmen zuzuordnen sind, bedeutet dies tatsächlich, dass sich die Gesamtrückflüsse der Kreditgeber auf besicherter Basis deutlich verbessert haben und die Unternehmen sich einen größeren Spielraum verschafft haben.
Ein strategischer Schachzug
Als professionelle Investoren müssen wir natürlich über die verlockenden Renditen hinausschauen und berücksichtigen, was die Spreads uns über den Markt verraten. Wir haben eine deutliche Verengung der Spreads beobachtet; aus Bewertungssicht erscheinen diese Gelegenheiten mitunter jedoch weniger attraktiv. Angesichts des Rückgangs der Zahlungsausfälle und der Verbesserung der Kreditqualität erkennen wir darin mittlerweile eher eine Möglichkeit der strategischen Vermögensallokation, während es früher um eine eher taktische Ausrichtung ging. Intern sprechen wir davon, dass die Anlageklasse im historischen Kontext ‚aufgewertet‘ wurde.
Viele institutionelle Anleger, die in diesem Bereich tätig sind, tun dies innerhalb eingeschränkter Mandate oder müssen ihre Portfolios im Einklang mit einer Benchmark verwalten. Dies kann angesichts der sich bietenden makroökonomischen Chancen von Nachteil sein. In solchen Stressphasen, die durch Probleme wie geopolitische Spannungen verursacht werden, kann es häufig zu Preisverzerrungen in einzelnen Marktsegmenten kommen, und Anleger neigen dazu, vorübergehende Branchenschwächen übermäßig abzustrafen.
Glücklicherweise verfolgen wir mit unserer globalen Global High Yield Strategie einen anderen Ansatz.
Mit Autonomie investieren
Innerhalb der Global High Yield-Strategie berücksichtigen wir den Index, orientieren uns jedoch nicht strikt daran, wenn wir das Portfolio zusammenstellen. Letztendlich wollen wir mit der Wertpapierauswahl Alpha generieren, was nach unserem Dafürhalten am besten mit einer fundamentalen Bottom-up-Analyse gelingt. Wir unterscheiden zwischen Sektoren mit echten strukturellen Herausforderungen und solchen, die derzeit vorübergehende Rückschläge erleben, um die besten Chancen ausfindig zu machen.
Beispielsweise sehen wir im europäischen ‚B‘-Segment des High-Yield-Markts ein hohes Wertpotenzial. Auch in anderen Bereichen, insbesondere im Kommunikationssektor, haben wir mehrere Maßnahmen zur Schuldenregulierung (Liability Management Exercises, LMEs) identifiziert, von denen einige ein attraktives Wertpotenzial bieten. Nach einer solchen Maßnahme zur Schuldenregulierung verfügen Unternehmen häufig über verbesserte Kreditklauseln und zusätzliche Sicherheiten, was sie zu attraktiveren Investitionsmöglichkeiten macht.
Ungeachtet gewisser Beschränkungen hinsichtlich des Engagements auf Emittentenebene nutzen wir unser firmeneigenes Bewertungssystem, um den Umfang unserer Allokationen festzulegen. Hierbei liegt der Fokus auf Fundamentaldaten, technischen Faktoren und Bewertungen (Fundamentals, Technicals, Valuations, FTV-System). Anhand dieser Daten ordnen wir jede Gelegenheit auf einer Skala von 1 bis 10 ein, bewerten sie und gewichten sie. Daraus ergibt sich dann der Umfang unserer Beteiligung. Dies passt auch zu unserem ESG-Bewertungssystem, das wir als wertvollen Bestandteil unserer Analysearbeit erachten.
Ziel ist es, die Positionsgröße dynamisch anzupassen und sicherzustellen, dass Kapital nur dann eingesetzt wird, wenn unser Überzeugungsgrad durch Fundamentaldaten und Katalysatoren innerhalb einer Transaktion gestützt wird. Dies hilft uns, ein diversifiziertes Portfolio (mit rund 150 verschiedenen Emittenten von globaler Reichweite) zu verwalten und die Liquidität aufrechtzuerhalten. Wir halten keine strukturierten Schuldverschreibungen oder strukturierten Anleihen in unseren Beständen und verfolgen für jede Beteiligung konsequent eine Ausstiegsstrategie, die es uns ermöglicht, diese gegebenenfalls zu liquidieren und die Erlöse hieraus zu reinvestieren.
Wichtige Informationen
Dieses Material enthält lediglich allgemeine Informationen und sollte nicht als spezifische Anlageberatung oder Empfehlung ausgelegt oder als Garantie, Versprechen, Prognose oder Vorhersage zukünftiger Ereignisse in Bezug auf eine Anlage oder die Märkte generell herangezogen werden. Die zum Ausdruck gebrachten Meinungen und Vorhersagen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die dargestellten Informationen stammen aus Quellen, die wir als zuverlässig erachten. Allerdings überprüfen oder garantieren wir nicht ihre Genauigkeit oder Gültigkeit. Jegliche Bezugnahme auf eine bestimmte Anlage oder ein bestimmtes Wertpapier stellt weder eine Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten dieser Anlage oder dieses Wertpapiers, noch einen Hinweis darauf dar, dass der Anlageverwalter oder seine verbundenen Unternehmen ein bestimmtes Wertpapier für ein Kundenkonto empfohlen haben.
Investitionen sind mit Risiken verbunden, darunter der mögliche Verlust von Kapital. Die frühere Wertentwicklung ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Anlagen in festverzinslichen Wertpapieren unterliegen dem Zinsänderungsrisiko, und ihr Wert sinkt bei steigenden Zinsen. Internationale und globale Investitionen sind mit größeren Risiken verbunden, beispielsweise Währungsschwankungen, politische/soziale Instabilität und unterschiedliche Rechnungslegungsstandards. Mit dem Potenzial auf Erträge und Renditen geht auch das Risiko von Verlusten einher. Inflation und andere Konjunkturzyklen und -bedingungen sind schwer vorherzusagen, und es gibt keine Garantie dafür, dass irgendeine Strategie zur Inflationsbekämpfung bzw. zum Inflationsschutz erfolgreich sein wird.
Alle Finanzinvestitionen bergen ein gewisses Risiko. Daher unterliegt der Wert der Anlage und die daraus erzielten Erträge Schwankungen, und der ursprüngliche Anlagebetrag kann nicht garantiert werden.
Die Vermögensallokation und Diversifizierung garantieren weder einen Gewinn noch schützen sie vor Verlusten.
