Controlling, Provisionen, Unabhängigkeit Was Familienunternehmer über Family Offices denken

London, 21 Queen Anne’s Gate: Sitz des Family Offices der Brauerei-Erben Guinness

London, 21 Queen Anne’s Gate: Sitz des Family Offices der Brauerei-Erben Guinness

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Auch wenn in den letzten Jahren der Markt für Family-Office-Dienstleistungen hohe Zuwachsraten zu verzeichnen hatte, so herrscht bei Familienunternehmern immer noch eine große Skepsis gegenüber deren Leistungsangebot. Nur knapp 7,5 Prozent haben ihre Vermögenssteuerung bereits einem Family Office übertragen oder selbst eines gegründet. 83 Prozent lassen ihre Vermögenssteuerung von traditionellen Institutionen und mit klassischen Instrumenten umsetzen.

Dies ist das Ergebnis einer Befragung von 600 deutschen Familienunternehmern mit einem Jahresumsatz von mindesten 50 Millionen Euro, die der Lehrstuhl für Makroökonomik und Internationale Wirtschaft an der Universität Witten/Herdecke gemeinsam mit dem Düsseldorfer Family Office WSH durchgeführt hat.

Knapp 91 Prozent der Befragten gaben an, noch niemals in der Vergangenheit Erfahrungen mit Family-Office-Angeboten gesammelt zu haben. 57 Prozent der Befragten haben noch nie über die Nutzung oder gar Gründung eines Family Office nachgedacht. Nur 17 Prozent gaben an, dass Sie schon öfter darüber nachgedacht haben und 11,3 Prozent haben in letzter Zeit darüber nachgedacht.

Familienunternehmer steuern ihr Privatvermögen selbst

Für 60 Prozent der Familienunternehmer hat das Privatvermögen im Vergleich zum Firmenvermögen eine sehr hohe beziehungsweise hohe Bedeutung. Obwohl die meisten Unternehmer die Vorteile der Arbeitsteilung und Spezialisierung in ihrem Unternehmensalltag zu schätzen wissen, bleibt die Steuerung des Privatvermögens in der Hauptsache eine Privatangelegenheit.

Family Offices nehmen hier nur eine untergeordnete Bedeutung ein. Dies liegt vor allem daran, dass keiner so genau weiß, was ein Family Office ist und was es leisten kann oder leisten sollte.

79,2 Prozent der Befragten an, dass sie ihr Privatvermögen hauptsächlich selbst steuern. Allenfalls wird bei der Steuerung des Privatvermögens der Rat verschiedener Banken (30,2 Prozent) oder der Rat der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer (15,1 Prozent) hinzugezogen. Danach folgen die Vermögenssteuerung durch Mitarbeiter im Unternehmen, durch Vermögensberater oder durch die Hausbank.

Als Grund für die eigenständige Vermögenssteuerung gab der Großteil der Befragten das geringe Vertrauen gegenüber Banken und Vermögensverwaltern an. Gerade die letzten Jahre der Finanzkrise seinen ausschlaggebend hierfür gewesen.

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