Übernahmen im Wealth Management Was ist eine Milliarde an Kundengeldern wert?

Hauptsitz der Credit Suisse Gruppe am Paradeplatz in Zürich: Die Bank übernimmt das Private-Banking-Geschäft von Morgan Stanley in Großbritannien, Italien und Dubai. Dafür hat sie ihre deutsche Private-Banking-Sparte an ABN Amro Group verkauft. | © Credit Suisse

Hauptsitz der Credit Suisse Gruppe am Paradeplatz in Zürich: Die Bank übernimmt das Private-Banking-Geschäft von Morgan Stanley in Großbritannien, Italien und Dubai. Dafür hat sie ihre deutsche Private-Banking-Sparte an ABN Amro Group verkauft. Foto: Credit Suisse

Fusionen und Übernahmen unter Vermögensverwaltern haben 2013 zugenommen. Insgesamt waren davon Kundengelder von fast 760 Milliarden Dollar betroffen, wie Scorpio Partnership berichtet.

Mehr als 60 Transaktionen haben in diesem Jahr stattgefunden, wie die Beratungsgesellschaft aus London am Dienstag in einer Erklärung zu einer von ihr durchgeführten Studie berichtete. Dabei sanken die Kaufpreise auf durchschnittlich 1,22 Prozent des verwalteten Kapitals, verglichen mit 3,7 Prozent 2008.

„Das M&A-Tempo hat ein neues Niveau erreicht”, erklärte ein geschäftsführender Partner bei Scorpio, in der Mitteilung. „Angesichts der Ergebnisse stellt sich nun die Frage: Wie weit können die M&A-Bewertungen tatsächlich noch fallen?”

Mehr als 40 Prozent der in den vergangenen fünf Jahren erworbenen Aktiva wechselten 2013 den Besitzer, berichtet Scorpio, die für die Studie 236 Transaktionen untersuchte. Die Käufer haben seit dem 31. Dezember mehr als 8 Milliarden Dollar ausgegeben und Geschäftsaktivitäten erworben, die Gelder für vermögende Privatpersonen und Familien verwalten.

Julius Bär Group integriert 72 Milliarden Franken an Kundenvermögen der Merrill Lynch-Sparte, die der drittgrößte Vermögensverwalter der Schweiz im vergangenen Jahr von Bank of America übernommen hat.

Credit Suisse Group, die zweitgrößte Bank des Landes, wird das Private-Banking-Geschäft von Morgan Stanley in Großbritannien, Italien und Dubai übernehmen und hat ihre deutsche Private-Banking-Sparte an ABN Amro Group verkauft. Union Bancaire Privée, ein Vermögensverwalter aus Genf, erwarb internationale Private-Banking-Töchter von Lloyds Banking Group.

Gedämpfte Kundenaktivität, der Wegfall von Provisionen für Fonds-Vertriebshäuser sowie die wachsenden Kosten für die Umsetzung von Vorschriften oder für die Zahlung von Strafen haben dazu geführt, dass einige Unternehmen Kosten senken oder Bereiche verkaufen, schrieb die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers im Juni in einer Studie.

Die Vielzahl von Transaktionen in diesem Jahr sei ein Vorbote „für eine weitere Konsolidierung” im Private-Banking-Geschäft 2014, sagte Tracey Reddings, die Vorstandsvorsitzende der britischen Vermögensverwaltungssparte von JPMorgan Chase & Co., im vergangenen Monat auf einer Konferenz in London.