30 Jahre HAC Was Ray Dalio, Warren Buffett und ein Hamburger Aktienclub gemeinsam haben

Michael Arpe (links) und Tobias Gabriel sprechen über 30 Jahre HAC – und auch die Zukunft des Vermögensverwalters

Michael Arpe (links) und Tobias Gabriel sprechen über 30 Jahre HAC – und auch die Zukunft des Vermögensverwalters Bildquelle: Edelstoff Media mit ChatGPT

Empfohlener redaktioneller Inhalt
Externe Inhalte anpassen

An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der unseren Artikel ergänzt. Sie können sich die externen Inhalte mit einem Klick anzeigen lassen. Die eingebundene externe Seite setzt, wenn Sie den Inhalt einblenden, selbstständig Cookies, worauf wir keinen Einfluss haben.

Externen Inhalt einmal anzeigen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt und Cookies von diesen Drittplattformen gesetzt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Michael Arpe hat seit zehn Jahren keinen Börsenbericht mehr im Fernsehen gesehen. Keine Abendsendung, kein kurzer Check. Der Gründer des Hamburger Aktienclubs (HAC) findet: Die meisten Marktnachrichten sind Rauschen. Sein Beweis: einfach mal ee Wirtschaftszeitung kaufen, zwei Wochen liegen lassen, dann durchblättern. „Das meiste ist obsolet.“

Das klingt radikal für jemanden, der seit 30 Jahren Geld verwaltet. Aber genau darin steckt die Logik des HAC.

Aus dem Nichts zur Nische

1996 gründete Arpe zusammen mit Ralf-Matthias Rückert HAC – nicht als klassischer Bankabgang mit ein paar mitgenommenen Kunden, sondern von null. Es gab keinen einzigen Mandanten, keinen Kapitalstock. Die Idee: Aufklärung statt Fachchinesisch. Parallel zur Vermögensverwaltung entstand ein Aktienclub, der Mitgliedern erklärte, wie Märkte funktionieren. Als das „Handelsblatt“ auf zwei Seiten darüber berichtete, explodierten die Anfragen – plötzlich wollten Menschen aus der ganzen Republik Mitglied werden. Die Vermögensverwaltung wuchs mit. Heute verwaltet HAC rund 400 Millionen Euro. Eine Nische, aber eine, die sich drei Jahrzehnte gehalten hat.

Ein Gehirn, das nicht für die Börse gebaut ist

Die Kernthese des HAC ist so simpel wie unbequem: Kein Mensch ist biologisch fürs Investieren gemacht. Nicht der Amateur, der Tesla kauft, weil er Elon Musk faszinierend findet. Und nicht der erfahrene Profi. „Der beste Profi hat genau die gleichen Gehirne wie der Amateur", sagt Vorstand Tobias Gabriel. Rund 200 psychologische Verzerrungen hat die Evolution in uns angelegt – fast alle kontraproduktiv an der Börse.

Arpes Schlüsselmoment war die Technologieblase um die Jahrtausendwende. Der Dax stürzte damals um 70 Prozent ab. HAC zog Konsequenzen: raus aus Prognosen und Einzeltitelwetten, rein in einen regelbasierten Ansatz. Inspiriert von Ray Dalios All-Weather-Portfolio, nur eben adaptiert für den Euro-Raum. Gold, Anleihen, Aktien: auf jede Wetterlage vorbereitet, statt auf eine zu wetten.

Hören Sie den Podcast auf ...

 

„Wer hätte gedacht, dass Deutschland eine Inflation von mehr als zehn Prozent erlebt? Wer hätte Corona vorausgesagt?", sagt Arpe. Und trotzdem gebe es hinterher immer 200 Leute, die behaupten, es gewusst zu haben.

Nachfolge ohne Drama

Tobias Gabriel ist 34 und seit 14 Jahren im Haus – erst als Werkstudent, heute als Vorstand. In einer Branche, die noch immer von erfahrenen Männern der ersten Generation dominiert wird, ist das eine Ausnahme. Bei HAC sei seine Generation mittlerweile in der Überzahl. Der Übergang lief ohne große Diskrepanzen, wenn auch nicht ohne Reibung: Die beiden kämpfen hart um Argumente, nur ohne Ego.

Wie das dauerhaft funktioniert, wo die Grenzen des Modells liegen und was KI mit einer Vermögensverwaltung wie HAC macht, darüber sprechen Michael Arpe und Tobias Gabriel im Podcast.

 

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
Danke für Ihre Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen

Mehr zum Thema

nach oben